Nvidia, Broadcom und TSMC: Aus 3.000 Dollar könnten 9.000 werden
The Motley Fool sieht ein Portfolio aus fünf Nvidia-, drei Broadcom- und zwei TSMC-Aktien bis Ende 2030 mehr als verdreifacht.

Wer 3.000 US-Dollar in Aktien aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) anlegen möchte, könnte mit einem Portfolio aus Nvidia, Broadcom und Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) kaum etwas falsch machen. Zu diesem Schluss kommt der US-Finanzdienst The Motley Fool in einer am 18. Oktober 2026 veröffentlichten Analyse. Mit einem Kapital von 3.000 Dollar ließen sich fünf Anteile an Nvidia, drei an Broadcom und zwei an TSMC für weniger als 3.000 Dollar erwerben.
Halte der Ausbau der KI-Infrastruktur an, so die Einschätzung, sei diese Investition bis Ende 2030 über 9.000 Dollar wert. Das entspräche einer mehr als dreifachen Rendite in etwas mehr als vier Jahren. Als größtes Risiko benennt die Analyse eine Verlangsamung des KI-Marktes. Derzeit scheine das Wachstum jedoch robust, und die Nachfrage nach KI-Chips übersteige das Angebot.
Die Rechnung beruht auf den Kursständen vom 16. Oktober 2026 (16:00 Uhr ET) und auf Prognosen des Autors, nicht auf gesicherten Ergebnissen. Der Beitrag gliedert sich in drei Einzelbetrachtungen, die jeweils mit einem eigenen Kursziel für das Jahr 2030 enden.
Die Details
Nvidia gilt in der Analyse als der „König" im KI-Segment, vor allem dank seiner Grafikprozessoren (GPUs). Das Unternehmen wachse weiterhin rasant und habe bereits ein Umsatzwachstum von 70 Prozent im nächsten Geschäftsjahr prognostiziert. Analysten erwarten derzeit, dass der Umsatz von Nvidia im Geschäftsjahr 2031, das im Januar 2031 endet, auf fast 1,2 Billionen Dollar steigt und der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) 28,79 Dollar erreicht.
Der Autor hält diese Schätzungen für zu niedrig. Nvidia habe die Analystenerwartungen in den vergangenen Jahren konsistent übertroffen, und er geht davon aus, dass sich dies fortsetzt. Auf Basis eigener Berechnungen erwartet er für das Geschäftsjahr 2031 einen Umsatz von über 1,9 Billionen Dollar und einen bereinigten Gewinn von fast 41,50 Dollar pro Aktie. Bei einer Neubewertung auf ein Forward-KGV von 20 würde die Aktie damit auf 830 Dollar steigen — eine nahezu vierfache Steigerung. Die fünf Anteile wären im Jahr 2030 demnach 4.150 Dollar wert.
Bei Broadcom setzt die Analyse auf einen anderen Treiber: Hyperscaler wenden sich zunehmend benutzerdefinierten KI-Chips zu, um Kosten zu senken. Das Unternehmen, das sie häufig zur Entwicklung dieser Chips hinzuziehen, ist Broadcom. Daraus ergeben sich laut dem Beitrag einige der besten Wachstumschancen im Bereich der KI-Infrastruktur. Die Roadmap für diese Designprojekte biete zudem gute Planungssicherheit.
Konkret wird prognostiziert, dass sich das Geschäft mit benutzerdefinierten Chips im nächsten Geschäftsjahr verdoppelt und im darauffolgenden Jahr erneut verdoppelt — auf 230 Milliarden Dollar. Analysten erwarten derzeit, dass Broadcom im Geschäftsjahr 2031, das im Oktober endet, einen Gewinn von 52,15 Dollar pro Aktie erzielt. Legt man ein Forward-KGV von 20 zugrunde, würde die Aktie im Jahr 2030 bei 1.043 Dollar notieren, also dem Dreifachen ihres aktuellen Preises. Drei Anteile wären dann über 3.100 Dollar wert.
Taiwan Semiconductor Manufacturing wiederum ist die weltweit größte Foundry und verfügt über ein quasi Monopol bei der Herstellung der fortschrittlichsten Logikchips, die KI-Rechenzentren antreiben. Da sowohl der Absatz von GPUs, benutzerdefinierten KI-Beschleunigern als auch von Central Processing Units (CPUs) im kommenden Jahr stark ansteigen soll, sei das Unternehmen für ein starkes Wachstum in den nächsten fünf Jahren und darüber hinaus gerüstet. Steigen die KI-Ausgaben weiter stark, werde die Aktie folgen.
