Schroder Managed Balanced: Aktienquote steigt auf 76,1 Prozent
Der Mischfonds von Remi Olu-Pitan und Nick Pearson baut Aktien aus, reduziert Anleihen und schlägt den Sektorvergleich deutlich.

Der Schroder Managed Balanced hat im Zwölfmonatszeitraum bis Ende August 2026 seine Aktienquote spürbar ausgebaut. Wie aus dem aktuellen Fondsupdate von Hargreaves Lansdown hervorgeht, waren Ende August 2026 insgesamt 76,1 % des Fonds in Aktien und 15,5 % in Anleihen investiert. Ein Jahr zuvor, Ende August 2025, lag die Aktienquote noch bei 71,6 %, die Anleihequote bei 20,4 %. Die Verschiebung ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer bewussten taktischen Ausrichtung der Fondsmanager.
Verantwortet wird der Fonds von Remi Olu-Pitan und Nick Pearson. Olu-Pitan ist Head of Multi-Asset Growth and Income und begann ihre Karriere im Jahr 2006, als sie zu Schroders kam. Sie konzentriert sich darauf, welche Arten von Vermögenswerten der Fonds investieren sollte und aus welchen Regionen. Pearson verwaltet den Fonds seit Oktober 2022, trat Schroders im Jahr 2015 bei und arbeitete bereits vor seiner Ernennung zum Manager an diesem Fonds. Er kümmert sich um das tägliche Management und arbeitet eng mit Olu-Pitan zusammen, um zu entscheiden, worin der Fonds investiert und wie groß jede einzelne Position sein soll.
Der Fonds ist Teil der Wealth Shortlist von Hargreaves Lansdown – einer Auswahl von Fonds, die Analysten aufgrund ihres langfristigen Performancepotenzials kuratiert haben. Er bietet ein hohes Maß an Diversifizierung in einer bequemen Investmentlösung und konzentriert sich auf Aktien, mit einigen weiteren Anlagen in Anleihen und alternativen Investments.
Die Details
Beim Schroder Managed Balanced handelt es sich um einen sogenannten „Fund-of-Funds“. Die Manager investieren primär in Fonds, die von anderen Schroders-Fondsmanagern verwaltet werden, können jedoch auch außerhalb des Schroders-Sortiments investieren, wo dies erforderlich ist. Diese Manager investieren kollektiv in Hunderte verschiedener Unternehmen und Anleihen, was dem Portfolio eine breite Streuung verleiht. Das Global Asset Allocation Committee von Schroders trifft sich regelmäßig, um zu entscheiden, wie viel in verschiedene Bereiche und Vermögenswerte investiert werden soll. Dabei profitiert das Komitee von Analysen und Einblicken zahlreicher interner Spezialistenteams.
Der Fonds neigt dazu, Aktien zu bevorzugen, wenn das wirtschaftliche Umfeld positiv ist. In Zeiten der Belastung verschiebt er sich jedoch zu stärker diversifizierten Vermögenswerten wie Anleihen und Barmitteln, um Verluste zu minimieren. Sobald das Asset Allocation Committee empfohlen hat, wo und wie viel investiert werden soll, suchen die Manager nach mehreren verschiedenen Fonds, die diese Ansichten widerspiegeln. Jeder Fonds muss Renditen steigern oder Risiken reduzieren, um seinen Platz im Portfolio zu rechtfertigen.
Im Zeitraum von zwölf Monaten bis Ende August 2026 haben die Manager den in Unternehmensaktien investierten Betrag erhöht und die Investitionen in Anleihen reduziert. Innerhalb des Aktienparts wurden die Investitionen in globale Equity- und Emerging-Market-Fonds aufgestockt. Zusätzlich investierten sie direkt in bestimmte Themen wie Rohstoff- und Finanzunternehmen und reduzierten den in den britischen Aktienmarkt investierten Betrag. Innerhalb des festverzinslichen Teils erhöhten die Manager ihre Investitionen in Emerging-Market-Anleihen und senkten den Betrag in Investment-Grade-Korporatanleihen. Anleger sollten beachten, dass Investitionen in High-Yield-Anleihen, Emerging Markets und Derivate die Risiken erhöhen.
Beim Thema Nachhaltigkeit verweist das Update auf erhebliche Investitionen von Schroders in Environment-, Social- and Governance-Ressourcen (ESG). Jede Investmentabteilung hat Zugriff auf eine Vielzahl von Datenquellen, die in einer proprietären Plattform namens SustainEx zusammengeführt wurden. Sie ermöglicht es Investmentteams, die positiven und negativen Beiträge eines Unternehmens zur Gesellschaft zu quantifizieren. Allen Schroders-Fonds wurde bis Ende 2020 vorgeschrieben, das interne ESG-Akreditierungsverfahren des Unternehmens zu bestehen. Für den Managed Balanced-Fonds bedeutet dies, dass ESG-Risiken in die Investmententscheidungen einbezogen werden – sowohl für den Fonds selbst als auch für die zugrunde liegenden Schroders-Fonds. Ein spezialisierter verantwortungsvoll oder nachhaltig investierender Fonds ist er jedoch nicht.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 08.08.2026 berichtete aktien.news über einen Managementwechsel im Schroders-Haus: Beim Schroder Asian Discovery Fonds verantworten seit Juli 2026 Pablo Riveroll und Mohsin Memon die Verwaltung, nachdem die bisherigen Manager Robin Parbrook und Alex Deane ihre Positionen niedergelegt hatten, um sich auf andere Aufgaben im Fondsmanagement zu konzentrieren. Der Bericht zeigt, dass Schroders sein Fondsangebot derzeit an mehreren Stellen personell umbaut.
