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NFL-Studie fordert Ende des Anti-Cannabis-Stigmas im Profisport

Eine von der NFL finanzierte Studie zeigt: Athleten erhalten kaum ehrliche Informationen über Cannabis – trotz wachsenden Interesses.

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NFL-Studie fordert Ende des Anti-Cannabis-Stigmas im Profisport

Eine neue, von der National Football League (NFL) finanzierte Studie kommt zu einem klaren Befund: Profisportler nutzen Cannabis gezielt zu Freizeit-, Therapie- und Erholungszwecken, stoßen dabei jedoch auf erhebliche systemische Barrieren. Veröffentlicht wurde die Untersuchung in der Fachzeitschrift Sports Health – und sie richtet sich mit deutlichen Worten an die Sportligen und deren Gesundheitsbeauftragte.

Das Interesse an der medizinischen Nutzung von Marihuana unter Athleten wächst, insbesondere da immer mehr US-Bundesstaaten die Legalisierung von Cannabis umsetzen. Dieser gesellschaftliche Wandel macht das Thema auch im professionellen Sport zunehmend relevant – und drängt Ligen wie die NFL dazu, ihre bisherige Haltung zu überdenken.

Athleten fühlen sich schlecht informiert

Viele Sportler haben das Gefühl, von den Gesundheitsbeauftragten ihrer Teams und Ligen keine angemessenen Informationen über Cannabis zu erhalten. Als Hauptgrund nennt die Studie das anhaltende Stigma rund um den Cannabiskonsum, das eine offene und sachliche Kommunikation zwischen Athleten und medizinischem Personal verhindert.

„Elite-Athleten in Kontaktsportarten nutzen Cannabis gezielt zu Freizeit-, Therapie- und Erholungszwecken, stoßen jedoch auf systemische Barrieren durch Fehlinformationen, Stigmatisierung und uneinheitliche Richtlinien", heißt es wörtlich in der Studie. Dieser Befund ist bemerkenswert – nicht zuletzt deshalb, weil die Studie von der NFL selbst finanziert wurde, einer Liga, die Cannabis in der Vergangenheit streng sanktioniert hat.

Die Untersuchung macht deutlich, dass Fehlinformationen und uneinheitliche Richtlinien innerhalb der Ligen das Problem verschärfen. Athleten erhalten je nach Team, Liga oder Bundesstaat unterschiedliche Informationen – oder gar keine. Das schafft Unsicherheit und treibt Sportler dazu, sich anderweitig zu informieren, ohne professionelle Begleitung.

Kontext für den deutschen Leser

In Deutschland ist Cannabis seit 2024 für Erwachsene in begrenztem Umfang legal, und auch hierzulande wird die Frage nach dem Einsatz von Cannabinoiden im Leistungssport zunehmend diskutiert. Die Ergebnisse der NFL-Studie sind daher nicht nur für den amerikanischen Profisport relevant, sondern liefern auch wichtige Impulse für die internationale Sportmedizin.

Die Studie fordert Sportligen auf, das Anti-Marihuana-Stigma aktiv abzubauen und Athleten eine ehrliche, evidenzbasierte Aufklärung zu bieten. Konkret bedeutet das: einheitliche Richtlinien, geschultes medizinisches Personal und eine offene Kommunikationskultur, die Sportler nicht für das Stellen von Fragen zu Cannabis bestraft oder stigmatisiert.

Dass ausgerechnet die NFL – eine der größten und einflussreichsten Sportligen der Welt – eine solche Studie finanziert, gilt als Signal eines möglichen Kulturwandels im amerikanischen Profisport. Ob und wie schnell konkrete Maßnahmen folgen, bleibt abzuwarten. Die Veröffentlichung in einer renommierten Fachzeitschrift verleiht den Forderungen jedoch wissenschaftliches Gewicht.

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