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Russland verdrängt OPEC vom indischen Ölmarkt

Rohölimporte aus dem Nahen Osten sinken auf mehrjährige Tiefststände

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 Russland verdrängt OPEC vom indischen Ölmarkt

Der Anteil von OPEC-Öl an den indischen Rohölimporten ist im Haushaltsjahr 2024/25 auf ein Rekordtief gesunken. Hauptursache dafür ist der weiterhin starke Zufluss von vergleichsweise günstigem Öl aus Russland, das im dritten Jahr in Folge wichtigster Lieferant für Indien war. Nach Angaben aus Handels- und Industriekreisen hat das südasiatische Land durchschnittlich 4,88 Millionen Barrel Rohöl pro Tag importiert, was einem Anstieg von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Die Importe aus Russland erhöhten sich im selben Zeitraum um 7,3 Prozent auf 1,76 Millionen Barrel täglich. Dadurch stieg Russlands Anteil an den indischen Ölimporten geringfügig auf 36 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil der OPEC-Staaten leicht auf 48,5 Prozent. Obwohl Russland kein Mitglied der OPEC ist, konkurriert das Land zunehmend mit deren führenden Produzenten, insbesondere aus dem Nahen Osten.

Die veränderten Handelsströme sind auf geopolitische Spannungen und höhere Preise einiger traditioneller Lieferländer zurückzuführen. Vor allem die westlichen Sanktionen gegen Russland im Zuge des Ukraine-Kriegs haben dazu geführt, dass russisches Öl zu günstigeren Konditionen angeboten wird. Dies hat Indien dazu veranlasst, seine Bezugsquellen stärker zu diversifizieren und auch auf weiter entfernte Anbieter wie Russland zurückzugreifen.

Irak und Saudi-Arabien waren im Berichtsjahr nach Russland die zweit- und drittwichtigsten Ölquellen für Indien. Die Importe aus Saudi-Arabien erreichten dabei den niedrigsten Stand seit 14 Jahren. Auch die Einfuhren aus dem Irak fielen auf den tiefsten Wert seit vier Jahren. Brancheninsider führten den Rückgang unter anderem auf die erhöhten offiziellen Verkaufspreise zurück, die der staatliche saudische Ölkonzern Saudi Aramco über weite Teile des Jahres hinweg festgesetzt hatte.

Der geringere Bezug aus Saudi-Arabien und dem Irak führte insgesamt zu einem Rückgang des Anteils der Öllieferungen aus dem Nahen Osten an den indischen Gesamtimporten. Im März dieses Jahres stiegen die russischen Öllieferungen nach Indien gegenüber dem Vormonat um rund elf Prozent auf 1,7 Millionen Barrel pro Tag, den höchsten Wert seit fünf Monaten. Insgesamt importierte Indien im März 5,3 Millionen Barrel pro Tag, was einem Anstieg von 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat entspricht. Die Vereinigten Staaten waren im März viertgrößter Öllieferant für Indien.

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