iPhone Duo: Apple-Fans stürmen Läden zum faltbaren iPhone
Apples erstes faltbares iPhone ist im Handel – weltweit bildeten sich Schlangen vor den Filialen.

Apple hat am Freitag sein erstes faltbares iPhone in den Läden aufgelegt. Das iPhone Duo sorgte weltweit für Schlangen vor den Filialen – von Singapur und Shanghai bis nach London und Berlin. Fans und Verbraucher drängten sich, um das neue Gerät in die Hand zu bekommen, wie die Nachrichtenagentur Reuters am 23. Oktober berichtete.
Erste Tests lobten das Design des Duo sowie das kaum sichtbare Scharnier. Kritik gab es jedoch an mehreren Punkten: Kompromisse bei der Kamera, Apps, die noch nicht an das neue Display angepasst sind, und die Tatsache, dass das Gerät im gefalteten Zustand für schnelle Aufgaben weniger handlich ist. Damit steht das teuerste und ungewöhnlichste Handydesign von Apple erstmals im direkten Urteil der Kunden.
Die Details
Die Wartenden berichteten von sehr unterschiedlichen Motiven. Der Wohltätigkeitsmanager Paul Francis, 53, stand im Londoner Geschäft seit dem Vorabend im Regen. „Nun, manche halten es für wahnsinnig. Dazu zähle ich mich selbst. Ich war gestern Abend ab halb zehn im strömenden Regen hier, um anzuschließen und mir ein neues Telefon zu besorgen“, sagte er. „Wenn Apple ein neues Gerät wie ein Flip-Phone herausbringt, bin ich bereit, dafür im strömenden Regen zu warten.“
Die Gesundheitsverwalterin Patricia Alves, 29, ebenfalls in London, zeigte sich nach anfänglicher Skepsis überzeugt. „Ich hatte Bedenken aufgrund der Videos mit den Tests, aber es ist tatsächlich sehr gut“, sagte sie. „Die Vorbestellung war, wie gesagt, so etwas wie ein ‚Blutbad‘, aber wir haben es geschafft.“
In Berlin fiel das Urteil differenzierter aus. Der iPhone-Fan Jerome Schaeffer nannte den Preis „relativ hoch“ und verwies darauf, dass viele Softwarefunktionen in der EU noch nicht verfügbar seien. „Dennoch hat sich gezeigt, dass es ein sehr schönes Hardwaregerät ist“, sagte er. Der iPhone-Fan Patrick Wolter hob dagegen den Nutzen zweier Bildschirme hervor: „Was mich wirklich überzeugt, ist die Tatsache, zwei Bildschirme zu haben – zwischen ihnen ziehen und ablegen zu können.“ Er ergänzte: „Ich fand es immer mühsam, ein separates Tablet mit herumzutragen. . . Langfristig wird dies wahrscheinlich diese anderen (Tablet-)Geräte ersetzen.“
In London beschrieb der Student Hugo Marfani, 21, seine Begeisterung: „Ich bin ein Fanboy, ich war immer begeistert von den iPhone-Launches, aber dieser hier ist wirklich etwas Cooles.“ Zum Gerät selbst sagte er: „Er ist viel dünner, als ich dachte. Und er lässt sich wirklich cool bedienen und falten. Er hat einen solchen großartigen, befriedigenden Klick.“ Der Student Martin Demeter, 21, verwies auf die Verfügbarkeit: „Ich wollte anstehen, weil der Bestand offensichtlich recht begrenzt ist. Wenn ich gewartet hätte, müsste ich es erst im Januar bekommen. Ich wollte einfach nicht bis zum Januar warten.“
Der Wohlfahrtsmitarbeiter Cameron Cuthbertson, 33, sieht in der Technik die Zukunft: „Ich denke, das Falttelefon ist der Weg der Zukunft, weil man damit im Vergleich zu herkömmlichen Telefonen so viel mehr tun kann.“ In Shanghai äußerte der Kunde und Mitarbeiter des Gesellschaftsbereichs Liu Wei, 26, Vorbehalte: „Vielleicht erscheinen sie beim ersten Anblick beeindruckend. Aber wenn man sie über einen längeren Zeitraum nutzt, gibt es möglicherweise einige Schwächen in der Software. . . Deshalb habe ich sie am Launchtag gekauft, um sie auszuprobieren.“ Der Kunde und Mitarbeiter der Spielindustrie Lucas Li, 36, sagte: „Jetzt, da Apple in den Markt eingetreten ist, besteht die Hoffnung, dass sie (Faltgeräte) Mainstream werden.“ Ein 33-jähriger männlicher Büromitarbeiter, der im Tokioter Geschäft den Kauf erwog, nannte einen konkreten Vorteil: „Der große Bildschirm macht es perfekt zum Anschauen von Videos und Lesen von Manga.“
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 01.10.2026 berichtete aktien.news, dass Apple rund 6 Millionen Einheiten des iPhone Duo abzusetzen plant. Diese Zahl geht aus einer Schätzung des Marktforschungsinstituts Counterpoint Research hervor. Beim iPhone Duo handelt es sich um das erste Smartphone des Konzerns mit einem Klappdisplay. Die Apple-Aktie (AAPL) legte damals am Mittwoch zu. Die Prognose von Counterpoint Research steht und fällt mit der Frage, wie gut es Apple gelingt, die Produktion des neuartigen Handys hochzufahren. Zudem sollte Apple mit der Annahme von Vorbestellungen für das iPhone Duo beginnen; ein genaues Datum für den Start der Vorbestellungen nannte die Quelle damals nicht.
