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Ölpreise stabil nach Trumps Zollentscheidungen

Strafmaßnahmen dämpfen Wachstumserwartungen, doch russische Lieferbedrohung stützt den Markt

Ölpreise stabil nach Trumps Zollentscheidungen

Die Ölpreise haben sich am Freitag stabilisiert, nachdem sie in der vorherigen Sitzung um mehr als ein Prozent gefallen waren. Marktteilnehmer bewerteten die möglichen Folgen neuer US-Zölle, die das globale Wirtschaftswachstum bremsen und damit auch die Nachfrage nach Kraftstoffen verringern könnten. Der Preis für Brent-Rohöl stieg um 4 Cent auf 71,74 US-Dollar pro Barrel, während US-Leichtöl (WTI) um einen Cent auf 69,27 US-Dollar zulegte.

Trotz der verhaltenen Tagesentwicklung zeichnete sich für beide Sorten ein deutliches Wochenplus ab. Brent legte in dieser Woche voraussichtlich um 4,9 Prozent zu, während WTI um 6,4 Prozent steigen dürfte. Hintergrund ist unter anderem eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump: Er drohte Anfang der Woche mit Strafzöllen auf Käufer von russischem Öl, insbesondere China und Indien, um Russland zum Rückzug aus dem Krieg gegen die Ukraine zu bewegen.

Am Freitag jedoch richtete sich die Aufmerksamkeit der Investoren stärker auf die neuen, umfassenden Zollmaßnahmen, die Trump per Dekret erließ. Diese betreffen Dutzende Länder und Regionen, darunter Kanada, Indien und Taiwan. Die Zölle, die zwischen 10 und 41 Prozent liegen, sollen ab dem 1. August gelten und richten sich gegen Staaten, mit denen bis dahin kein Handelsabkommen erzielt werden konnte.

Ökonomen sehen in diesen Maßnahmen ein Risiko für das Wirtschaftswachstum. Höhere Importpreise könnten die Kaufkraft schwächen und dadurch auch die Ölnachfrage dämpfen. Bereits jetzt gibt es Hinweise auf einen inflationsbedingten Preisanstieg in den USA, dem weltweit größten Ölverbraucher. Im Juni war die Inflation gestiegen – unter anderem aufgrund höherer Preise für importierte Haushalts- und Freizeitprodukte, die durch bestehende Zölle belastet wurden.

Diese Entwicklung nährt die Erwartung, dass der Inflationsdruck in der zweiten Jahreshälfte zunehmen könnte. Eine Zinssenkung der US-Notenbank dürfte sich deshalb auf frühestens Oktober verschieben. Auch das hat Auswirkungen auf den Ölmarkt, denn hohe Zinsen bremsen das Wachstum und damit auch den Energiebedarf.

Parallel dazu haben Trumps Drohungen mit 100-prozentigen Sekundärzöllen auf Käufer russischen Öls für Verunsicherung gesorgt. Analysten von JP Morgan gehen davon aus, dass dadurch bis zu 2,75 Millionen Barrel russisches Öl pro Tag vom Markt verschwinden könnten. Besonders betroffen wären China und Indien, die zu den größten Abnehmern russischen Rohöls zählen.

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