IKEA verstärkt Produktion in den USA
Zölle und Lieferkettenpläne fördern Verlagerung näher zum Absatzmarkt

IKEA hat angekündigt, künftig mehr Produkte aus Fabriken in den Vereinigten Staaten zu beziehen, da die von Präsident Donald Trump verhängten Zölle die Importkosten für Regale, Matratzen und Sofas erhöht haben. Diese Entwicklung markiert eine bedeutende Veränderung, nachdem der Anteil der in den USA hergestellten Produkte bei IKEA im vergangenen Jahrzehnt gesunken war. Inter IKEA, der Markenfranchisenehmer, hatte zuvor ein Werk in Danville im US-Bundesstaat Virginia betrieben, dieses jedoch 2019 geschlossen und die Produktion nach Europa verlagert.
Mit der Neuausrichtung der Lieferkette verfolgt IKEA das Ziel, die Expansion im zweitgrößten Absatzmarkt des Unternehmens zu unterstützen. Das Netzwerk an Filialen umfasst neben den USA auch Kanada, Mexiko, Chile und Kolumbien, und es bestehen Pläne, in Costa Rica und Panama aktiv zu werden. Die Global Supply Managerin Susanne Waidzunas erklärte, dass die Versorgung der Regionen in Nord- und Südamerika stark von überseeischen Lieferungen mit langen Vorlaufzeiten abhänge. Je näher produziert werde, desto schneller könne das Unternehmen auf Veränderungen der Nachfrage reagieren, sowohl bei steigenden als auch bei sinkenden Mengen.
Die Initiative, näher am Absatzmarkt zu produzieren, war bereits vor den jüngsten Zollanhebungen angestoßen worden. Die aktuelle Situation wirkt jedoch unterstützend, da IKEA zwar auf niedrige Preise setzt, aber gezwungen war, einige Produkte in den USA zu verteuern, um die Belastung durch die Zölle auszugleichen. Nach zwei Jahren rückläufiger Umsätze infolge von Preissenkungen zur Entlastung inflationsgeplagter Verbraucher erscheint eine Stabilisierung der Lieferkosten besonders relevant.
Ein Beispiel für den Ausbau der Produktion im Land ist SBA Home, ein litauischer Lieferant von IKEA, der sein erstes US-Werk in Mocksville im Bundesstaat North Carolina hochfährt. Die Investition von 70 Millionen US-Dollar, teilweise unterstützt von Inter IKEA, umfasst eine weitgehend automatisierte Fertigung, die jährlich rund zwei Millionen Möbelstücke herstellen soll. Dazu zählen auch stark nachgefragte Produkte wie die KALLAX-Regale. Die Produktionskapazität werde kontinuierlich gesteigert, wie die Unternehmensleitung mitteilte.
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Zur AktienanalyseDer Anteil der in den USA produzierten IKEA-Artikel liegt derzeit bei 15 Prozent, verglichen mit 19 Prozent im Jahr 2014. In Europa stammen 70 Prozent der verkauften Produkte aus regionaler Fertigung, in Asien sogar 80 Prozent. Trotz höherer Produktionskosten im Land wirken die weltweit gestiegenen und weniger vorhersehbaren Transportkosten als Gegengewicht. IKEA plant daher, mehr Ware von bestehenden US-Lieferanten wie Sauder Woodworking zu beziehen und neue Partner für sperrige Güter zu suchen. Ziel ist unter anderem, einen Großteil der Matratzen künftig im Land selbst produzieren zu lassen.


