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Staatliche Rettung für Meyer Werft beschlossen

Bund und Niedersachsen übernehmen bis zu 90 Prozent des Traditionsunternehmens

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Staatliche Rettung für Meyer Werft beschlossen

Die Meyer Werft steht kurz davor, größtenteils in staatliche Hände überzugehen. Nach intensiven Verhandlungen wurde eine grundsätzliche Einigung erzielt, bei der der Bund und das Land Niedersachsen zwischen 80 und 90 Prozent des Unternehmens übernehmen werden. Diese Einigung, die auf einem Eckpunktepapier basiert, ist jedoch noch nicht offiziell bestätigt. Die Höhe der Beteiligung ist noch nicht endgültig festgelegt und hängt unter anderem von einer kürzlich erfolgten Bestellung von vier Kreuzfahrtschiffen für den Disney-Konzern ab.

Bernhard Meyer, der Seniorchef des Unternehmens, hat den Plänen widerwillig zugestimmt. Er empfindet die Situation als Enteignung, was er in internen Gesprächen geäußert haben soll. Die Meyer Werft ist seit 229 Jahren ein Familienunternehmen, und der Gedanke, die Kontrolle über die Traditionswerft zu verlieren, fällt dem 76-Jährigen schwer. Trotz der jüngsten Erfolge, darunter sieben neue Aufträge für den Bau von Kreuzfahrtschiffen, steht das Unternehmen vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Die Finanzierung über Kreditlinien für den Bau von Kreuzfahrtschiffen, die das Kerngeschäft der Werft darstellen, ist unsicher. Die fehlenden Anzahlungen aufgrund der Pandemie haben die finanzielle Lage der Werft weiter verschärft, sodass aktuell bis zu 2,6 Milliarden Euro an Bankkrediten fehlen.

Die Krise der Meyer Werft ist nicht nur auf externe Faktoren wie die Pandemie zurückzuführen, sondern auch auf interne Managementfehler. In der Vergangenheit wurden offenbar Schiffe mit Verlust gebaut, und die komplizierte Unternehmensstruktur erschwert die Übersichtlichkeit. Ein Gutachten der Beratungsfirma Deloitte hat der Geschäftsführung konkrete Aufgaben zur Verbesserung der Situation gegeben.

Um das Unternehmen zu retten, planen Bund und Land Niedersachsen, über eine gemeinsame Beteiligungsgesellschaft bei der Werft einzusteigen. Dies würde auch ermöglichen, die nötigen Kreditlinien durch staatliche Bürgschaften zu sichern. Im Gegenzug wollen Bund und Land bei unternehmerischen Entscheidungen mitbestimmen. Welche Auswirkungen dies auf die Position von Bernhard Meyer in der Geschäftsführung haben wird, ist noch unklar.

Bis Mitte September muss das Vertragswerk ausgearbeitet sein, da sonst das Geld der Werft ausgeht. Ein weiteres kompliziertes Thema ist das Verhältnis zur Tochtergesellschaft in Turku, Finnland, die weiterhin im Besitz der Familie Meyer bleibt. Um Synergien zwischen den beiden Standorten zu nutzen, wird die Schaffung einer Holding vorgeschlagen. Außerdem soll der Familie Meyer ein Rückkaufsrecht eingeräumt werden, das ab 2027 greift. Dieses Recht ist jedoch an die Bedingung geknüpft, dass die Familie erhebliche finanzielle Verpflichtungen erfüllt, andernfalls könnte sie gezwungen sein, ihre restlichen Anteile zu verkaufen.

Meyer WerftDeutschlandFinanzierung

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