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USA verhängen 25% Zölle auf brasilianische Waren ab Juli

Möbel, Ethanol, Schuhe und Zucker betroffen – Trump setzt auf Section 301 nach Scheitern früherer Zölle vor Gericht.

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USA verhängen 25% Zölle auf brasilianische Waren ab Juli

Die USA haben neue Zölle in Höhe von 25% auf eine Reihe brasilianischer Waren angekündigt. Betroffen sind unter anderem Möbel, Ethanol, Maschinen, Schuhe, Zucker, Roheisen und Bergbauausrüstung. Die Ankündigung erfolgte durch den US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer und macht Brasilien zum ersten Land, das im Rahmen der neuen Zollstrategie von Präsident Donald Trump ins Visier genommen wird.

Rechtliche Grundlage für die neuen Abgaben ist Section 301 des US-Handelsgesetzes von 1974 – eine Bestimmung, die sich gegen unfaire Handelspraktiken richtet. Damit wechselt die Trump-Regierung ihre juristische Strategie: Frühere globale Zölle, die auf einem Notstandsgesetz basierten und Abgaben von bis zu 50% auf brasilianische Waren vorsahen, waren im Februar vom Obersten Gerichtshof der USA für ungültig erklärt worden.

Inkrafttreten am 22. Juli – kurz vor Ablauf der 10%-Zölle

Die neuen Zölle sollen am 22. Juli in Kraft treten. Dieses Datum ist bewusst gewählt: Es liegt zwei Tage bevor Trumps vorübergehender globaler Zoll von 10% ausläuft. Die Regierung sichert damit eine nahtlose Fortsetzung des Drucks auf Handelspartner ab, ohne eine Lücke entstehen zu lassen.

Die endgültige Anordnung enthält weiterhin Ausnahmen für bestimmte brasilianische Waren. Seltene Erden, Rindfleisch, Kaffee und Flugzeuge bleiben von den Zöllen verschont. Die Ausnahmeliste wurde gegenüber früheren Entwürfen sogar noch erweitert, was auf diplomatische Kompromisse im Vorfeld hindeutet.

Die Ankündigung folgt auf monatelange, ergebnislose Verhandlungen zwischen US-amerikanischen und brasilianischen Beamten. Nachdem die Trump-Regierung bereits im Juni neue Zölle vorgeschlagen hatte, konnten beide Seiten keine Einigung erzielen. Als Begründung für die Maßnahmen verwies die US-Regierung auf Brasiliens Handelspraktiken, die als unfair eingestuft werden.

Weitere Länder könnten folgen

Brasilien ist lediglich der Anfang einer möglicherweise deutlich breiteren Zolloffensive. Experten und Beobachter erwarten, dass Untersuchungen nach Section 301 schließlich auch andere wichtige US-Handelspartner treffen werden. Auf der Liste stehen demnach Indien, China, Japan, Südkorea sowie die Europäische Union.

Für deutsche und europäische Anleger ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung. Sollte die EU ebenfalls ins Visier der neuen Zollstrategie geraten, könnten europäische Exporteure – insbesondere aus der Automobil-, Maschinen- und Chemieindustrie – mit erheblichen Mehrbelastungen konfrontiert werden. Die Trump-Regierung signalisiert damit klar, dass sie nach dem juristischen Rückschlag vor dem Obersten Gerichtshof einen neuen, rechtlich belastbareren Weg einschlägt, um ihren handelspolitischen Kurs durchzusetzen.

Die Entwicklungen rund um Section 301 dürften die globalen Handelsbeziehungen in den kommenden Monaten erheblich prägen. Investoren sollten die weiteren Untersuchungen und möglichen Ankündigungen gegenüber anderen Ländern genau im Blick behalten.

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