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Klarna erweitert Girokonto-Angebot international

Neue Länder und Funktionen sollen Kundenbindung stärken

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Klarna erweitert Girokonto-Angebot international

Klarna, das schwedische Fintech-Unternehmen, weitet sein Girokonto-Angebot erheblich aus und bietet dieses nun in insgesamt zwölf Ländern in Europa und Amerika an. Bisher war das Konto nur in Deutschland verfügbar, doch nun können auch Verbraucher in Österreich, Belgien, Finnland, Frankreich, Italien, Irland, den Niederlanden, Portugal, Spanien, Schweden und den USA auf das Konto zugreifen. Diese Expansion kommt zu einem Zeitpunkt, in dem Klarna intensiv daran arbeitet, seine Position auf dem globalen Finanzmarkt zu stärken und sich auf einen möglichen Börsengang vorzubereiten.

Das von Klarna entwickelte Girokonto bietet derzeit eine Verzinsung von über 3,5 Prozent auf Guthaben, was in Zeiten niedriger Zinsen für viele Kunden attraktiv sein könnte. Zusätzlich hat Klarna eine Cashback-Funktion eingeführt und bietet Preisnachlässe für Käufe, die über die Klarna-App getätigt werden. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Kundenbindung zu stärken und neue Kunden zu gewinnen, insbesondere in den neu erschlossenen Märkten. Der Gründer und CEO von Klarna, Sebastian Siemiatkowski, betonte, dass diese Schritte Teil einer größeren Strategie sind, um das Unternehmen als führenden digitalen Finanzassistenten zu etablieren.

Klarna hat in Deutschland bereits seit über zwei Jahren ein Girokonto im Angebot, konnte jedoch bislang nur eine begrenzte Anzahl von Kunden gewinnen. Im April 2024 zählte das Unternehmen rund 215.000 Konten, was im Vergleich zu den etablierten Banken wie den deutschen Sparkassen, die allein im letzten Jahr 650.000 neue Konten eröffneten, relativ gering ist. Die aktuelle Expansion in elf weitere Länder soll Klarnas Marktpräsenz deutlich steigern und das Unternehmen stärker in den Wettbewerb mit traditionellen Banken und Neobanken bringen. Peter Barkow, Geschäftsführer von Barkow Consulting, sieht in dieser Initiative von Klarna einen erheblichen Druck auf die gesamte Bankenbranche.

Ein wichtiger Aspekt dieser Expansion ist die strategische Bedeutung der Girokonten für Klarna. Obwohl das Unternehmen keine genauen Zahlen zum Umsatzbeitrag der Konten bekannt gibt, betont eine Unternehmenssprecherin, dass Spar- und Girokonten eine wesentliche Finanzierungsquelle für Klarna darstellen. Dies unterstreicht die hohen Ambitionen, die Klarna mit diesem Schritt verfolgt. Die Frage, ob Kunden von etablierten Banken und Neobanken zu Klarna wechseln werden, hängt maßgeblich davon ab, ob das schwedische Fintech es schafft, sein Girokonto als Hauptkonto zu etablieren und dadurch signifikante Einlagen anzuziehen.

Bisher war Klarna vor allem durch seine „Buy now, pay later“-Dienstleistungen bekannt, die bei über 500.000 Händlern weltweit angeboten werden. Mit der Einführung des Girokontos erweitert das Unternehmen sein Angebot erheblich. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Schritte Klarna unternehmen wird, um seine Marktposition weiter auszubauen. Kredite gehören dabei zu den möglichen nächsten Produkten, während ein Einstieg in den Wertpapierhandel von CEO Siemiatkowski ausdrücklich ausgeschlossen wurde.

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