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MicroStrategy kauft seit vier Wochen keinen Bitcoin mehr

Strategy pausiert Bitcoin-Käufe und erhöht Barreserven auf 3,2 Milliarden Dollar – ein Warnsignal für Anleger?

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MicroStrategy kauft seit vier Wochen keinen Bitcoin mehr

Strategy (ehemals MicroStrategy) hat in den Jahren 2024 und 2025 mit seiner aggressiven Bitcoin-Akkumulationsstrategie für Aufsehen gesorgt. Das Unternehmen gab massiv Aktien und Anleihen aus, um damit Bitcoin-Käufe zu finanzieren. Da der Bitcoin-Preis kontinuierlich stieg, wuchs der Wert der riesigen Bestände von Strategy rasant – und ermöglichte es dem Unternehmen, immer weiteres Kapital aufzunehmen. Dieser Kreislauf führte zur Anhäufung eines enormen Bitcoin-Vorrats.

Doch das Blatt hat sich gewendet. Der Bitcoin-Preis ist gegenüber seinem Höchststand um fast die Hälfte gefallen. Laut dem jüngsten 8-K-Bericht des Unternehmens hat Strategy seit vier aufeinanderfolgenden Wochen keinen einzigen Bitcoin mehr erworben. Stattdessen verkauft das Unternehmen Aktien, um Mittel zu beschaffen, und hat seine Barreserven auf 3,2 Milliarden US-Dollar erhöht.

Strategy hält derzeit 843.775 BTC zu einem durchschnittlichen Einkaufspreis von 75.476 US-Dollar pro Token. Da der aktuelle Marktpreis darunter liegt, sitzt das Unternehmen auf Buchverlusten. Hinzu kommen laufende Zahlungsverpflichtungen: Zinszahlungen auf die aufgenommenen Schulden sowie Dividenden auf ausgegebene Vorzugsaktien.

Stärkung der Bilanz als Schutzmaßnahme

Die Entscheidung, keine weiteren Bitcoins zu kaufen und stattdessen Barreserven aufzubauen, ist aus unternehmerischer Sicht nachvollziehbar. Bitcoin ist für seine extreme Volatilität bekannt, und ein steiler Kursrückgang war für viele Marktbeobachter nur eine Frage der Zeit. Während ein Privatanleger flexibel auf Kursdellen reagieren kann, trägt Strategy als Großunternehmen mit Milliardenvermögen eine ganz andere Verantwortung.

Eine höhere Cash-Position bietet dem Unternehmen einen wichtigen Sicherheitspuffer. Im schlimmsten Fall – etwa einem weiteren deutlichen Bitcoin-Kursverfall – könnte Strategy sonst gezwungen sein, Bitcoin mit Verlust zu verkaufen, um seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die Stärkung der Bilanz schützt vor genau diesem Albtraumszenario.

Schwachstelle im Geschäftsmodell wird sichtbar

Die Kaufpause offenbart jedoch eine strukturelle Schwäche im Geschäftsmodell von Strategy. Als sogenanntes Bitcoin-Treasury-Unternehmen sollte Strategy eigentlich Bitcoin zur geringstmöglichen Kostenbasis akkumulieren – also gerade dann kaufen, wenn die Preise fallen. Dass dies aktuell nicht geschieht, wirft Fragen auf.

Das Kernproblem: Strategys Modell – Kapital aufnehmen und Bitcoin kaufen – funktioniert offenbar vor allem bei steigenden Preisen. Bei fallenden Kursen gerät der Mechanismus ins Stocken. Die Ausgabe neuer Aktien zur Kapitalbeschaffung verwässert zudem die Anteile bestehender Aktionäre. Bei niedrigeren Aktienkursen müssen mehr Aktien ausgegeben werden, um dieselbe Kapitalmenge zu erzielen – was die Verwässerung weiter verstärkt.

Ein anhaltender Rückgang des Bitcoin-Preises bleibt damit eine massive Bedrohung für das gesamte Geschäftsmodell von Strategy. Das Unternehmen agiert letztlich als gehebelte Wette auf steigende Bitcoin-Preise – mit allen damit verbundenen Risiken.

Für Anleger, die ein Bitcoin-Engagement anstreben, könnte es daher sinnvoller sein, Bitcoin direkt zu erwerben oder in einen Spot-Bitcoin-ETF zu investieren, anstatt über Strategy-Aktien zu investieren. So lässt sich das Kursrisiko des Bitcoins eingehen, ohne zusätzlich das unternehmensspezifische Risiko von Strategys Schulden und Verwässerungseffekten tragen zu müssen.

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