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Ölpreise steigen nach Trumps Zoll-Drohungen

Markt reagiert auf mögliche Lieferausfälle und OPEC+ plant Produktionsausweitung im September

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Ölpreise steigen nach Trumps Zoll-Drohungen

Die Ölpreise haben sich deutlich erholt, nachdem US-Präsident Donald Trump mit Strafzöllen auf indische Waren gedroht hatte – als Reaktion auf Indiens anhaltende Importe von russischem Rohöl. Diese Entwicklung nährt Sorgen über mögliche Angebotsstörungen auf dem globalen Energiemarkt und führte dazu, dass Brent-Rohöl um 48 Cent auf 68,12 US-Dollar pro Barrel stieg. Auch der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate legte um 43 Cent auf 65,59 US-Dollar zu.

Beide Referenzsorten hatten am Vortag jeweils über einen Dollar verloren und damit den tiefsten Stand seit fünf Wochen erreicht. Der Rückgang war eine Reaktion auf das Vorhaben der OPEC+, ab September die tägliche Fördermenge um 547.000 Barrel zu erhöhen. Diese Entscheidung beendet die zuletzt geltenden Förderkürzungen früher als ursprünglich geplant. Das Bündnis, bestehend aus der Organisation erdölexportierender Länder und weiteren Förderstaaten, produziert etwa die Hälfte des weltweiten Ölangebots und hatte in den vergangenen Jahren seine Produktion gedrosselt, um den Markt zu stabilisieren.

Die von Trump ins Spiel gebrachten Sekundärsanktionen gegen Käufer von russischem Öl sorgen nun für zusätzliche Unsicherheit. Marktbeobachter schließen nicht aus, dass auch chinesische Ölimporte unter Druck geraten könnten. Sollten neben Indien auch andere Abnehmer russisches Öl meiden, könnte dies tiefgreifende Auswirkungen auf den globalen Energiemarkt haben.

Indien reagierte scharf auf die jüngsten Aussagen Trumps. Die Regierung in Neu-Delhi bezeichnete die angekündigten Zölle als ungerechtfertigt und betonte, man werde die eigenen wirtschaftlichen Interessen entschlossen verteidigen. Unterdessen wird spekuliert, ob Indien seine Importe russischen Rohöls tatsächlich zurückfahren wird. Sollte dies geschehen, wäre eine Angebotsverknappung denkbar, allerdings sehen Marktstrategen das globale Versorgungssystem als widerstandsfähig genug, um diesen Ausfall zu kompensieren.

US-Wirtschaftsdaten gaben dem Ölpreis zusätzlich Auftrieb. Die amerikanischen Rohölvorräte sind in der vergangenen Woche um 4,2 Millionen Barrel gesunken – deutlich mehr als die erwarteten 600.000 Barrel. Diese Zahlen stützen die Einschätzung, dass der Markt trotz der Förderausweitung durch die OPEC+ weiter robust bleibt. Die offiziellen Lagerdaten der US-Energiebehörde werden im Laufe des Tages erwartet.

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