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Unabhängiges Ben-&-Jerry’s-Board bleibt im Amt

Vorwürfe gegen Unilever wegen Eingriffen in Aufgaben und Autonomie des Gremiums

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Unabhängiges Ben-&-Jerry’s-Board bleibt im Amt

Die Vorsitzende des unabhängigen Aufsichtsrats von Ben & Jerry’s hat erklärt, keinen Rücktritt in Erwägung zu ziehen. In einer Stellungnahme betonte sie, dass der Vorstand seine Aufgaben unverändert wahrnehme, obwohl die Spannungen mit dem Mutterkonzern Unilever anhalten. Der Konflikt dauert bereits seit Längerem und konzentriert sich auf Fragen der Autonomie des Gremiums sowie dessen Rolle bei der Festlegung der Unternehmenspolitik. Die Äußerungen folgen auf interne Diskussionen innerhalb des Eiscreme-Herstellers, der seit der Übernahme durch Unilever im Jahr 2000 über weitreichende Entscheidungsfreiheiten in gesellschaftspolitischen Bereichen verfügt.

Unilever hatte bei der Akquisition zugesichert, den besonderen Charakter der Marke und deren eigenständige Positionierung zu respektieren. In den vergangenen Monaten kam es jedoch zu unterschiedlichen Einschätzungen darüber, wie weit diese Unabhängigkeit reichen soll und welche Befugnisse dem Board zustehen. Die Vorsitzende berichtete von gezielten Versuchen, die Arbeit des Aufsichtsgremiums zu unterminieren. Eine Reaktion seitens Unilever auf diese Vorwürfe lag zuletzt nicht vor, doch der Konzern hatte zuvor betont, die Governance-Strukturen regelmäßig zu überprüfen, insbesondere im Zusammenhang mit anderen Tochtergesellschaften und Stiftungen.

Die Spannungen verstärken sich vor dem Hintergrund der laufenden Umstrukturierungen innerhalb des Unternehmens. Unilever befindet sich in einer Phase strategischer Neuausrichtung und bereitet unter anderem die Abspaltung seines Speiseeis-Geschäfts vor. Die Diskussionen über Verantwortlichkeiten und Kontrollmechanismen bei Ben & Jerry’s werden dadurch zusätzlich beeinflusst. Für beide Seiten steht dabei die Frage im Mittelpunkt, wie die unternehmerische Unabhängigkeit der Marke mit den Anforderungen des Gesamtkonzerns vereinbar bleibt.

Die Vorsitzende des Boards bekräftigte, dass das Gremium weiterhin im Rahmen seines Mandats handeln werde. Nach ihren Angaben sei es Aufgabe des Vorstands, die langfristige Ausrichtung des Unternehmens zu sichern und die Werte der Marke zu bewahren. Der Standpunkt des Boards wird vor allem von dem Anspruch getragen, die historische Zusage der Unabhängigkeit auch unter den aktuellen Umständen aufrechtzuerhalten.

Unilever zählt weltweit zu den größten Anbietern von Konsumgütern und ist in mehr als 190 Ländern aktiv. Die Spannungen mit Ben & Jerry’s erfolgen in einer Phase, in der sich der Konzern verstärkt auf Effizienz, Portfolioanpassungen und Governance-Fragen konzentriert. Wie sich die Auseinandersetzung fortsetzen wird, ist offen. Beide Seiten betonen jedoch, ihre jeweiligen Rollen weiterhin wahrnehmen zu wollen.

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