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Vanguard: Das Costco der Finanzwelt mit einzigartiger Struktur

Der Podcast „Acquired" vergleicht Vanguard mit Costco – beide geben Skalenvorteile direkt an ihre Kunden weiter.

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Vanguard: Das Costco der Finanzwelt mit einzigartiger Struktur

Vanguard ist der größte Anbieter passiver Indexfonds weltweit und verwaltet fast 12 Billionen US-Dollar an passiven Index-Vermögenswerten. Zusammen mit BlackRock, State Street und Fidelity hält das Unternehmen schätzungsweise 24 Prozent des gesamten US-Aktienmarktes. Vanguard ist damit ein Gigant, der für viele Anleger im Verborgenen agiert – obwohl er für alle sichtbar ist.

Die Moderatoren des bekannten Wirtschaftspodcasts „Acquired" haben nun eine treffende Analogie für das Geschäftsmodell von Vanguard gefunden: Das Unternehmen sei das Costco der Finanzwelt. Beide Unternehmen teilen eine entscheidende Gemeinsamkeit – sie deckeln ihre Gewinnmargen und geben Skalenvorteile direkt in Form niedrigerer Preise an ihre Kunden weiter.

Die clevere Unternehmensstruktur als Schlüssel

Was Vanguard von anderen Fondsanbietern grundlegend unterscheidet, ist seine einzigartige Eigentümerstruktur. Vanguard gehört kollektiv den Anlegern seiner eigenen Fonds. Das bedeutet: Je mehr Vermögen Vanguard verwaltet und je größer die Skaleneffekte werden, desto mehr gibt das Unternehmen diesen Mehrwert in Form von reduzierten Gebühren zurück – anstatt Gewinne für sich zu behalten. Laut „Acquired" erzielt Vanguard dank dieser Struktur keinerlei Gewinne.

Costco verfolgt eine ähnliche Philosophie im Einzelhandel: Das Unternehmen hat sich einen enormen Wettbewerbsvorteil aufgebaut, indem es seine Margen begrenzte und Größenvorteile an die Kunden weitergab. Mit wachsender Größe wird es für Wettbewerber immer schwieriger, mit den bekannt niedrigen Preisen mitzuhalten. Vanguard funktioniert nach demselben Prinzip – jedoch auf einer noch fundamentaleren Ebene, da die Unternehmensstruktur Gewinne strukturell ausschließt.

Von null auf 12 Billionen Dollar

Die Geschichte von Vanguard beginnt im Jahr 1975, als Gründer John C. „Jack" Bogle das Unternehmen ins Leben rief. Zu diesem Zeitpunkt hielten Indexfonds exakt null Prozent des Aktienmarktes. Heute sind passive Indexfonds für Millionen von Menschen der erste Einstieg in die Geldanlage.

Vanguard ist zudem der größte Einzelaktionär der Mehrheit der Unternehmen im S&P 500 – dem wichtigsten US-Aktienindex, der die 500 größten börsennotierten US-Unternehmen umfasst. Diese Marktmacht ist das direkte Ergebnis des enormen Wachstums passiver Anlageprodukte in den vergangenen Jahrzehnten.

Für deutsche Privatanleger besonders relevant: Die Gebühren, die Vanguard und mittlerweile auch andere Fondsmanager für ihre Indexfonds verlangen, betragen oft weniger als 0,05 Prozent pro Jahr. Bei einer Anlage von 10.000 US-Dollar entspricht das lediglich 5 US-Dollar jährlich. Zum Vergleich: Aktiv gemanagte Fonds verlangen häufig das Zehn- bis Zwanzigfache dieser Summe.

Die Analyse von „Acquired" macht deutlich, dass hinter dem scheinbar simplen Produkt „Indexfonds" eine durchdachte Unternehmensphilosophie steckt. Es ist diese Kombination aus Struktur, Skalierung und konsequenter Weitergabe von Kostenvorteilen, die Vanguard zu dem gemacht hat, was es heute ist – und die erklärt, warum Millionen von Amerikanern überhaupt Zugang zu preiswerten Indexfonds haben.

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