Am 16.10.2026 meldete aktien.news, dass die Apple-Aktie (AAPL) im Vorhandel 1,6 Prozent zugelegt hat. Auslöser waren zwei zeitlich zusammenfallende Ereignisse: der Start der Vorbestellungen für das iPhone Duo und eine regulatorische Genehmigung für Apple Intelligence in China. Damit rückte die Aktie wieder nah an ihr 52-Wochen-Hoch von 348,15 Dollar heran. Der Vorbestellungsstart für das iPhone Duo erfolgte um 5 Uhr Pacific Time. Das Gerät ist das erste faltbare Smartphone von Apple und kommt mit einem Einstiegspreis von 1.999 Dollar auf den Markt. Für Anleger war das erstmals eine Echtzeiteinschätzung der Konsumentenakzeptanz für Apples kühnstes und teuerstes Handydesign bisher. Parallel meldete Apple-Chef Tim Cook am Donnerstag.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist der Launch des iPhone Duo vor allem ein Stimmungstest. Die Aktie (AAPL) hatte im Vorfeld der Vorbestellungen zugelegt und sich dem 52-Wochen-Hoch von 348,15 Dollar genähert. Nun entscheidet sich, ob die Nachfrage im Handel die Erwartungen stützt. Die von Counterpoint Research geschätzten rund 6 Millionen Einheiten sind dabei die zentrale Orientierungsgröße, die maßgeblich davon abhängt, wie gut Apple die Produktion hochfahren kann.
Auffällig ist die Bandbreite der Kundenreaktionen. Während einige Käufer das Design, das Scharnier und die Zwei-Bildschirm-Bedienung loben, nennen andere den Preis, fehlende Softwarefunktionen in der EU und noch nicht angepasste Apps als Schwächen. Diese Rückmeldungen sind relevant, weil sie Hinweise darauf geben, ob sich das faltbare Format über die frühen Käufer hinaus durchsetzt. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Die weitere Entwicklung hängt an mehreren im Quelltext genannten Punkten: der Frage, wie gut Apple die Produktion des neuartigen Handys hochfahren kann, und der Verfügbarkeit des Geräts. Ein Kunde in London verwies darauf, dass der Bestand „offensichtlich recht begrenzt“ sei und ein späterer Kauf erst im Januar möglich wäre. Zudem bleibt offen, wann weitere Softwarefunktionen in der EU verfügbar sein werden. Ob sich Faltgeräte als Mainstream durchsetzen, ist laut einem Shanghaier Kunden eine Hoffnung, die mit Apples Markteintritt verbunden wird.
Kurz erklärt
- Faltdisplay: Ein biegsamer Bildschirm, der sich zusammenklappen lässt und so ein größeres Display im kleineren Gehäuse ermöglicht.
- Scharnier: Das mechanische Gelenk, das die beiden Hälften eines faltbaren Geräts verbindet und das Auf- und Zuklappen erlaubt.
- Vorbestellung: Eine Bestellung vor dem offiziellen Verkaufsstart, mit der Kunden sich ein Gerät frühzeitig sichern.
