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Intel-Aktie steigt – Bank of America warnt vor übertriebener Bewertung

Trotz eines Kursanstiegs von 0,57 % mahnen BofA-Analysten zur Vorsicht: Der Marktkapitalisierungsanstieg von 110 Milliarden Dollar erscheine übertrieben.

Intel-Aktie steigt – Bank of America warnt vor übertriebener Bewertung

Die Aktie der Intel Corporation (NASDAQ: INTC) legte am Donnerstag um 0,57 Prozent zu. Doch trotz der jüngsten Kursrallye äußern die Analysten der Bank of America erhebliche Skepsis gegenüber der aktuellen Bewertung des Chipherstellers. Im Mittelpunkt der Kritik steht ein Anstieg der Marktkapitalisierung um rund 110 Milliarden US-Dollar innerhalb der vergangenen drei Monate.

Die BofA-Analysten erkennen zwar verbesserte Chancen im Markt für Server-CPUs sowie Gewinnsteigerungen durch jüngste Übernahmen im Fertigungsbereich an. Dennoch stellen sie infrage, ob der massive Bewertungsanstieg fundamental gerechtfertigt ist. „Wir begrüßen die sich verbessernden Chancen von INTC bei Server-CPUs, die EPS-Steigerung durch den jüngsten Fabrik-Aufkauf und den Seltenheitswert seiner Fertigungs- und Packaging-Assets für externe Kunden. Der Anstieg der Marktkapitalisierung um rund 110 Milliarden US-Dollar in den letzten drei Monaten erscheint uns jedoch übertrieben", kommentierten die BofA-Analysten.

Kursziel auf 48 Dollar angehoben – aber am oberen Ende der historischen Spanne

Die Bank of America hob ihr Kursziel für Intel auf 48 US-Dollar an. Grundlage ist ein EV/S-Verhältnis (Unternehmenswert zu Umsatz) von 3,7x für das Kalenderjahr 2028, verglichen mit zuvor 3,5x für 2027. Als Begründung nennt die Bank weitere Möglichkeiten im Foundry-Geschäft, also dem Auftragsfertigen von Chips für externe Kunden. Das neue Ziel liegt allerdings bereits am oberen Ende der historischen Bewertungsspanne von Intel, die zwischen 1,7x und 4x liegt.

Für ihre Analyse nutzen die Analysten einen sogenannten Sum-of-the-Parts-Bewertungsrahmen. Dabei wird Intels Geschäft in einzelne Segmente aufgeteilt und separat bewertet. Die BofA hält fest, dass externes Fertigungsgeschäft – also Wafer- oder Packaging-Aufträge – nicht höher bewertet werden sollte als das EV/S-Multiple des Branchenführers Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), das bei etwa 10x liegt.

Für die Kalenderjahre 2027 und 2028 prognostiziert die BofA Umsätze von 3 Milliarden beziehungsweise 6 Milliarden US-Dollar aus dem MediaTek-TPU-Packaging, Apple-M-Prozessoren und anderen anwendungsspezifischen Chips (ASICs). Diese Zahlen verdeutlichen das Wachstumspotenzial, das die Analysten im Foundry-Bereich sehen – auch wenn sie die aktuelle Bewertung für zu hoch halten.

Skepsis gegenüber Tesla-Partnerschaft und Kerngeschäft

Kritisch äußert sich die Bank of America auch zur Terafab-Partnerschaft mit Tesla. Die Analysten bezweifeln, dass diese Kooperation dauerhafte Vorteile über den Austausch von geistigem Eigentum und Packaging-Leistungen hinaus bringen wird. Als Begründung verweisen sie darauf, dass Tesla eine eigene konkurrierende Fertigungsanlage aufbaut und bereits bestehende Foundry-Beziehungen zu Samsung und TSMC unterhält.

Für Intels Kerngeschäft mit Produkten schätzt die BofA einen möglichen Gewinn je Aktie von 2 bis 2,50 US-Dollar. Dieses Segment sollte nach Ansicht der Analysten nicht höher bewertet werden als das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 16x für das Kalenderjahr 2028, das für profitable Fabless-Wettbewerber wie Advanced Micro Devices (AMD), Broadcom und Nvidia gilt. Fabless-Unternehmen sind Chipdesigner, die keine eigenen Fertigungsanlagen betreiben – ein Modell, das in der Branche als besonders kapitaleffizient gilt.

Die Analyse der Bank of America zeichnet damit ein differenziertes Bild: Intel bietet durchaus interessante Wachstumsperspektiven im Foundry- und Server-Bereich, doch die zuletzt rasante Kursentwicklung scheint den fundamentalen Fortschritten weit vorausgeeilt zu sein. Für deutsche Privatanleger, die Intel im Depot halten oder einen Einstieg erwägen, bleibt die Bewertungsfrage damit ein zentrales Risiko.

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