US-Zwischenwahlen: Warum der Aktienmarkt unabhängig vom Wahlausgang steigen dürfte
MarketWatch-Analyst Joseph Adinolfi erklärt, warum Anleger unabhängig vom Ausgang der US-Zwischenwahlen mit steigenden Kursen rechnen können.

Der Aktienmarkt dürfte unabhängig vom Ausgang der US-Zwischenwahlen anziehen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht von MarketWatch, für den Autor Joseph Adinolfi die Frage untersucht hat, was Anleger im Vorfeld der Halbzeitwahlen am Wahltag erwartet. Ausgangspunkt seiner Analyse ist eine Gemengelage, die viele Investoren verunsichert: Zahlreiche hochfliegende Technologieaktien sind eingebrochen, und die Unsicherheit über die Inflation und die Zinssätze bleibt hoch.
Die Zwischenwahlen in den USA stehen unmittelbar bevor. Nach früheren Berichten von aktien.news finden die Midterm-Wahlen am 3. November statt. Sie gelten als wichtiger Termin für die Finanzmärkte, weil sich mit den Mehrheitsverhältnissen im Kongress auch die Erwartungen an die künftige Politik verschieben können. Adinolfis Argumentation setzt genau dort an: Nicht der Wahlausgang selbst, sondern die Reaktion der Märkte darauf steht im Zentrum der Betrachtung.
Der MarketWatch-Beitrag ist Teil der Rubrik "Weekend Reads". Neben der Wahlanalyse greift sie weitere Themen auf, die für Anleger relevant sind: Dividendenaktien, eine Möglichkeit, vor dem Börsengang von Anthropic auf den Zug aufzuspringen, sowie Ratschläge aus der Kolumne "Moneyist". Damit verbindet der Bericht die kurzfristige Wahlfrage mit längerfristigen Anlagethemen.
Joseph Adinolfi erwartet einen Kursanstieg unabhängig vom Wahlausgang
Kern der Analyse ist die Aussage, dass Anleger damit rechnen können, dass der Aktienmarkt am Wahltag unabhängig vom Ergebnis anzieht. Der Autor stützt diese Erwartung auf die Beobachtung, dass die Märkte im Umfeld von Zwischenwahlen wiederholt Stärke gezeigt haben. Entscheidend ist nach dieser Lesart nicht, welche Partei gewinnt, sondern wie sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen entwickeln.
Für deutsche Anleger ist wichtig, dass der Bericht keine Prognose für einzelne Branchen oder Unternehmen abgibt. Er ordnet die Wahl vielmehr als Ereignis ein, das kurzfristig für Bewegung sorgen kann, ohne die grundsätzliche Richtung des Marktes festzulegen. Wer in US-Aktien oder US-ETFs investiert ist, sollte die Wahl daher als einen von mehreren Faktoren behandeln.
Neben der Wahlanalyse enthält die Rubrik "Weekend Reads" ein Thema, das in den vergangenen Monaten stark an Bedeutung gewonnen hat: Dividendenaktien. Der Begriff steht für Unternehmen, die einen Teil ihres Gewinns regelmäßig an die Aktionäre ausschütten. Solche Titel werden in der Berichterstattung häufig dann besonders hervorgehoben, wenn stark bewertete Wachstumswerte unter Druck geraten.
Ein weiteres Thema ist der Börsengang von Anthropic. Der Bericht nennt eine Möglichkeit, wie Anleger vor diesem Börsengang auf den Zug aufspringen können. Angaben zu Bewertung, Zeitplan oder Emissionsvolumen enthält die Quelle nicht. Ergänzt wird das Paket durch Ratschläge aus der Kolumne "Moneyist", die sich mit Fragen von Lesern rund um Geld und Finanzen befasst.
Frühere Berichte von aktien.news ordnen die Wahl seit Wochen ein
Bereits am 27.09.2026 berichtete aktien.news, dass US-Zwischenwahlen regelmäßig für Verschiebungen in der Sektorenführung sorgen, die Fiskalpolitik verändern und kurzfristige Marktvolatilität auslösen. Der damalige Bericht betonte zugleich, dass sich die Umwandlung politischer Schlagzeilen in verlässliche Aktienmarktprognosen als hartnäckig schwierig erweist. Die Machtverhältnisse im Kongress verschieben sich, doch Vermögenspreise reagieren letztlich auf Zinssätze, Energiekosten und Unternehmensgewinne.
