Nestlé-Aktien rutschen nach Branchenäusserungen ab
Vorsichtige P&G-Prognose belastet internationale Konsumgüterwerte

Die Aktien von Nestlé haben am Dienstagnachmittag deutliche Abgaben verzeichnet, nachdem vorsichtige Äusserungen des Finanzchefs des US-Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble auf einer Branchenveranstaltung zu einer branchenweiten Schwäche geführt hatten. Händler berichteten, dass Procter-&-Gamble-CFO André Schulten sich auf der Morgan Stanley Consumer & Retail Conference zurückhaltend zum US-Geschäft geäussert habe. Das Marktumfeld in den Vereinigten Staaten sei demnach möglicherweise so volatil wie seit längerer Zeit nicht mehr. Diese Einschätzung habe die Stimmung im gesamten Konsumgütersektor belastet.
Nestlé-Papiere hatten zunächst deutlich im Plus gelegen, bevor sie rund eine Stunde vor Handelsschluss auf 78,66 Franken fielen und damit 1,8 Prozent verloren. Zuvor war der Kurs bis auf 80,58 Franken gestiegen. Der Gesamtmarkt, gemessen am SLI, notierte gleichzeitig leicht höher und zeigte damit keine vergleichbare Schwäche wie der Sektor. Die Marktteilnehmer verwiesen darauf, dass die Aussagen Schultens zwar auf Procter & Gamble gemünzt gewesen seien, von Investoren aber auf weitere Konsumgüterhersteller übertragen wurden.
Auch andere grosse Unternehmen der Branche gerieten unter Druck. Die Titel von Unilever, Danone und Kraft Heinz gaben in ähnlichem Ausmass nach und setzten damit die schwächere Entwicklung des Segments fort. Besonders deutlich reagierten die Aktien von Procter & Gamble selbst, die zeitweise mehr als zwei Prozent einbüssten. Die Kursabschläge verdeutlichten die erhöhte Sensibilität der Anleger gegenüber Aussagen zur Marktdynamik im wichtigen US-Konsumgütergeschäft.
Die Entwicklung erfolgte vor dem Hintergrund eines ansonsten stabilen Marktumfelds, in dem keine übergeordneten makroökonomischen Faktoren für stärkere Ausschläge sorgten. Marktbeobachter verwiesen darauf, dass Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Kursanstiegen ebenfalls eine Rolle gespielt haben könnten, auch wenn die vorsichtigen Aussagen des CFO als hauptsächlicher Auslöser galten. Die Schwäche verbreitete sich schnell über den gesamten Sektor, was die Bedeutung von Prognosen und Einschätzungen führender Marktteilnehmer unterstrich.
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Zur AktienanalyseFür Danone, dessen Aktien 0,90 Prozent auf 76,70 Euro verloren, zeigte sich dieselbe Reaktion wie bei den weiteren Branchengrössen. Die Kursentwicklung bestätigte die enge Verflechtung der europäischen und internationalen Konsumgütermärkte und die hohe Abhängigkeit der Bewertungsniveaus von Signalen aus dem US-Markt.


