BHP meldet niedrigsten Gewinn seit fünf Jahren
Höhere Dividende stützt Aktie trotz schwacher Eisenerzpreise und globaler Unsicherheit

Der weltweit größte börsennotierte Bergbaukonzern BHP hat für das abgelaufene Geschäftsjahr einen deutlichen Gewinnrückgang gemeldet. Das Unternehmen erzielte einen bereinigten Jahresgewinn von 10,16 Milliarden US-Dollar, was einem Minus von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Damit fiel das Ergebnis unter die Erwartungen von Analysten, die mit 10,22 Milliarden US-Dollar gerechnet hatten. Hauptgrund für den Rückgang war die schwache Nachfrage aus China, die zu sinkenden Eisenerzpreisen führte.
Trotz des Gewinnrückgangs überraschte BHP die Anleger mit einer höheren als erwarteten Dividendenausschüttung. Zwar sank die Schlussdividende von 0,74 auf 0,60 US-Dollar je Aktie, doch lag das gesamte Jahresniveau von 1,10 US-Dollar über den Konsensschätzungen von 1,01 US-Dollar. Es handelt sich dennoch um die niedrigste Ausschüttung seit 2017. An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen, die in Sydney notierten Aktien des Unternehmens stiegen im frühen Handel um rund ein Prozent, während der Gesamtmarkt nachgab.
Das Unternehmen begründete die schwächeren Ergebnisse mit einem Überangebot an Eisenerz aus Australien, Brasilien und Südafrika sowie einer reduzierten Stahlproduktion in China, dem wichtigsten Abnehmerland. Der durchschnittlich erzielte Preis für Eisenerz sank um 19 Prozent. Teilweise kompensiert wurde dieser Rückgang durch höhere Kupferpreise, die nach Eisenerz den zweitgrößten Ergebnisbeitrag leisteten.
BHP stellte klar, dass die Nachfrage nach Rohstoffen trotz globaler Unsicherheiten robust geblieben sei. Der Vorstand verwies auf eine unsichere Lage aufgrund veränderter Handels- und Fiskalpolitik sowie Diskussionen über Zölle und geldpolitische Maßnahmen. Trotz dieser Faktoren habe sich der Rohstoffbedarf als widerstandsfähig erwiesen.
Finanziell setzt der Konzern künftig auf eine höhere Verschuldungsspanne. Die Zielmarke für die Nettoverbindlichkeiten wurde von bisher 5 bis 15 Milliarden US-Dollar auf 10 bis 20 Milliarden US-Dollar angehoben. Dies sei eine rein technische Anpassung und keine Ausweitung der Investitionsbereitschaft, betonte das Unternehmen. Dennoch hält BHP Übernahmen in Wachstumsfeldern wie Kupfer und Kaliumdünger für möglich, allerdings nur bei hochwertigen und angemessen bewerteten Projekten.
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Zur AktienanalyseFür die kommenden Jahre plant der Bergbaukonzern umfangreiche Investitionen. In den nächsten zwei Jahren sollen 11 Milliarden US-Dollar in Wachstums- und Explorationsprojekte fließen, nach 9,79 Milliarden im laufenden Geschäftsjahr. Zwischen 2028 und 2030 soll das Investitionsvolumen auf durchschnittlich 10 Milliarden US-Dollar jährlich zurückgehen.
Zu den aktuellen Projekten gehört das Jansen-Kaliprojekt in Kanada, das mit Verzögerungen und Mehrkosten von bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar belastet ist. Außerdem hat sich BHP von seiner Beteiligung am 942 Millionen US-Dollar schweren Nickelprojekt Kabanga in Tansania getrennt. Zusätzlich kündigte der Konzern den Verkauf von Kupfervermögen in Brasilien an, der bis zu 465 Millionen US-Dollar einbringen soll.


