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Warren Buffett setzt auf S&P-500-ETF: Was 500 Dollar monatlich bringen

Der Oracle of Omaha rät Privatanlegern vom Aktienpicking ab und schwört auf einen Vanguard-ETF auf den S&P 500. Eine Modellrechnung über 20 Jahre.

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Warren Buffett setzt auf S&P-500-ETF: Was 500 Dollar monatlich bringen

Warren Buffett gilt vielen Anlegern als das, was ihm der Spitzname "Oracle of Omaha" verspricht: eine Instanz in Fragen der Geldanlage. Und ausgerechnet der Mann, der den Kurs von Berkshire Hathaway über sechs Jahrzehnte hinweg mit nahezu 20 Prozent pro Jahr steigerte, empfiehlt den meisten Anlegern nicht die Einzelaktie, sondern den breiten Markt. Buffett ist erklärtermaßen ein großer Fan des Vanguard S&P 500 ETF.

Der Gedanke dahinter ist so einfach wie unbequem für alle, die glauben, den nächsten Gewinner selbst finden zu müssen: Wer keine einzelnen Aktien auswählen will oder kann, sollte schlicht den gesamten Markt kaufen. Der S&P 500 bündelt die größten börsennotierten US-Unternehmen in einem einzigen Indexprodukt – und damit einen Querschnitt der amerikanischen Wirtschaft statt einer Wette auf ein einzelnes Management.

Eine aktuelle Auswertung von The Motley Fool greift genau diesen Ansatz auf und rechnet durch, was ein monatlicher Sparplan von 500 Dollar über 20 Jahre hinweg bei drei unterschiedlichen Renditeannahmen am Ende wert wäre. Allein die Einzahlungen summieren sich in diesem Szenario auf 120.000 Dollar. Der eigentliche Hebel entsteht jedoch erst durch den Zinseszinseffekt: Erträge, die im Markt bleiben, verzinsen sich in den Folgejahren selbst mit.

Buffett contra Einzelaktien-Auswahl

Die Botschaft des Berkshire-Chefs richtet sich an eine breite Gruppe von Anlegern. Wer beruflich nicht täglich Bilanzen liest, hat gegen professionelle Marktteilnehmer kaum einen Informationsvorsprung. Ein Indexfonds nimmt Anlegern diese Entscheidung ab, weil er die Auswahl einzelner Titel überflüssig macht und stattdessen die Entwicklung des Gesamtmarktes abbildet.

Für deutsche Privatanleger ist der Zugang zu diesem Ansatz unkompliziert: S&P-500-ETF sind hierzulande über Broker und Sparpläne handelbar. Zu beachten ist allerdings, dass der Index in US-Dollar notiert – Wechselkursschwankungen zwischen Euro und Dollar wirken sich daher zusätzlich auf die Rendite in heimischer Währung aus. Ein Sparplan glättet dabei das Timing-Risiko, weil Anleger über die Laufzeit zu vielen verschiedenen Kursniveaus einsteigen.

Bewertung, KI und die Frage der Rendite

Zwei Themen beschäftigen derzeit jeden Anleger: die aktuelle Bewertung des Aktienmarktes und die ungewisse Auswirkung der künstlichen Intelligenz auf die Wirtschaft. Beide Punkte hängen zusammen, denn die Erwartungen an KI-getriebene Gewinnsprünge sind bereits in vielen Kursen enthalten. Enttäuschen diese Erwartungen, kann das die Bewertung des Gesamtmarktes treffen – unabhängig davon, wie breit ein ETF gestreut ist.

Vor diesem Hintergrund ist die entscheidende Größe in jeder Langfristrechnung die unterstellte Rendite. The Motley Fool hält eine Rückkehr zum historischen Durchschnittswert des Marktes von rund 10 Prozent für das wahrscheinlichste Szenario. Die beiden anderen in der Auswertung betrachteten Renditeannahmen fallen niedriger aus – und genau darin liegt die eigentliche Erkenntnis: Aus einer Spanne von Ergebnissen wird schnell ein sehr unterschiedlicher Endbetrag.

Wer die Rechnung für sich selbst anstellt, sollte drei Dinge im Blick behalten:

  • Die unterstellte Rendite ist eine Annahme, keine Zusage des Marktes.
  • 20 Jahre sind lang genug, um mehrere Auf- und Abschwungphasen zu durchlaufen.
  • Die Einzahlungen allein sind kein Gewinn – erst die Zeit im Markt macht den Unterschied.

Buffetts eigene Bilanz zeigt, was langfristiges Engagement leisten kann: nahezu 20 Prozent jährlich über sechs Jahrzehnte bei Berkshire Hathaway. Genau diese Größenordnung erwartet er für den breiten Markt nicht. Seine Empfehlung zielt auf das realistisch Erreichbare – einen Indexfonds, der die Marktrendite einfängt, statt sie schlagen zu wollen.

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