Am 03.10.2026 folgte ein Börsenausblick, der auf historische Muster verwies. Historische Daten der Carson Group zeigen demnach, dass der Oktober seit 1950 in Jahren von Zwischenwahlen durchschnittlich um 3 % und der November um 2,7 % zulegte. Keine anderen Monate erreichten in diesen Zyklen vergleichbare Renditen. Der Bericht nannte außerdem den 3. November als Termin der Midterm-Wahlen und wies darauf hin, dass sich ein genauer Blick auf die saisonalen Muster für deutsche Anleger lohnt, die über ETFs oder Einzelaktien am US-Markt engagiert sind.
Am 19.10.2026 berichtete aktien.news, dass der S&P 500 seit 1950 in den zwölf Monaten nach einer Zwischenwahl nie eine negative Rendite erzielt hat. Die durchschnittliche Rendite in diesem Zeitraum betrug 14,8 Prozent. Der Index habe zudem mehr als 1.000 Tage lang keine neuen 52-Wochen-Tiefststände verzeichnet – die sechstlängste solche Serie seit 1945. Der Bericht schränkte ausdrücklich ein, dass historische Statistiken keine Garantie für die Zukunft sind.
Am 25.10.2026 thematisierte aktien.news Sorgen wegen Börsenverkäufen. Ein scharfer Rückgang bei Halbleiteraktien und anderen stark gehandelten Aktien aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz hatte viele Anleger verunsichert. Der S&P 500 lag damals nur noch wenige Prozentpunkte von seinen Rekordniveaus entfernt. Der Bericht verwies darauf, dass ein etabliertes historisches Muster darauf hindeutet, dass die Aktienmärkte wahrscheinlich weiter steigen werden – entscheidend sei dabei nicht, wer die Midterm-Wahlen gewinnt.
Für deutsche Privatanleger bleibt die Wahl ein Faktor unter vielen
Aus der Kombination von aktuellem Bericht und früheren Analysen ergibt sich ein nüchternes Bild. Die Wahl am 3. November ist ein Termin, der kurzfristig für Volatilität sorgen kann. Die historischen Daten, auf die MarketWatch und die früheren aktien.news-Berichte verweisen, deuten jedoch darauf hin, dass der Wahlausgang allein selten die Richtung des breiteren Marktes bestimmt.
Wer über ETFs oder Einzelaktien am US-Markt engagiert ist, sollte beachten, dass die genannten Durchschnittswerte Vergangenheitsdaten sind. Sie beschreiben, wie sich der Markt in früheren Zyklen verhalten hat, und lassen keine Aussage über die Zukunft zu. Der aktuelle Bericht nennt keine konkreten Kursziele, keine Bewertungen und keine Empfehlungen für einzelne Titel.
Zugleich zeigt die Themenauswahl der "Weekend Reads", dass Anleger den Blick über den Wahltag hinaus richten. Dividendenaktien, der Börsengang von Anthropic und die Ratschläge der Kolumne "Moneyist" stehen für Fragen, die unabhängig vom politischen Kalender relevant bleiben. Die Wahl ist damit ein Ereignis unter vielen, nicht der alleinige Taktgeber für die Entwicklung an den Börsen.
Der nächste konkrete Termin ist der Wahltag am 3. November
Nach Einschätzung des MarketWatch-Berichts können Anleger unabhängig vom Ausgang mit einem Anstieg der Aktienmärkte rechnen. Die früheren Berichte von aktien.news ergänzen diese Erwartung um historische Durchschnittswerte für die Monate Oktober und November in Zwischenwahljahren sowie um die Feststellung, dass der S&P 500 in den zwölf Monaten nach einer Zwischenwahl seit 1950 nie eine negative Rendite erzielt hat.
Ob sich diese Muster erneut bestätigen, bleibt offen. Der Bericht vom 25.10.2026 hielt ausdrücklich fest, dass historische Statistiken keine Garantie für die Zukunft sind. Anleger sollten daher sowohl die Wahl als auch die weiteren genannten Themen im Auge behalten, ohne aus historischen Durchschnittswerten eine sichere Erwartung abzuleiten.
Drei Begriffe helfen bei der Einordnung der Wahlberichterstattung
- Midterm-Wahlen: Zwischenwahlen in den USA, bei denen ein Teil des Kongresses neu gewählt wird.
- Dividendenaktien: Aktien von Unternehmen, die einen Teil ihres Gewinns regelmäßig an die Aktionäre ausschütten.
- Börsengang: Der erstmalige Verkauf von Aktien eines Unternehmens an einer Börse.
