ANZEIGE

Burnhams Wirtschaftspolitik: Diese Lektionen muss Großbritannien jetzt lernen

Ein führender Ökonom analysiert, was eine künftige Regierung unter Andy Burnham in der Wirtschaftspolitik besser machen muss.

•• 3 Min
Burnhams Wirtschaftspolitik: Diese Lektionen muss Großbritannien jetzt lernen

Ein renommierter Wirtschaftsexperte fordert von einer künftigen britischen Regierung unter Andy Burnham einen grundlegend neuen wirtschaftspolitischen Ansatz. Der Autor, Rene M. Kern Professor für Managementpraxis an der Wharton School, Chef-Wirtschaftsberater bei Allianz und Vorsitzender von Gramercy Funds Management, analysiert in der Financial Times das Gute, das Schlechte und das Hässliche der britischen Wirtschaftspolitik der vergangenen zwei Jahre – und zieht klare Schlussfolgerungen für die Zukunft.

Im Mittelpunkt seiner Kritik steht eine strukturelle Schwäche des britischen Finanzministeriums: die Tendenz, komplexe wirtschaftliche Herausforderungen auf bloße Haushaltsarithmetik zu reduzieren. „Die Reduzierung der nationalen Politik auf kurzfristige Tabellenkalkulationen kann nur zu leicht die Notwendigkeit einer umfassenderen, dynamischen Vision der Wirtschaft verschleiern, die Produktivität und Wachstum vorantreibt", schreibt der Autor. Entscheidende Kapitalinvestitionen seien zu oft depriorisiert worden, weil ihre langfristigen Renditen nicht in ein starres, kurzfristiges fiskalisches Zeitfenster passten.

Das Gute bewahren: Wachstum und Haushaltsdisziplin als zwei Seiten einer Medaille

Als ersten Schritt empfiehlt der Experte dem künftigen Schatzkanzler – voraussichtlich die derzeitige Innenministerin Shabana Mahmood – das Positive der jüngeren Vergangenheit zu schützen. Dazu zählt er das Bekenntnis zur Wachstumssteigerung ebenso wie die fiskalische Verantwortung. Beide Ziele seien keine Konkurrenten, sondern untrennbar miteinander verbunden und würden sich gegenseitig verstärken.

Der Autor betont: Fiskalische Stabilität sei zwar nicht alles, aber ohne sie habe man sehr wenig. Gerade in einer Welt, die anfällig für häufigere und heftigere wirtschaftliche Schocks sei, stärke fiskalische Verantwortung die Widerstandsfähigkeit der britischen Wirtschaft. Ein klarerer Fokus auf Wachstum würde zudem helfen, Stärken des Vereinigten Königreichs in Bereichen wie Biowissenschaften, fortschrittliche Fertigung, Technologie und grüne Technologien auszubauen. Nicht zuletzt könne ein überzeugtes Bekenntnis zu beiden Zielen die Unterstützung des Anleihemarktes sichern – angesichts der britischen Schuldendynamik keine Kleinigkeit.

Das Schlechte korrigieren: Die Umsetzungslücke schließen

Als zentrales Problem der jüngsten Wirtschaftspolitik identifiziert der Experte die klaffende Lücke zwischen politischen Absichten und deren tatsächlicher Umsetzung. Zu oft habe die Implementierung den Ambitionen hinterhergehinkt, ebenso wie die konsistente Kommunikation über das Was, Wann und Wie. Ohne eine glaubwürdige Umsetzungsbilanz werde es der Regierung nicht gelingen, die massiven privaten Kapitalmengen anzuziehen, die für eine nationale Erneuerung erforderlich seien.

Darüber hinaus warnt der Autor: Ein Mangel an konsequenter inländischer Umsetzung werde auch die Bereitschaft anderer Volkswirtschaften – einschließlich Europas – verringern, sich tiefer und strategischer mit dem Vereinigten Königreich auseinanderzusetzen. Für Deutschland und die EU ist dies von besonderer Relevanz, da Großbritannien trotz Brexit ein wichtiger Wirtschaftspartner bleibt.

Das Hässliche angehen: Bürokratische Strukturen reformieren

Hinter der mangelhaften Umsetzung steckt laut dem Autor ein strukturelles Problem: die bürokratische Ausrichtung des Finanzministeriums. Diese institutionelle Voreingenommenheit sei verständlich, insbesondere im Schatten der Krise um die kurzlebige Regierung von Liz Truss – aber auch schädlich.

Als Lösung schlägt der Experte keine Aufspaltung des Finanzministeriums in zwei separate Abteilungen vor. Eine solche Trennung würde das Risiko bürokratischer Lähmung und Kompetenzstreitigkeiten bergen – genau dann, wenn Agilität gefragt sei. Stattdessen plädiert er für eine vom Premierminister getragene Reorganisation, die die Mandate für Wachstum und Produktivität innerhalb des Finanzministeriums auf eine gleichberechtigte und integrierte Ebene neben den traditionellen Buchhaltungsfunktionen hebt.

Die Dringlichkeit dieser Reformen unterstreicht der Autor mit einem Blick auf das globale Umfeld: Die Weltwirtschaft verändere sich durch die zunehmende Instrumentalisierung des Handels und internationaler Zahlungssysteme, die Einführung von Industriepolitiken durch Großmächte, unsichere Lieferketten und das zweiseitige Potenzial transformativer technologischer Innovationen. Für Großbritannien bedeute Stillstand, sich in ein immer tieferes Loch zu graben: steigende Kreditkosten, schwächeres Wirtschaftswachstum und zunehmende Ungleichheit bei Einkommen, Vermögen und Chancen.

Andy BurnhamGroßbritannien WirtschaftspolitikShabana Mahmood SchatzkanzlerBritisches FinanzministeriumHaushaltsdisziplin WachstumAllianz WirtschaftsberaterUk Wirtschaftsreform

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. Börsenkorrektur kommt unweigerlich: So bereiten sich Anleger richtig vor
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.