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TSMC-Aktie fällt trotz Rekordgewinn im ersten Quartal 2026

Gewinnmitnahmen und Sorgen über Lieferengpässe belasten die TSMC-Aktie nach starken Q1-Ergebnissen.

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TSMC-Aktie fällt trotz Rekordgewinn im ersten Quartal 2026

Die Aktien von Taiwan Semiconductor Manufacturing Corp (TSMC) gaben am Freitag im Handel in Taipeh um 2,4 Prozent auf T$2.305,0 nach. Zuvor waren die in den USA notierten Papiere (NYSE: TSM) im nachbörslichen Handel sogar um 3,1 Prozent gefallen. Auslöser waren Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktie im Vorfeld der starken Quartalsergebnisse mehrfach neue Rekordhochs markiert hatte – zuletzt ein Allzeithoch von T$2.101,46 zu Beginn der Woche.

TSMC hatte am Donnerstag einen Rekordgewinn für das erste Quartal 2026 gemeldet. Der weltweit größte Auftragsfertiger von Halbleitern profitiert weiterhin von der enormen Nachfrage der KI-Industrie nach fortschrittlichen Chips. Trotz der hervorragenden Zahlen reagierten Anleger mit Verkäufen – ein klassisches „Buy the rumor, sell the news"-Muster an den Finanzmärkten.

Lieferunterbrechungen aus dem Nahen Osten als Risikofaktor

Zusätzlichen Druck auf die Aktie übten Sorgen über mögliche Lieferunterbrechungen bei wichtigen Spezialmaterialien aus. TSMC warnte, dass die Versorgung mit Helium und Brom – beides kritische Rohstoffe für die Chipproduktion – langfristig beeinträchtigt werden könnte. Kurzfristig erwartet das Unternehmen zwar keine Auswirkungen, da alternative Bezugsquellen organisiert wurden. Der langfristige Ausblick bleibt jedoch ungewiss.

Hintergrund ist der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran, der den Materialfluss aus dem Nahen Osten nach Asien erheblich gestört hat. Angriffe auf Produktionsanlagen in der Region führten zudem zu Produktionsstopps. Für einen Chiphersteller wie TSMC, der auf eine präzise und unterbrechungsfreie Lieferkette angewiesen ist, stellen solche geopolitischen Risiken eine ernsthafte Herausforderung dar.

Kapazitätsengpässe und die Frage nach der Konkurrenz

Ein weiteres Thema, das Investoren beschäftigt, sind mögliche Kapazitätsengpässe bei TSMC. Berichte aus dem Jahresbeginn deuteten darauf hin, dass Nvidia die Einführung seiner nächsten KI-Chip-Generation „Vera Rubin" aufgrund begrenzter TSMC-Kapazitäten verschieben muss. Dies nährt Bedenken, ob TSMC und seine wichtigsten Kunden das rasante Wachstumstempo der vergangenen Jahre aufrechterhalten können.

TSMC-CEO C. C. Wei stellte sich am Donnerstag den Fragen von Analysten zu diesem Thema. Er betonte, dass der Aufbau einer unabhängigen Chip-Infrastruktur in der Größenordnung von TSMC mindestens drei Jahre sowie erhebliche Investitionen erfordern würde. Damit signalisierte Wei, dass Kunden trotz Engpässen kaum kurzfristig zu alternativen Anbietern wechseln könnten.

Das Unternehmen kündigte an, die Investitionsausgaben für den Kapazitätsausbau in den kommenden Quartalen weiter zu erhöhen. TSMC geht davon aus, dass die Ausgaben für KI-Chips und Rechenzentren in den nächsten Monaten weiter steigen werden – und will entsprechend gerüstet sein.

Einordnung für Anleger

Für deutsche Privatanleger ist TSMC vor allem über die an der New Yorker Börse gehandelten American Depositary Receipts (ADR) unter dem Kürzel TSM zugänglich. Das Unternehmen gilt als unverzichtbares Rückgrat der globalen Halbleiterindustrie und beliefert nahezu alle großen Technologiekonzerne – von Apple über Nvidia bis hin zu AMD. Der aktuelle Kursrückgang nach Rekordergebnissen verdeutlicht, wie hoch die Erwartungen des Marktes bereits eingepreist waren und wie sensibel die Aktie auf geopolitische sowie operative Risiken reagiert.

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