Kreml lobt Lulas Wahlsieg in Brasilien und BRICS-Rolle
Der Kreml begrüßt die Wiederwahl von Luiz Inácio Lula da Silva und verweist auf dessen Beitrag zu den bilateralen Beziehungen und zu BRICS.

Der Kreml hat am Montag die Wiederwahl des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva begrüßt. Wie Investing.com berichtet, lobte Moskau insbesondere Lulas Arbeit an den bilateralen Beziehungen zwischen Russland und Brasilien sowie dessen Beitrag zur Entwicklung der BRICS-Staatengruppe. Lula hatte nach Angaben des brasilianischen Wahlgerichts am Sonntag eine historische vierte Amtszeit erreicht.
Das Ergebnis widersprach den Prognosen der Umfrageinstitute und brach mit den jüngsten Mustern rechtsgerichteter Wahlsiege in Lateinamerika. Für die Finanzmärkte ist der Ausgang der Wahl von erheblicher Bedeutung, hatten viele Investoren doch bis zuletzt auf einen Sieg des rechtsgerichteten Herausforderers Flávio Bolsonaro gesetzt.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow betonte, Lula habe erheblich zur Stärkung der bilateralen Beziehungen zwischen Russland und Brasilien sowie zur Entwicklung von BRICS beigetragen. Peskow äußerte zudem die Hoffnung auf eine fortgesetzte Zusammenarbeit in diesen Bereichen.
Die Details
Im Zentrum der russischen Reaktion steht die Würdigung der bisherigen Zusammenarbeit. Peskow, der Sprecher des Kreml, hob laut dem Bericht zwei Felder ausdrücklich hervor: die bilateralen Beziehungen zwischen Moskau und Brasília sowie die Arbeit innerhalb des BRICS-Verbunds. Beide Bereiche sollen nach dem Willen des Kreml auch in Lulas vierter Amtszeit weiterentwickelt werden.
Das brasilianische Wahlgericht bestätigte den Wahlsieg Lulas am Sonntag. Damit beginnt für den amtierenden Präsidenten eine historische vierte Amtszeit – ein Umstand, den die Quelle ausdrücklich als bemerkenswert hervorhebt. Der Wahlausgang fiel anders aus, als es die Umfragen vorhergesagt hatten, und durchbrach damit den jüngsten Trend zu rechtsgerichteten Wahlsiegen in der Region.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt der russischen Stellungnahme: Der Kreml äußerte sich bereits am Montag, also unmittelbar nach der Bekanntgabe des Ergebnisses. Moskau positioniert sich damit früh in der neuen politischen Konstellation Brasiliens und signalisiert Kontinuität in der Zusammenarbeit mit der Regierung Lula.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die brasilianische Präsidentschaftswahl hatte die Finanzmärkte über Wochen in Atem gehalten. Bereits am 02.10.2026 berichtete aktien.news, dass Lula in den Umfragen zwar knapp vor Herausforderer Flávio Bolsonaro lag, der Abstand sich jedoch innerhalb der Fehlermarge von 5 Prozent bewegte. Ein Spezialist eines Emerging-Market-Fondsmanagers sprach damals von einem asymmetrischen Risikoprofil für brasilianische Aktien.
Am 06.10.2026 folgte die erste Überraschung: Entgegen den Prognosen der Umfrageinstitute sicherte sich Flávio Bolsonaro von der neoliberalen Partido Liberal mit 47,03 Prozent die meisten Stimmen im ersten Wahlgang, während Amtsinhaber Lula da Silva lediglich 45,16 Prozent erreichte. Da keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent erzielte, kam es am 25. Oktober zur entscheidenden Stichwahl.
Ebenfalls am 06.10.2026 berichtete aktien.news, dass JPMorgan und die Deutsche Bank brasilianische Aktien auf „Overweight" hochgestuft hatten. Auslöser war das Ergebnis der ersten Runde. Bolsonaro, Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, gilt an den Märkten als die wirtschaftsfreundlichere Alternative; er hatte versprochen, die Steuern zu senken und die Staatsausgaben zu begrenzen.
Am 26.10.2026 meldete aktien.news dann, dass die brasilianischen Finanzmärkte auf einen deutlichen Kursverlust zusteuerten. Händler bereiteten sich auf spürbare Verluste am Montag vor, nachdem Lula ein Comeback hingelegt und den rechtsgerichteten Kandidaten Flávio Bolsonaro besiegt hatte. Viele Investoren hatten bis zuletzt auf einen Sieg Bolsonaros gesetzt und ihre Positionen entsprechend ausgerichtet.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die brasilianische Wahl vor allem über die Kursentwicklung brasilianischer Aktien und die Stimmung an den Emerging Markets relevant. Die Archiv-Auszüge zeigen ein klares Muster: Nach der ersten Runde hatten die Märkte gefeiert, weil ein Sieg Bolsonaros und damit eine wirtschaftsfreundlichere Politik erwartet wurde. Mit dem Sieg Lulas drehte sich das Vorzeichen – die Märkte steuerten auf Verluste zu.
Der Kreml-Bericht selbst enthält keine Marktdaten und keine Kursreaktionen. Er dokumentiert jedoch, dass Brasilien unter Lula seine außenpolitische Rolle innerhalb der BRICS-Staatengruppe weiter ausbauen dürfte. Für Anleger, die auf brasilianische Titel oder auf Schwellenländerfonds setzen, ist die politische Ausrichtung der Regierung damit ein zentraler Faktor.
Zu beachten ist, dass die Quelle keine Angaben zu konkreten Kursniveaus, Bewertungen oder künftigen Maßnahmen der neuen Regierung macht. Eine Einordnung als Kauf- oder Verkaufsempfehlung ist auf dieser Grundlage nicht möglich. Anleger sollten die weitere Berichterstattung zu den wirtschaftspolitischen Weichenstellungen Brasiliens aufmerksam verfolgen.
Ausblick
Der Kreml hat die Hoffnung auf eine fortgesetzte Zusammenarbeit mit Brasilien in den Bereichen bilaterale Beziehungen und BRICS geäußert. Konkrete Termine oder Vereinbarungen nennt die Quelle nicht. Aus den Archiv-Auszügen geht hervor, dass die Stichwahl am 25. Oktober stattfand und Lula diese für sich entschied; die Bekanntgabe des Ergebnisses durch das brasilianische Wahlgericht erfolgte am Sonntag.
Für die Finanzmärkte bleibt abzuwarten, wie sich die Regierung Lula zu den von Bolsonaro versprochenen Themen – Steuersenkungen und Begrenzung der Staatsausgaben – positioniert. Die Quelle enthält dazu keine Angaben. Ebenso offen bleibt, welche konkreten Impulse Brasilien innerhalb der BRICS-Staatengruppe setzen wird.
Kurz erklärt
- BRICS: Zusammenschluss mehrerer großer Schwellenländer, dem auch Brasilien und Russland angehören.
- Bilaterale Beziehungen: Die direkten politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen zwei Staaten.
- Stichwahl: Ein zweiter Wahlgang, der nötig wird, wenn im ersten Durchgang kein Kandidat die erforderliche Mehrheit erreicht.
