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SAP überzeugt mit Rekordquartal: Cloud-Backlog wächst um 26 Prozent

Europas größter Softwarekonzern übertrifft die Erwartungen deutlich und hebt die Cloud-Prognose für 2026 an.

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SAP überzeugt mit Rekordquartal: Cloud-Backlog wächst um 26 Prozent

SAP hat im dritten Quartal 2026 die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Der Cloud-Auftragsbestand (Current Cloud Backlog) wuchs um 26 Prozent und lag damit drei Prozentpunkte über der Konsensschätzung. Auch der Cloud-Umsatz legte um 25 Prozent zu.

Erstmals in der Unternehmensgeschichte überschritt der Quartalsumsatz die Marke von zehn Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis kletterte erstmals über drei Milliarden Euro. Das EBIT stieg um 18 Prozent und übertraf die Analystenerwartung um mehr als vier Prozent.

Vorstandschef Christian Klein sprach von einem starken Ergebnis: "Wir hatten ein ausgezeichnetes drittes Quartal". Finanzvorstand Dominik Asam bezeichnete die Zahlen als "ein Beleg für die Stärke und Skalierbarkeit unseres Geschäftsmodells".

Cloud-Backlog als wichtigster Frühindikator

Für Anleger ist vor allem der Cloud-Auftragsbestand von Bedeutung. Er gilt als wichtigster Indikator für das künftige Geschäft, weil er bereits vertraglich zugesagte, aber noch nicht abgerechnete Cloud-Erlöse abbildet. Ein Wachstum von 26 Prozent signalisiert, dass Kunden langfristig auf die Cloud-Produkte des Walldorfer Konzerns setzen.

Auf Basis dieser Entwicklung hob SAP die Jahresprognose für die Clouderlöse an. Für 2026 erwartet das Unternehmen nun Cloud-Erlöse zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro, was einer Wachstumsrate von 23 bis 25 Prozent entspricht. Das Gesamtumsatzwachstum dürfte 2026 ähnlich ausfallen wie 2025, als es 10,6 Prozent betrug. Für 2027 stellt SAP eine Beschleunigung in Aussicht.

Aktie dreht nach Juli-Tief kräftig ins Plus

Die Börse reagierte positiv. Nachbörslich legte die SAP-Aktie zeitweise um vier Prozent zu. Damit setzt sie ihren Erholungskurs fort: Seit ihrem Tief im Juli, als sie unter 130 Euro notierte, ist der Kurs um über 50 Prozent gestiegen. Aktuell bewegt sich das Papier oberhalb von 200 Euro.

Der Kontrast zu Jahresbeginn zeigt, wie sensibel der Markt auf den Backlog reagiert. Ende Januar reichte ein Wachstum von 25 statt 26 Prozent beim Q4-2025-Backlog aus, um die Aktie um 16 Prozent einbrechen zu lassen. Schon ein Prozentpunkt Unterschied kann also erhebliche Kursbewegungen auslösen.

KI-Skepsis bleibt Belastungsfaktor

Trotz der starken Zahlen bleibt eine Sorge der Börsianer bestehen: die Furcht, dass "AI eats Software" – also dass KI die klassischen Softwarehersteller verdrängt. Anbieter wie OpenAI und Anthropic gelten als Bedrohung für etablierte Softwarekonzerne. SAP kämpft seit rund einem Dreivierteljahr mit dieser Skepsis, auch Salesforce und Adobe sind betroffen.

Analyst Maximilien Pascaud von Baader Europe/AlphaValue bemängelt, dass SAP bislang keine konkrete Kennzahl zum KI-Beitrag liefert: "SAP bleibt vage beim tatsächlichen Beitrag von KI". Er erwartet eine entsprechende Kennzahl im Geschäftsbericht 2026, der auf einer Konferenz Ende Januar 2027 vorgestellt werden soll.

Für Privatanleger bedeutet das: Die operativen Zahlen sind stark, doch die Bewertung hängt auch davon ab, ob SAP den KI-Faktor künftig messbar macht. Wer in die Aktie investiert, sollte sowohl den Cloud-Backlog als auch die angekündigte KI-Kennzahl im Blick behalten. Beide Größen dürften darüber entscheiden, ob der jüngste Kursanstieg nachhaltig ist.

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