ANZEIGE

Ukraine warnt vor großen Einschnitten bei der Weizenernte, wenn die russische Blockade anhält

Laut Landwirtschaftsministerin ist die Exportroute über das Schwarze Meer der Schlüssel zum "Finanzzyklus" der Landwirte und zur Entschärfung der weltweiten Nahrungsmittelkrise

•• 4 Min
Ukraine warnt vor großen Einschnitten bei der Weizenernte, wenn die russische Blockade anhält

Die ukrainischen Landwirte werden in diesem Jahr bis zu zwei Drittel weniger Weizen anbauen, wenn die Hauptexportroute des Landes weiterhin blockiert ist, was die weltweite Nahrungsmittelkrise verlängern würde, so die Prognose des ukrainischen Landwirtschaftsministers.

Mykola Solskyi sagte, den Landwirten drohe eine Finanzkrise, wenn die russische Blockade des Schwarzen Meeres nicht aufgehoben werde. Vielen würde das Geld für Saatgut, Dünger, Herbizide und Treibstoff für Winterweizen fehlen, und sie würden stattdessen Raps anbauen, der nicht für die Getreide- oder Brotherstellung verwendet wird, aber einen höheren Preis erzielt und einen geringeren Ertrag hat, so dass weniger zu transportieren wäre.

Die russische Blockade des Schwarzen Meeres hat die Getreideexporte der Ukraine beeinträchtigt, die Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben und einige ärmere Länder im Nahen Osten und in Afrika in Schwierigkeiten gebracht, Weizen zu beschaffen. Die Ukraine, die als Kornkammer Europas bekannt ist, ist weltweit der fünftgrößte Exporteur von Getreide. Auf sie entfallen 80 Prozent der libanesischen Weizenimporte, und sie ist ein wichtiger Lieferant für Länder wie Somalia, Syrien und Libyen.

Solskyi sagte in einem Interview mit der Financial Times, dass eine längere Blockade den Landwirten den Geldfluss entziehen und den Finanzkreislauf" der ukrainischen Landwirtschaft unterbrechen würde, was zu einem weiteren starken Rückgang der Exporte führen würde.

"Die Landwirte werden die Winteraussaat von Weizen und Gerste um 30 bis 60 Prozent reduzieren", sagte er.

Die Ukraine führt derzeit Gespräche mit Russland über die Wiederaufnahme der Lebensmittelexporte über das Schwarze Meer. Sollten die ukrainischen Häfen jedoch im nächsten Frühjahr geschlossen bleiben, würden die Landwirte laut Solskyi die Maisaussaat "drastisch reduzieren" und stattdessen Sojabohnen und Sonnenblumen anbauen, was wiederum mit geringeren Erträgen und höheren Preisen verbunden wäre. Eine geringere Produktion von Weizen und Mais im Jahr 2023 würde die weltweite Getreideknappheit verlängern und die Lebensmittelpreise noch länger in die Höhe treiben.

Der Krieg in Russland hat der Landwirtschaft in der Ukraine - einem der weltweit größten Exporteure von Getreide und Speiseöl - einen schweren Schlag versetzt. Die Landwirte haben mit einem Mangel an Arbeitskräften und Lastwagen, nicht explodierter Munition und Minen auf ihren Feldern sowie mit höheren Preisen für Dünger, Herbizide und Treibstoff zu kämpfen.

Das größte Problem ist jedoch, dass das Land wegen der Blockade des Schwarzen Meeres nicht auf dem Seeweg exportieren kann. Nach Angaben des ukrainischen Getreideverbands exportierte das Land im vergangenen Jahr 54 Mio. Tonnen von 106 Mio. Tonnen geerntetem Getreide.

Die Ausfuhren auf dem Schienenweg sind begrenzt, da die Ukraine und ihre EU-Nachbarn unterschiedliche Spurweiten verwenden und es nur wenige Umschlaganlagen gibt. Die alternativen Routen über die Straße und das Binnenschiff auf der Donau machen nur einen Bruchteil der normalen Seetransporte aus, die sich im letzten Jahr auf 6 bis 7 Mio. Tonnen pro Monat beliefen. Etwa 20 Mio. Tonnen ukrainisches Getreide sind in den Lagern blockiert.

Viele Länder haben mit einem Rückgang der Weizenimporte zu kämpfen. Der Gründer von BlackRock, Larry Fink, erklärte letzte Woche gegenüber der FT, dass die "geopolitischen" Auswirkungen der Lebensmittelinflation von den Anlegern unterschätzt würden.

Solskyi äußerte sich zuversichtlich über die diesjährige Ernte, obwohl die russischen Streitkräfte etwa 30 bis 40 Prozent des ukrainischen Ackerlandes besetzen und die Landwirte in der Nähe der Frontlinie durch die Kämpfe gefährdet sind, da die russische Artillerie Brände in den trockenen Weizenfeldern verursacht.

Obwohl in diesem Jahr nur 75 % der ukrainischen Ackerfläche besät wurden, erwartet die Regierung dank guter Wachstumsbedingungen eine um 10 % höhere Gesamternte von 60 Mio. statt 55 Mio. Tonnen als noch vor einigen Monaten prognostiziert.

Der Mangel an Lagermöglichkeiten sei kein kritisches Problem, da die Landwirte "Ag-Bags", lange Siloschläuche aus Kunststoff, zur Lagerung von Getreide verwenden könnten. Aber der Mangel an Exportverkäufen würde sie finanziell lähmen. In der Ukraine gibt es zwar einige sehr große Agrarunternehmen, aber 70 Prozent der Ernte werden auf mittelgroßen Betrieben angebaut, sagte er.

Kiew müsste mit Subventionen für die Landwirte einspringen. "Im schlimmsten Fall müsste die Regierung die Geldhähne aufdrehen", sagte er.

Solskyi sagte, dass die Besatzungstruppen den Landwirten in den Gebieten, die seit Moskaus großangelegter Invasion im Februar erobert wurden, weiterhin große Mengen an Getreide stahlen.

Ukrainische Beamte gaben an, dass 500.000 Tonnen Getreide geplündert worden seien. Solskyi sagte jedoch, dass die tatsächliche Zahl wahrscheinlich viel höher sei, da die Bauern in den von Russland kontrollierten Teilen der Südukraine bereits mehrere Millionen Tonnen geerntet hätten.

Die ukrainische Regierung verfolge weiterhin verdächtige Lieferungen und alarmiere die Regierungen der Zielländer, "bei denen wir Zweifel an der Herkunft des Getreides haben".

Allerdings werde ukrainischer Weizen auch nach Russland transportiert, um dort zu Mehl und Tierfutter verarbeitet zu werden, ein Fluss, der unmöglich zu verfolgen sei. "Nichts ermutigt einen mehr als Straffreiheit", sagte er über diesen Handel.

Kiew hat den russischen Verbündeten Syrien beschuldigt, mit gestohlenem ukrainischem Getreide zu handeln. Er deutete an, dass Syrien zur Strafe keinen Zugang zu den ukrainischen Getreideexporten haben werde, wenn der Konflikt beigelegt sei.

"Wir werden in Zukunft einige Schlussfolgerungen über unsere Handelspolitik für Weizen und Mais ziehen", sagte er.

UkraineRusslandExport

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.