Auch im weiteren Umfeld der Multi-Asset-Fonds gab es Bewegung. Am 03.08.2026 berichtete aktien.news über den BNY Mellon Multi-Asset Balanced Fund, der ebenfalls zur Wealth Shortlist zählt und seit 2017 von Simon Nichols geleitet wird. Am selben Tag folgte das August-Update des Premier Miton Multi-Asset Global Growth Fund, der seit seiner Auflegung im Jahr 2010 kontinuierlich vom selben Managementteam betreut wird und auf breite Diversifikation über mehrere Anlageklassen setzt. Beide Berichte ordnen den Schroder Managed Balanced in das Segment der ausgewogenen Mischfonds ein, in dem Anleger zwischen Aktien-, Anleihe- und alternativen Quoten wählen können.
Was das für Anleger bedeutet
Der Fonds ist hochdiversifiziert. Das bedeutet, dass die Auswahl einzelner Aktien oder Anleihen im Vergleich zu Peers keinen bedeutenden Einfluss auf die Leistung hat. Entscheidend sind stattdessen die Allokationsentscheidungen – also wie viel in Aktien und Anleihen investiert wird – sowie die Frage, in welche Bereiche innerhalb dieser Anlageklassen das Geld fließt. Die Manager zielen darauf ab, eine Leistung zu erzielen, die nicht zu stark vom breiteren IA Mixed Investment 40-85% Shares-Sektor abweicht.
Seit Olu-Pitan im März 2011 Managerin wurde, hat der Fonds den Sektor insgesamt übertroffen: Er erzielte eine Rendite von 186,7 % gegenüber einer sektoralen Durchschnittsrendite von 165,1 %. Eine Garantie, dass dies so bleibt, gibt es nicht, und es gab Perioden, in denen die Leistung vom Benchmark abwich. Im vergangenen Jahr übertraf der Fonds seine Peers im IA Mixed Investment 40-85% Shares-Sektor mit 15,1 % gegenüber 12,1 %. Aktien lieferten die größten positiven Renditebeiträge. Die Reduzierung der Anleihequote und der Ausbau der Aktienquote trugen zu dieser Leistung bei. Taktische Investitionen in Unternehmen aus den Bereichen Rohstoffe, US-Technologie, Finanzwesen und Japan verliefen gut, ebenso Investitionen in alternative Vermögenswerte. Diese Gewinne wurden teilweise durch Verluste bei anderen taktischen Investitionen ausgeglichen, etwa bei asiatischen Technologieunternehmen und Emerging-Market-Anleihen, sowie durch Verluste bei Staatsanleihen.
Bei den Kosten nennt das Update eine laufende Kostenquote von 0,93 %. Über Hargreaves Lansdown lässt sich nach Angaben des Anbieters eine laufende Ersparnis von 0,59 % sichern, sodass Anleger laufende Kosten von 0,34 % zahlen. Der Fonds sei damit im Vergleich zu seinen Peers im IA Mixed Investment 40-85% Shares-Sektor attraktiv bewertet. Der Fondsrabatt wird über einen Treuebonus erreicht, der steuerpflichtig sein kann, wenn er außerhalb eines ISA oder SIPP gehalten wird. Hinzu kommt eine HL-Plattformgebühr von bis zu 0,35 % pro Jahr, die im HL Junior ISA entfällt. Kauf- und Verkaufsaufträge unterliegen den HL-Handelsgebühren.
Ausblick
Die Analysten erwarten, dass der Fonds kurzfristig ähnlich wie seine Peers performt und über längere Zeiträume eine Outperformance erzielt. Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor ist die Übernahme: Am 1. Oktober 2026 kaufte Nuveen, ein US-amerikanisches Investmentmanagement-Unternehmen, Schroders. Die Auswirkungen auf die Kultur von Schroders sind laut Update noch nicht absehbar. Die Analysten beabsichtigen, die Entwicklung in den kommenden 12 bis 24 Monaten zu beobachten, während die beiden Unternehmen zusammengeführt werden.
Kurz erklärt
- Fund-of-Funds: Ein Fonds, der sein Kapital nicht direkt in einzelne Wertpapiere, sondern in andere Fonds anlegt.
- Laufende Kosten: Die jährlichen Kosten eines Fonds für Verwaltung und Betrieb, angegeben als Prozentsatz des angelegten Vermögens.
- Multi-Asset-Fonds: Ein Fonds, der über mehrere Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und alternative Werte streut.
- ESG: Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, die bei Investmententscheidungen berücksichtigt werden.
- Wealth Shortlist: Eine von Analysten zusammengestellte Auswahl von Fonds mit langfristigem Performancepotenzial.
