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Petrobras erwägt Einstieg bei Ethanolproduzent Raízen

Der Ölkonzern prüft Partnerschaft oder Zukäufe, während Raízen mit Schulden kämpft

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Petrobras erwägt Einstieg bei Ethanolproduzent Raízen

Der staatliche brasilianische Ölkonzern Petrobras prüft einen Einstieg beim Zucker- und Ethanolproduzenten Raízen, um wieder in das Geschäft mit Biokraftstoffen einzusteigen. Laut einem Bericht der Zeitung O Globo wird ein mögliches Investment erwogen, nachdem das Unternehmen 2017 in seinem damaligen Strategieplan den Ausstieg aus der eigenen Biokraftstoffproduktion beschlossen hatte. Nun deutet sich eine Rückkehr in den Sektor an, während Raízen aufgrund finanzieller Schwierigkeiten offen für neue Partner ist.

Petrobras hatte bereits angekündigt, erneut Chancen im Ethanolmarkt auszuloten. Hintergrund ist, dass das Unternehmen seine strategische Ausrichtung überdenkt und neben der klassischen Erdöl- und Gasförderung auch wieder alternative Bereiche ins Auge fasst. Eine Entscheidung über ein Engagement bei Raízen könnte nach den Angaben des Berichts bis Ende des Jahres fallen. Denkbar sei sowohl eine Beteiligung an dem Unternehmen als auch ein Erwerb einzelner Vermögenswerte.

Raízen gilt als weltgrößter Zuckerproduzent und zählt zudem zu den führenden Herstellern von Ethanol. Kontrolliert wird das Unternehmen von Shell und dem brasilianischen Mischkonzern Cosan. Neben der Zucker- und Ethanolproduktion ist Raízen auch im Bereich der Kraftstoffdistribution tätig. Trotz seiner Marktstellung kämpft das Unternehmen mit hoher Verschuldung und operativen Problemen.

Die wirtschaftliche Lage von Raízen hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. Nach schwachen Geschäftszahlen in der vergangenen Woche verzeichnete die Aktie des Unternehmens einen massiven Einbruch und fiel auf ein Rekordtief. In diesem Zusammenhang bestätigte Raízen selbst, dass ein neuer Anteilseigner eine Möglichkeit darstelle, um die finanzielle Situation zu stabilisieren. Auch Cosan bezeichnete die Aufnahme eines Partners als attraktive Option.

Um seine Schuldenlast zu verringern, hat Raízen bereits Gegenmaßnahmen ergriffen. Dazu gehören der Verkauf von Vermögenswerten sowie die Stilllegung einer großen Zuckerfabrik. Diese Schritte sollen die Bilanz entlasten und dem Konzern mehr Spielraum für eine Neuausrichtung verschaffen. Ob Petrobras tatsächlich als neuer Partner in Erscheinung tritt, hängt von den laufenden Prüfungen und der endgültigen Entscheidung des staatlichen Ölkonzerns ab.

Bisher äußerten sich weder Petrobras noch Raízen konkret zu den aktuellen Gesprächen. Die Marktbeobachter warten daher auf weitere Signale, ob und in welcher Form es zu einem Einstieg kommen könnte. Klar ist, dass eine Beteiligung von Petrobras dem angeschlagenen Ethanolhersteller zusätzliche Mittel verschaffen würde, während sich der Ölkonzern den Weg zurück in ein strategisch wichtiges Geschäftsfeld öffnet.

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