Die am weitesten in die Zukunft reichende Konsensprognose für den EPS der Aktie liegt bei 28,03 Dollar im Jahr 2028. Unter der Annahme eines weiteren EPS-Wachstums von 25 Prozent für 2029, von 20 Prozent für 2030 und von weiteren 15 Prozent für 2031 würde sich das bereinigte EPS-Ziel im Jahr 2031 auf rund 48,35 Dollar belaufen. Bei einem Forward-KGV von 20 wäre die Aktie im Jahr 2030 967 Dollar wert, also mehr als doppelt so hoch wie ihr aktueller Preis. Zwei Anteile wären ihrerseits über 1.900 Dollar wert.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die aktuelle Analyse reiht sich in eine Serie ähnlicher Prognosen von aktien.news ein. Bereits am 22.09.2026 berichtete aktien.news, dass Broadcom bis Ende 2030 die Marke von drei Billionen US-Dollar Marktwert erreichen könnte. Der US-Finanzdienstleister The Motley Fool stützte diese Prognose auf die eigenen Umsatzprognosen des Halbleiterkonzerns. Damals lag die Marktkapitalisierung bei rund 1,7 Billionen US-Dollar; für das Ziel wären jährliche Zuwächse von rund 14 Prozent erforderlich gewesen.
Am 16.09.2026 hieß es an dieser Stelle, dass aus 5.000 Dollar in der Broadcom-Aktie bis 2028 fast 11.000 werden könnten. Wer zu Beginn des KI-Wettlaufs im Jahr 2023 rund 5.000 Dollar investiert hätte, würde heute über 32.000 Dollar besitzen. Broadcom setze dabei nicht auf den direkten Wettbewerb mit GPU-Herstellern, sondern auf maßgeschneiderte KI-Chips für große Cloud-Anbieter.
Zur TSMC-Aktie berichtete aktien.news am 14.10.2026, dass aus einer Investition von 5.000 US-Dollar bis zum Jahr 2030 8.000 US-Dollar werden könnten — ein Wertzuwachs von 60 Prozent. Der Kurs des taiwanesischen Chipkonzerns hatte in den drei Jahren zuvor um 380 Prozent zugelegt und damit alle sieben „Magnificent Seven"-Aktien hinter sich gelassen; im laufenden Jahr stand bereits ein Plus von mehr als 45 Prozent zu Buche.
Und bereits am 19.01.2026 berichtete aktien.news über eine Analyse von WarrenAI, wonach NVIDIA, Broadcom und AMD den Markt dominieren. NVIDIA beherrsche den Markt für KI-Chips mit einer Marktkapitalisierung von 4,5 Billionen US-Dollar und einem Marktanteil von über 80 Prozent bei KI-Infrastruktur.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Analyse vor allem als Einordnung des KI-Trends interessant, nicht als Kaufempfehlung. Die drei genannten Unternehmen decken unterschiedliche Teile der Wertschöpfungskette ab: Nvidia liefert die GPUs, Broadcom die maßgeschneiderten Chips für Cloud-Anbieter, TSMC fertigt die fortschrittlichsten Logikchips für beide. Alle drei Prognosen beruhen auf der Annahme, dass die KI-Ausgaben weiter stark steigen.
Genau hier liegt das Risiko. Die Analyse selbst nennt eine Verlangsamung des KI-Marktes als größte Gefahr. Zudem handelt es sich bei den Kurszielen um Modellrechnungen mit teils eigenen Annahmen des Autors — etwa beim Umsatz von Nvidia oder beim EPS-Wachstum von TSMC. Anleger sollten beachten, dass die genannten Beträge in US-Dollar angegeben sind und Währungsschwankungen den Ertrag in Euro zusätzlich beeinflussen können.
Ausblick
Die Prognosen reichen bis zum Jahr 2030 beziehungsweise bis zum Geschäftsjahr 2031. Für Nvidia endet dieses Geschäftsjahr im Januar 2031, für Broadcom im Oktober. Bei TSMC stützt sich die Rechnung auf eine Konsensprognose für 2028 und auf angenommene Wachstumsraten für die Jahre 2029 bis 2031. Entscheidend für die tatsächliche Entwicklung bleibt laut Quelle, ob die Nachfrage nach KI-Chips das Angebot weiterhin übersteigt.
Kurz erklärt
- Forward-KGV: Kennzahl, die den Aktienkurs ins Verhältnis zum erwarteten Gewinn je Aktie der kommenden Periode setzt.
- EPS: Der Gewinn je Aktie gibt an, wie viel Gewinn auf eine einzelne Aktie eines Unternehmens entfällt.
- Foundry: Ein Auftragsfertiger für Halbleiter, der Chips im Auftrag anderer Unternehmen produziert.
- Hyperscaler: Große Cloud-Anbieter, die Rechenleistung und Speicher in großem Umfang über das Internet bereitstellen.
