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UK-IPOs bleiben aus: Private Equity verliert wichtigen Ausstiegskanal

PitchBook-Daten zeigen: Die IPO-Dürre in London zwingt Beteiligungsfirmen zu Verkäufen an andere Buyout-Häuser oder Konzerne.

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UK-IPOs bleiben aus: Private Equity verliert wichtigen Ausstiegskanal

Die anhaltende Zurückhaltung bei Börsengängen in Großbritannien hinterlässt Spuren im Geschäft von Private-Equity- und Venture-Capital-Gesellschaften. Wie Daten des Marktforschers PitchBook zeigen, stehen diesen Investoren dadurch weniger Ausstiegsalternativen zur Verfügung. Die Folge: Ihre Abhängigkeit von Verkäufen an andere Buyout-Häuser oder an große Konzerne wächst, wenn sie ihre Renditen realisieren wollen. Über die Entwicklung berichtet PitchBook in einem Bericht vom Freitag.

Ein Börsengang galt traditionell als eine der drei Hauptoptionen, über die Investoren eine Rendite auf ihr eingesetztes Eigenkapital erzielen konnten. Neben dem IPO standen ihnen Übernahmen und Buyouts als Wege aus einer Beteiligung offen. Fällt der Gang aufs Parkett weg, schrumpft das Instrumentarium der Fondsgesellschaften erheblich – und damit auch ihr Verhandlungsspielraum gegenüber möglichen Käufern.

Der Hintergrund ist eine Dürrephase an den öffentlichen Märkten in London. Immer weniger Unternehmen zeigen laut PitchBook Interesse daran, im Vereinigten Königreich an die Börse zu gehen. Für die sogenannten Sponsor-Gesellschaften – also jene Unternehmen, die von Beteiligungsfirmen gehalten werden – ist diese Option damit praktisch versperrt.

Der Börsengang fällt als Ausstiegsweg für Sponsoren weg

Für Private-Equity- und Venture-Capital-Fonds ist der Ausstieg der entscheidende Moment im Lebenszyklus einer Beteiligung. Erst dann fließen die Erträge zurück an die Anleger, und erst dann kann ein Fonds neue Investments eingehen. Bleibt der Börsengang als Weg versperrt, müssen Fondsgesellschaften auf die verbleibenden zwei Kanäle zurückgreifen: den Verkauf an ein anderes Buyout-Haus oder die Übernahme durch einen großen Konzern.

Beide Wege sind jedoch anfälliger für die Stimmung am Markt. Wer als Verkäufer auftritt, ist auf eine begrenzte Zahl potenzieller Käufer angewiesen. Bei einem IPO hingegen richtet sich das Angebot an ein breites Publikum aus institutionellen und privaten Anlegern. Diese Bandbreite fehlt, wenn der öffentliche Markt ausfällt.

Die Abhängigkeit von Verkäufen an Buyout-Häuser wächst

PitchBook zufolge verschiebt sich die Realisierung von Renditen damit stärker in den Bereich der Sekundärtransaktionen. Für Investoren bedeutet das eine geringere Preissetzungsmacht: Wer auf wenige Käufer angewiesen ist, kann den erzielbaren Preis weniger frei bestimmen. Zugleich steigt der Druck, Beteiligungen länger im Portfolio zu halten, wenn sich kein Käufer findet.

Die Beobachtung reiht sich in ein Umfeld ein, in dem Londons Börse seit geraumer Zeit mit einer Zurückhaltung bei Neuemissionen zu kämpfen hat. Der Weg an die Börse, über Jahrzehnte eine der tragenden Säulen der Kapitalmarktkultur in Großbritannien, hat für wachstumsstarke Unternehmen an Attraktivität verloren. Für die dahinterstehenden Finanzinvestoren ist das ein strukturelles Problem, weil es ihre Geschäftsmodelle unmittelbar betrifft.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung vor allem als Signal zu lesen: Die Bewertung von Beteiligungen hängt maßgeblich davon ab, welche Ausstiegswege realistisch zur Verfügung stehen. Verengt sich dieses Spektrum, kann sich das mittelbar auch in den Ergebnissen von Fonds niederschlagen, die in britische oder europäische Unternehmensbeteiligungen investieren. PitchBook macht in dem Bericht deutlich, dass die schwachen IPO-Aktivitäten im Vereinigten Königreich damit weit über den Börsenplatz London hinaus wirken.

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