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So nutzen Anleger I-Bonds für garantiertes, inflationsgeschütztes Einkommen

Der neue Zinssatz für US-I-Bonds liegt womöglich bei 5,5 oder 5,4 Prozent – an der Strategie ändert das nichts.

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So nutzen Anleger I-Bonds für garantiertes, inflationsgeschütztes Einkommen

Der neue Zinssatz für Series-I-Anleihen könnte bei 5,5 Prozent oder 5,4 Prozent liegen. Doch wer diese Papiere in der beabsichtigten Weise nutzt, für den dürfte diese Zahl nur geringe Bedeutung haben. Die Zinssätze für Series-I-Anleihen werden nämlich alle sechs Monate neu festgelegt – jeweils am 1. November und am 1. Mai. In Phasen steigender Inflation werden diese Bekanntgaben regelmäßig zu nachrichtenwirksamen Ereignissen, weil Anleger dann besonders auf die Verzinsung achten.

Wer Series-I-Anleihen jedoch als das verwendet, was sie sein sollen – nämlich als Absicherung gegen Inflation –, für den ist der aktuelle Zinssatz zweitrangig. Denn unabhängig von den jeweiligen Entwicklungen kauft man einen festen Dollarbetrag auf und lässt diesen Betrag dann einfach weiterlaufen. Die jährliche Höchstgrenze liegt bei 10.000 US-Dollar pro Sozialversicherungsnummer (SSN). Diese schrittweise, langfristig angelegte Vorgehensweise steht im Mittelpunkt einer Strategie, die ein US-Finanzprofessor seit Jahren verfolgt.

Ein Professor als „Schildkröte“

Genau so handelt Scott Cederburgh seit den vergangenen fünf Jahren. Er beschreibt seine Herangehensweise als sehr „schildkrötenhaft“ und bezeichnet sie als Aufbau seiner eigenen „Rentenversicherung“. Das ist insofern bemerkenswert, als es eigentlich seinem Naturell widerspricht. Cederburgh ist 44 Jahre alt und Professor für Finanzwirtschaft an der Eller College of Management der University of Arizona.

Sein bekanntestes Forschungsergebnis betrifft die Empfehlung, 100 Prozent eines Rentendepots in Aktien zu investieren. Dieses Thema studiert er nicht nur theoretisch, sondern setzt es auch praktisch um: Seine eigenen Altersvorsorgefonds sind auf US-amerikanische und internationale Fonds verteilt. Der Finanzwissenschaftler kombiniert also eine offensive Aktienstrategie mit dem behäbigen, aber stetigen Aufbau von inflationsgeschützten Anleihen.

Was das für deutsche Anleger bedeutet

Für Privatanleger hierzulande ist die Meldung vor allem ein Lehrstück über Disziplin und Zweckbindung. Während viele Marktteilnehmer bei jeder neuen Zinssatz-Bekanntgabe am 1. Mai oder 1. November aufhorchen, zeigt das Beispiel, dass die eigentliche Stärke solcher Papiere in ihrer Funktion als Inflationsschutz liegt – nicht in der Jagd nach dem jeweils höchsten Kurzfristzins. Wer einen festen Betrag regelmäßig aufbaut und laufen lässt, muss die Schlagzeilen nicht jedes Halbjahr neu bewerten.

Series-I-Anleihen sind ein US-amerikanisches Instrument, das eng an die Inflationsentwicklung gekoppelt ist. Die halbjährliche Neufestsetzung sorgt dafür, dass die Verzinsung der Teuerung folgt. Genau deshalb eignen sie sich als Baustein für ein Einkommen im Ruhestand, das zumindest teilweise vor Kaufkraftverlust geschützt ist. Die entscheidende Frage lautet also nicht, ob der Satz nun 5,5 oder 5,4 Prozent beträgt, sondern ob man die Anlage überhaupt konsequent und langfristig nutzt.

Die zentrale Botschaft bleibt damit schlicht: Wer I-Bonds als Inflationsabsicherung begreift, kauft unabhängig von den aktuellen Entwicklungen einen festen Dollarbetrag auf – bis zur jährlichen Obergrenze von 10.000 Dollar pro Sozialversicherungsnummer – und lässt ihn dann weiterlaufen. Die halbjährlichen Zinssatz-Meldungen mögen Schlagzeilen produzieren, doch für die langfristige Strategie sind sie nur ein Nebenschauplatz.

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