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KI-Finanzierung treibt Private Credit an, Refinanzierungsrisiken steigen laut Moody's

Moody's warnt vor wachsenden Refinanzierungsrisiken im Private-Credit-Markt, während KI-Investitionen neue Finanzierungsformen antreiben.

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KI-Finanzierung treibt Private Credit an, Refinanzierungsrisiken steigen laut Moody's

Die hohen Kreditaufnahmen zur Finanzierung der KI-Infrastruktur weiten den Markt für Privatkredite (Private Credit) über das traditionelle Unternehmenskreditgeschäft hinaus aus. Zugleich könnte eine Welle von Fälligkeiten in den kommenden Jahren schwächere Kreditnehmer vor erhebliche Schwierigkeiten bei der Refinanzierung stellen. Diese Einschätzung veröffentlichte die Ratingagentur Moody's Ratings am Dienstag, wie Reuters am 27. Oktober berichtete.

Nach Angaben von Moody's gehen die Finanzierungsbedarfe für KI-Projekte heute weit über den Bau von Rechenzentren hinaus. Sie erstrecken sich demnach auf Grundstücke, die Energieversorgung, Halbleiter, Grafikverarbeitungseinheiten (GPUs) sowie Tensor Processing Units (TPUs). Damit verzahnt sich der Private-Credit-Markt zunehmend mit der gesamten Wertschöpfungskette der künstlichen Intelligenz.

Milliardenschwere Kapitalausgaben bis 2027

Moody's erwartet, dass die Kapitalausgaben der fünf größten US-Hyperscaler und von CoreWeave bis 2027 nahezu eine Billion US-Dollar erreichen werden. Finanziert werden sollen diese Investitionen laut der Ratingagentur durch Cashflows, Schulden sowie Strukturen wie Joint Ventures und Zweckgesellschaften (Special-Purpose Vehicles). Diese Mischung aus Eigenmitteln und Fremdkapital verlagert einen wachsenden Teil des Risikos in den privaten Kreditmarkt.

Die Ratingagentur sieht jedoch eine Belastungsprobe voraus: Eine Welle von Fälligkeiten zwischen 2027 und 2029 werde die Fähigkeit schwächerer Kreditnehmer testen, zu höheren Zinssätzen zu refinanzieren. Sollten diese Unternehmen keine Anschlussfinanzierung zu tragbaren Konditionen erhalten, drohen Zahlungsausfälle oder Restrukturierungen.

Ein Warnsignal liefert dabei die Verbreitung sogenannter „Payment-in-Kind"-Zinsen (PIK). Etwa 17 Prozent der 607 von Moody's verfolgten Kreditnehmer nutzten diese Form der Zinszahlung. PIK ermöglicht es Unternehmen, Barzinszahlungen zu verschieben, was kurzfristig Liquidität schont, aber die Schuldenlast im Zeitverlauf erhöht.

CoreWeave und die Sorge vor „kreisförmigen" Finanzierungen

Bereits Anfang des Jahres hatte eine Reuters-Analyse ergeben, dass die Laufzeiten von Darlehen bei US-Unternehmensentwicklungsgesellschaften (Business Development Companies, BDCs) in den Jahren 2028 und 2029 ihren Höhepunkt erreichen würden. Der jüngste Stress bei den Schulden von CoreWeave verdeutlichte zudem die wachsenden Bedenken der Anleger hinsichtlich hoch verschuldeter KI-Kreditnehmer.

Moody's warnte darüber hinaus vor Risiken durch „kreisförmige" Finanzierungen. Technologieunternehmen, Chiphersteller und KI-Entwickler investieren zunehmend ineinander, gewähren sich gegenseitig Kredite und kaufen voneinander. Dies wecke die Befürchtung, dass korrelierte Positionen während einer Konjunkturabschwächung gemeinsam an Wert verlieren könnten.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung insofern relevant, als Private Credit auch hierzulande als Anlageklasse an Bedeutung gewonnen hat – etwa über Fonds, die in Unternehmenskredite investieren. Die Verflechtung mit dem KI-Boom verspricht höhere Renditen, bringt aber auch neue Klumpenrisiken mit sich. Wer in solche Produkte investiert, sollte die Laufzeitstruktur und die Zinsdeckungsfähigkeit der zugrunde liegenden Kreditnehmer genau prüfen.

Die Kombination aus rekordverdächtigen Investitionen in KI-Infrastruktur, steigenden Fälligkeiten und verbreiteten PIK-Strukturen macht den Private-Credit-Markt anfälliger für Zins- und Konjunkturschocks. Ob die erwarteten Cashflows der Hyperscaler und KI-Unternehmen ausreichen, um diese Belastungen abzufedern, dürfte sich in den kommenden Jahren zeigen.

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