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Ölpreise steigen wegen Sanktionen und Kürzungen

USA zielen auf Iran-Handel, OPEC reagiert mit neuen Förderplänen

 Ölpreise steigen wegen Sanktionen und Kürzungen

Die Ölpreise sind weiter gestiegen, nachdem die US-Regierung neue Sanktionen gegen Importeure von iranischem Öl verhängt hat. Gleichzeitig kündigten mehrere OPEC-Mitglieder zusätzliche Produktionskürzungen an, um Überschreitungen früherer Fördergrenzen auszugleichen. Diese Entwicklungen lassen auf eine Verknappung des Angebots schließen, was die Märkte spürbar beeinflusste. Die Sorte Brent stieg um 55 Cent oder 0,8 Prozent auf 66,40 US-Dollar pro Barrel. Der US-Ölpreis West Texas Intermediate (WTI) legte um 66 Cent oder 1,1 Prozent auf 63,13 US-Dollar zu. Beide Referenzsorten hatten bereits am Vortag rund zwei Prozent zugelegt und damit den höchsten Stand seit dem 3. April erreicht.

Die jüngsten Maßnahmen der Vereinigten Staaten zielen auf chinesische Abnehmer iranischen Öls, darunter auch eine unabhängige Raffinerie. Sie erhöhen den Druck auf Teheran im Kontext der laufenden Diskussionen um das iranische Atomprogramm. Parallel dazu hat die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) überarbeitete Kürzungspläne aus Ländern wie Irak und Kasachstan erhalten. Diese sollen die über den vereinbarten Quoten liegende Fördermenge ausgleichen.

Marktbeobachter sehen mehrere Faktoren für die aktuelle Preisentwicklung. Neben der politischen Lage werden auch technische Gründe genannt, wie etwa das Eindecken von Short-Positionen und der schwächere US-Dollar, der Rohölkäufe günstiger macht. Analysten gehen davon aus, dass der WTI-Preis auf 65 bis 67 US-Dollar steigen könnte. Angesichts einer stagnierenden US-Wirtschaft und sich abschwächender Wachstumsprognosen für China sehen sie jedoch begrenztes weiteres Potenzial.

Ein weiterer Faktor für den Preisanstieg ist die Entwicklung der US-Lagerbestände. Während die Rohölvorräte nur leicht zunahmen, wurden bei Benzin und Destillaten starke Rückgänge verzeichnet. Dies deutet auf mögliche Engpässe in der Raffineriekapazität hin. Sorgen vor einem Überangebot durch US-Öl traten dadurch etwas in den Hintergrund.

Trotz der jüngsten Preisgewinne haben OPEC, die Internationale Energieagentur sowie Banken wie Goldman Sachs und JP Morgan ihre Prognosen für Ölpreise und Nachfragewachstum gesenkt. Hintergrund ist die durch neue US-Zölle und Gegenmaßnahmen anderer Länder ausgelöste Unsicherheit im Welthandel. Die Welthandelsorganisation rechnet mittlerweile mit einem Rückgang des Warenhandels um 0,2 Prozent im laufenden Jahr, nachdem im Oktober noch ein Wachstum von drei Prozent prognostiziert worden war.

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