Suncor übertrifft Prognosen mit steigender Produktion
Raffinerien besser ausgelastet – Investitionsausblick deutlich nach unten korrigiert

Suncor Energy hat im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen. Ausschlaggebend dafür war eine gesteigerte Produktion, die schwache Rohstoffpreise kompensierte. Der kanadische Ölproduzent meldete für das Quartal bis zum 30. Juni einen bereinigten Gewinn von 71 kanadischen Cent je Aktie, während der Analystenkonsens laut LSEG-Daten bei 69 Cent lag. Die Produktionsmenge im Upstream-Segment stieg im Vergleich zum Vorjahr von 770.600 Barrel pro Tag auf 808.100 Barrel.
Auch in der Weiterverarbeitung legte das Unternehmen zu: Der Raffineriedurchsatz kletterte um 2,6 Prozent auf 442.000 Barrel pro Tag. Die Raffinerieauslastung verbesserte sich von 92 Prozent im Vorjahr auf nun 95 Prozent. Die starke Quartalsleistung führt Suncor-CEO Rich Kruger auf die erfolgreiche Umsetzung umfangreicher Wartungsmaßnahmen im Upstream- und Downstream-Bereich zurück. Diese seien sicher und vor dem Zeitplan abgeschlossen worden.
Im Gegensatz dazu hatte der Mitbewerber Imperial Oil in der Vorwoche rückläufige Gewinne gemeldet. Dort führten geringere Raffinerieauslastung und niedrige Ölpreise zu einem Ergebnisrückgang im zweiten Quartal. Üblicherweise fällt das zweite Quartal bei kanadischen Ölproduzenten in die Phase intensiver Wartungsarbeiten, was zu temporären Produktionsstillständen führen kann.
Die kanadische Ölindustrie profitiert derzeit von der Erweiterung der Trans-Mountain-Pipeline. Sie ermöglicht einen besseren Zugang zu internationalen Märkten und verringert damit die Abhängigkeit von der US-Pipeline-Infrastruktur. Inzwischen wickelt diese Pipeline rund neun Prozent der gesamten kanadischen Rohölexporte ab. Insgesamt exportiert Kanada etwa vier Millionen Barrel Öl pro Tag in die Vereinigten Staaten.
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Zur AktienanalyseSuncor hat zudem die Prognose für die Investitionsausgaben im laufenden Jahr gesenkt. Statt der bisher erwarteten 6,1 bis 6,3 Milliarden kanadischen Dollar liegt die neue Spanne zwischen 5,7 und 5,9 Milliarden Dollar. Das Unternehmen mit Sitz in Calgary, Alberta, setzt damit angesichts des aktuellen Marktumfelds auf eine zurückhaltendere Investitionsstrategie.

