Carrefour-Aktie verliert nach Jefferies-Abstufung – Aufwärtspotenzial ausgereizt
Analysten sehen strategische Neuausrichtung bereits eingepreist und senken Rating auf Halten

Die Aktien des französischen Einzelhandelsriesen Carrefour SA gerieten am Freitag unter Druck, nachdem die Investmentbank Jefferies ihr Rating von "Kaufen" auf "Halten" herabgestuft hatte. Die Analysten begründeten den Schritt damit, dass die strategische Neuausrichtung des Unternehmens bereits weitgehend im Aktienkurs reflektiert sei. Das Kursziel wurde von 14,50 Euro auf 14,00 Euro gesenkt – bei einem aktuellen Kurs von 13,92 Euro entspricht dies einem mageren Aufwärtspotenzial von nur einem Prozent.
Die Carrefour-Aktie hatte seit Mitte 2024 eine beachtliche Rallye von rund 20 Prozent hingelegt. Laut Jefferies wurde diese Kursgewinne jedoch hauptsächlich durch Spekulationen über Vermögensveräußerungen befeuert, weniger durch verbesserte Aussichten im operativen Geschäft. Die im Februar 2024 gestartete strategische Überprüfung habe zwar zu einer signifikanten Steigerung des Gewinns pro Aktie geführt und den Fokus auf die Kernmärkte Frankreich, Spanien und Brasilien geschärft – diese Fortschritte seien nun aber eingepreist.
Die Analysten verweisen auf konkrete Maßnahmen, die das Ergebnis bereits gestützt haben: Die Veräußerung des Italien-Geschäfts, der Squeeze-out von Minderheitsaktionären in Brasilien und die Refinanzierung der brasilianischen Aktivitäten in Euro brachten zusammen eine Ertragssteigerung von etwa 20 Prozent für 2024. Presseberichte über mögliche weitere Verkäufe in Argentinien, Polen, Rumänien und Belgien hatten die Aktie zusätzlich beflügelt.
Schwaches Kerngeschäft trübt Ausblick
Trotz der Portfolio-Optimierung äußert Jefferies deutliche Bedenken zur operativen Entwicklung. In Frankreich, dem wichtigsten Markt, blieben Umsatzwachstum und Marktanteilsgewinne im Lebensmitteleinzelhandel begrenzt. Carrefour dürfte das Jahr 2024 dort mit einem niedrigen einstelligen Wachstum abschließen – ein enttäuschendes Ergebnis angesichts des intensiven Wettbewerbs.
Auch in Brasilien, dem zweitwichtigsten Markt, sehen die Analysten Gegenwind. Das Konsumumfeld bleibe schwierig, das Wachstum im Lebensmitteleinzelhandel verlangsame sich spürbar. Diese operative Schwäche in den Kernmärkten macht eine weitere Kurserholung unwahrscheinlich.
Für die kommenden Jahre prognostiziert Jefferies einen Konzernumsatz von 86,78 Milliarden Euro (2025), 86,59 Milliarden Euro (2026) und 89,15 Milliarden Euro (2027). Beim Gewinn je Aktie erwarten die Analysten 1,62 Euro (2025), 1,87 Euro (2026) und 2,02 Euro (2027). Ihre EBIT-Schätzungen liegen dabei 2 bis 4 Prozent unter dem Marktkonsensus.
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Zur AktienanalyseBewertung nicht mehr attraktiv
Ein weiterer Grund für die Abstufung: Die Bewertung. Carrefour werde mittlerweile mit einem deutlich geringeren Abschlag zu europäischen Wettbewerbern gehandelt als noch Anfang 2024. Mit dem 6,9-fachen des für 2027 erwarteten Gewinns sei die Aktie nicht mehr günstig bewertet – insbesondere ohne klare Anzeichen einer Trendwende im operativen Geschäft. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell rund 9,2 Milliarden Euro, die 52-Wochen-Spanne reicht von 11,58 bis 15,14 Euro.


