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Lebensmittelkonzerne trennen sich von Marken: Verbraucher meiden verarbeitete Snacks

Unilever, Kraft Heinz und Keurig Dr Pepper reagieren auf sinkende Nachfrage mit Aufspaltungen und Veräußerungen.

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Lebensmittelkonzerne trennen sich von Marken: Verbraucher meiden verarbeitete Snacks

Die großen Lebensmittelkonzerne stehen unter Druck. Verbraucher kaufen weniger verpackte Snacks und verarbeitete Lebensmittel, Regulierungsbehörden verschärfen die Kontrollen. Die Reaktion der Industrie: Aufspaltungen und Verkäufe ikonischer Marken. Fast die Hälfte aller Fusionen und Übernahmen in der Konsumgüterindustrie waren 2024 Desinvestitionen, wie die Beratungsfirma Bain ermittelte.

Unilever gliederte 2024 sein Eiscreme-Geschäft in die eigenständige Magnum Ice Cream Company aus. Kraft Heinz bereitet sich auf eine Aufspaltung im Laufe dieses Jahres vor und macht damit einen Großteil der Fusion rückgängig, die Warren Buffetts Berkshire Hathaway und die Private-Equity-Firma 3G Capital vor über einem Jahrzehnt eingefädelt hatten. Keurig Dr Pepper plant eine ähnliche Trennung nach der Übernahme von JDE Peet's.

Laut einer Bain-Umfrage bereiten 42 Prozent der M&A-Führungskräfte in der Konsumgüterindustrie in den nächsten drei Jahren Vermögenswerte zum Verkauf vor. Die Konzerne wollen so ihre Geschäfte sanieren und das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen. Der Fokus liegt dabei auf der Veräußerung leistungsschwacher Marken.

Strukturwandel im Einkaufsverhalten

Das Problem ist nicht neu. Seit mehr als zehn Jahren kaufen Verbraucher weniger Produkte aus den mittleren Gängen der Supermärkte mit ihren verpackten Lebensmitteln. Stattdessen konzentrieren sie sich auf die Randbereiche mit frischen Produkten und Proteinen. Die Corona-Pandemie brachte zwar eine kurze Rückkehr zu bekannten Marken, doch Preiserhöhungen und "Shrinkflation" – kleinere Packungen bei gleichem Preis – machten diesen Effekt zunichte.

Die sinkende Nachfrage führt bei vielen Produkten zu schrumpfenden Verkaufsvolumen. Hinzu kommt der wachsende Druck durch Regulierungsbehörden, die verarbeitete Lebensmittel stärker in den Fokus nehmen. In den USA befeuert Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. mit seiner "Make America Healthy Again"-Agenda diese Entwicklung.

GLP-1-Medikamente verändern den Markt

Ein weiterer Faktor belastet die Branche: Der Aufstieg von GLP-1-Medikamenten gegen Diabetes und Fettleibigkeit verändert das Konsumverhalten. Patienten, die diese Wirkstoffe einnehmen, verlieren den Appetit auf süße und salzige Snacks – genau die Produkte, mit denen Lebensmittelkonzerne traditionell die höchsten Margen erzielen.

Der Trend zur Aufspaltung beschränkt sich nicht auf die Lebensmittelindustrie. Industriekonzerne wie GE und Honeywell haben in den vergangenen Jahren ähnliche Schritte vollzogen. Auch Medienunternehmen folgen diesem Muster: Comcast gliederte Kabel-Assets in Versant aus, Warner Bros. Discovery plant die Abspaltung seiner Kabelnetzwerke, während Netflix die Streaming- und Studiosparte übernimmt.

Für Anleger bedeutet die Neuausrichtung der Lebensmittelkonzerne sowohl Risiken als auch Chancen. Die Aufspaltungen sollen fokussiertere, agilere Unternehmen schaffen. Ob diese Strategie aufgeht, hängt davon ab, wie schnell sich die Konzerne an das veränderte Konsumverhalten anpassen können.

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