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Mittelstand unter Druck durch neue Nachhaltigkeitsvorgaben

Kleine Unternehmen kämpfen mit steigenden Anforderungen und fehlenden Standards in der Berichterstattung

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Mittelstand unter Druck durch neue Nachhaltigkeitsvorgaben

Der Mittelstand in Deutschland steht vor einer wachsenden Herausforderung: Die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung nehmen zu, insbesondere durch die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der Europäischen Union. Obwohl viele mittelständische Unternehmen noch nicht unmittelbar berichtspflichtig sind, sehen sie sich dennoch mit zunehmenden Anfragen von Großkunden konfrontiert, die detaillierte Informationen zu nachhaltigen Praktiken verlangen. Dies betrifft nicht nur die direkte Berichterstattung, sondern auch die gesamte Lieferkette, wodurch selbst kleinere Unternehmen gezwungen sind, ihre Nachhaltigkeitsstrategien zu überdenken und anzupassen.

Ein Beispiel dafür ist der Temperiergerätehersteller Lauda, dessen Finanzchef Mario Englert bereits vor dem offiziellen Inkrafttreten der CSRD mit der Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen beschäftigt ist. Trotz der Tatsache, dass die Richtlinie erst für das Geschäftsjahr 2025 gilt, sieht sich Lauda bereits jetzt mit zahlreichen Anfragen von Banken, Kunden und Lieferanten konfrontiert, die detaillierte Angaben zu CO2-Emissionen und anderen nachhaltigkeitsbezogenen Themen verlangen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, hat Lauda standardisierte Fragebögen entwickelt und sich bei der Nachhaltigkeitsbewertungsplattform Ecovadis zertifizieren lassen. Dies allein reicht jedoch nicht aus, weshalb das Unternehmen zusätzlich eine neue Stelle im Qualitäts- und Umweltmanagement geschaffen und externe Berater hinzugezogen hat.

Die fehlenden einheitlichen Standards in der Nachhaltigkeitsberichterstattung stellen dabei eine besondere Herausforderung dar. Unterschiedliche Kunden bevorzugen verschiedene Zertifikate oder haben spezifische Anforderungen, die über den Standard hinausgehen. Diese Situation führt zu einem erheblichen bürokratischen Aufwand, der insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eine Belastung darstellt. Viele dieser Unternehmen verfügen nicht über das notwendige Fachwissen im Bereich Environmental, Social, and Governance (ESG) und stehen daher vor großen Unsicherheiten bei der Umsetzung der geforderten Maßnahmen.

Um den Mittelstand zu unterstützen, bieten verschiedene Organisationen und Plattformen Hilfestellungen an. So hat die Wirtschaftsauskunftei Creditreform Tools entwickelt, die es Unternehmen ermöglichen, ihre Nachhaltigkeit ohne den Einsatz eines eigenen Nachhaltigkeitsmanagers zu bewerten und zu kommunizieren. Auch Industrie- und Handelskammern bieten Schulungen und Informationsmaterialien an, um den Betrieben den Einstieg in die komplexe Materie der ESG-Berichterstattung zu erleichtern. Der kürzlich von der EU vorgestellte „Voluntary SME-Standard“ soll zudem eine freiwillige, aber standardisierte Möglichkeit bieten, die Nachhaltigkeitsziele von KMU zu dokumentieren.

Experten wie Martin Seimetz von KJK ESG-Advisory raten kleinen und mittleren Unternehmen, die Maßnahmen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung schrittweise umzusetzen und sich auf die wesentlichen Kriterien zu konzentrieren. Dies kann durch einfache Tools wie Excel oder spezifische Software zur Datenerfassung geschehen, wobei langfristig eine umfassende Datenstrategie unumgänglich ist. Trotz der zusätzlichen Herausforderungen sehen Unternehmen wie Lauda die Regulatorik als Chance, sich am Markt zu positionieren und qualitativ hochwertige Produkte zu entwickeln, die das Image der deutschen Wirtschaft stärken.

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