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Panamakanal: LPG-Tanker zahlt 4 Millionen Dollar für Vorrang

Die Kanalbehörde relativiert einen Auktionspreis von 4 Millionen Dollar – und verweist auf gestiegenen Verkehr durch den Iran-Krieg.

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Panamakanal: LPG-Tanker zahlt 4 Millionen Dollar für Vorrang

Die Panamakanal-Behörde hat am Donnerstag einen Medienbericht heruntergespielt, wonach ein LPG-Tanker in einer Auktion 4 Millionen US-Dollar gezahlt haben soll, um die Warteschlange bei der Kanaldurchfahrt zu überspringen. Die Behörde erklärte, das Ergebnis spiegele lediglich „vorübergehende Marktveränderungen" wider und sei keine vom Kanal selbst festgelegte Gebühr.

Der Bericht stammt ursprünglich von Bloomberg News und sorgte für Aufsehen in der Schifffahrtsbranche. Die Kanalbehörde bestätigte in ihrer Stellungnahme die genaue Summe von 4 Millionen Dollar nicht, wies jedoch darauf hin, dass Auktionswerte von einer Vielzahl von Faktoren abhängen – darunter die Dringlichkeit der Kunden, kommerzielle Prioritäten, Frachtraten, Bunkerpreise sowie globale Angebots- und Nachfragebedingungen.

„Das jüngste Ergebnis einer Auktion, die einem LPG-Tanker den Zuschlag erteilte, spiegelt vorübergehende Marktveränderungen wider und ist nicht das Ergebnis eines vom Panamakanal festgelegten Tarifs", erklärte die Behörde in einem offiziellen Statement.

Hintergrund: Iran-Krieg treibt Verkehr durch den Kanal

Der Anstieg des Verkehrsaufkommens am Panamakanal steht in direktem Zusammenhang mit den geopolitischen Spannungen rund um den Iran-Krieg. Die Störung der Handelsströme zwingt Käufer dazu, nach alternativen Lieferquellen zu suchen, was die Verschiffungen von den Vereinigten Staaten nach Asien und in andere Regionen deutlich ankurbelt. Der Kanal profitiert damit von einer Umlenkung des globalen Handels.

Die Kanalbehörde betonte, dass Auktionen nur einer von mehreren Mechanismen zur Sicherung eines Transitfensters seien. Sie würden hauptsächlich von Kunden genutzt, die kurzfristige Planungssicherheit benötigen. Wer also schnell und ohne lange Wartezeit durch den Kanal möchte, kann sich einen Platz ersteigern – zu einem Preis, den der Markt bestimmt.

Verkehrszahlen auf Rekordkurs

Die aktuellen Verkehrsdaten unterstreichen die hohe Auslastung der Wasserstraße. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2026 verzeichnete der Panamakanal insgesamt 6.288 Durchfahrten von Hochseeschiffen – ein Anstieg von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der tägliche Durchschnitt kletterte im Januar auf 34 Schiffe und stieg im März auf 37 Schiffe. An Spitzentagen wurden sogar mehr als 40 Durchfahrten registriert.

Stand Donnerstag hatten 102 Schiffe Reservierungen für die Kanaldurchfahrt gebucht, während 25 weitere Schiffe ohne gebuchte Zeitfenster auf ihre Passage warteten. Die Behörde räumte zudem ein, dass ihre offiziellen Wartezeiten die tatsächlichen Verzögerungen möglicherweise überbewerten könnten. Der Grund: Das System zählt auch Schiffe als wartend, die vor ihrem reservierten Transitfenster eintreffen – selbst wenn sie schlicht verfrüht angekommen sind.

Die Kanalbehörde versicherte abschließend, dass sie trotz der Volatilität im Welthandel und anhaltender geopolitischer Spannungen weiterhin zuverlässig arbeite. Für deutsche Importeure und Exporteure, die auf Verschiffungen über den Panamakanal angewiesen sind, bleibt die Entwicklung der Auktionspreise und Wartezeiten ein wichtiger Indikator für die Kosten globaler Lieferketten.

6.288

Hochsee-Durchfahrten in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2026 -

+3,7 %

Anstieg gegenüber dem Vorjahr -

37 Schiffe

täglich im Durchschnitt im März -

102 Schiffe

mit Reservierungen,

25 Schiffe

ohne Buchung wartend (Stand Donnerstag) -

4 Millionen Dollar

– umstrittener Auktionspreis für einen LPG-Tanker laut Bloomberg

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