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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Vorstände der BayWa

Finanzbericht 2023 im Fokus – Konzern kämpft weiter mit Milliardenverlusten

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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Vorstände der BayWa

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen ehemalige Vorstandsmitglieder der BayWa AG eingeleitet. Hintergrund ist der Geschäftsbericht für das Jahr 2023, der nach Einschätzung der Finanzaufsicht BaFin möglicherweise fehlerhafte Angaben enthalten könnte. Die Behörde hatte bereits im November 2024 eine Bilanzkontrolle angeordnet, weil Zweifel an der Darstellung der Finanzlage, der Finanzierung und des Risikomanagements des Konzerns bestanden. Betroffen sind nicht die derzeitigen Mitglieder des Vorstands, sondern frühere Verantwortliche.

Auf der Hauptversammlung in München erklärte Aufsichtsratschef Gregor Scheller, dass die BayWa eng mit den Behörden zusammenarbeiten werde. Er betonte zugleich die Unschuldsvermutung und machte deutlich, dass er zum laufenden Verfahren keine weiteren Angaben machen könne. Der Bericht, um den es geht, war Ende März 2024 veröffentlicht und von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC testiert worden. Darin hatte das Unternehmen das Liquiditätsrisiko als gering bezeichnet, obwohl es im Juli desselben Jahres zu Engpässen kam, die mehrere Finanzhilfen erforderlich machten.

Die Zweifel an der Richtigkeit des Abschlusses sind nicht neu. Bereits Ende 2024 erklärte die Juristin Daniela Bergdolt, Vizepräsidentin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, dass sie erhebliche Anhaltspunkte für Versäumnisse in der Prüfung sehe. Ihrer Ansicht nach hätten die Probleme mit Finanzierungen und Zinsen zu diesem Zeitpunkt erkennbar sein müssen. Die Einschätzung der BaFin kam für sie daher nicht überraschend.

Neben den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen laufen auch interne Untersuchungen. Der Aufsichtsrat hat externe Experten mit einer umfassenden Prüfung beauftragt, die alle Vorgänge rund um die Liquiditätskrise aufarbeiten sollen. Dabei werden nach Informationen aus Unternehmenskreisen nicht nur Zahlen, sondern auch interner Schriftverkehr und Chatnachrichten von Führungskräften ausgewertet. Ergebnisse liegen bisher nicht vor, die Aufklärung sei jedoch im Gange, wie Vorstandschef Frank Hiller erklärte.

Die wirtschaftliche Lage des Konzerns ist seit 2024 angespannt. Damals musste BayWa einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro ausweisen. Betroffen waren fast alle Geschäftsbereiche, lediglich der Obst- und Gemüsehandel konnte sein Ergebnis verbessern, nachdem er im Vorjahr unter Unwettern gelitten hatte. Besonders deutlich war der Rückgang bei den erneuerbaren Energien: Der Umsatz sank hier um 29 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro, das operative Ergebnis rutschte auf minus 732 Millionen Euro.

Auch im laufenden Jahr zeigt sich kein positiver Trend. Zum Ende des ersten Halbjahres 2025 meldete das Unternehmen einen Fehlbetrag von 527,8 Millionen Euro. Ein erheblicher Teil der Verluste ist auf Wertberichtigungen zurückzuführen, die vor allem den Bereich der regenerativen Energien betreffen. Damit bleibt die Krise des Konzerns tiefgreifend und erfordert weitere Klärung sowohl auf rechtlicher als auch auf unternehmerischer Ebene.

BaywaManagement FinanzenUnternehmer

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