Ivanhoe Mines erzielt 45 Millionen Dollar Gewinn im dritten Quartal
Der kanadische Bergbaukonzern steigert seinen Gewinn nach Steuern auf 45 Millionen US-Dollar, gestützt durch Rekordumsatz bei Kamoa-Kakula.

Ivanhoe Mines hat im dritten Quartal einen Gewinn nach Steuern von 45 Millionen US-Dollar erzielt. Das an der Toronto Stock Exchange notierte Bergbauunternehmen meldete damit ein höheres Ergebnis als im Vergleichszeitraum des Jahres 2025, in dem der Gewinn 31 Millionen US-Dollar betrug. Gegenüber dem zweiten Quartal dieses Jahres mit 46 Millionen US-Dollar fiel das Ergebnis dagegen minimal niedriger aus. Als wesentliche Treiber nennt das Unternehmen den segmentbezogenen Gewinn der Mine Kipushi in Höhe von 47 Millionen US-Dollar sowie seinen Anteil am Gewinn des Joint Ventures Kamoa-Kakula von 25 Millionen US-Dollar.
Beide Minen befinden sich in der Demokratischen Republik Kongo. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) von Ivanhoe belief sich im dritten Quartal auf 241 Millionen US-Dollar. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 lag dieser Wert bei 86 Millionen US-Dollar, im zweiten Quartal dieses Jahres bei 179 Millionen US-Dollar. In dem bereinigten Ebitda ist nach Unternehmensangaben ein anteiliger Ebitda-Anteil aus Kamoa-Kakula von 190 Millionen US-Dollar enthalten, verglichen mit 76 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2025.
Kamoa-Kakula erzielt mit rund einer Milliarde Dollar einen Rekordumsatz
Für das zum 30. September endende Quartal verzeichnete Kamoa-Kakula einen Rekordumsatz von rund einer Milliarde US-Dollar. Der operative Gewinn des Komplexes belief sich auf 288 Millionen US-Dollar, das Ebitda auf 478 Millionen US-Dollar. Daraus ergibt sich eine Ebitda-Marge von 46 Prozent. Kamoa-Kakula gilt damit weiterhin als das mit Abstand wichtigste Projekt des Konzerns.
Im dritten Quartal wurden in dem Kupferkomplex etwa 67.000 Tonnen Kupfer zu einem durchschnittlich realisierten Preis von 6,12 US-Dollar pro Pfund verkauft. Der Großteil dieser Verkäufe fand zu Beginn des Quartals statt, als die Kupferpreise noch niedriger waren. Die Verkaufskosten von Kamoa-Kakula lagen im dritten Quartal bei 4,59 US-Dollar pro Pfund, nach 4,86 US-Dollar pro Pfund im zweiten Quartal.
Die Cash Costs von Kamoa-Kakula liegen im Quartal bei durchschnittlich 3 Dollar pro Pfund
Zu den Kosten erklärte Ivanhoe-Chefin Marna Cloete: „Trotz erhöhter Dieselpreise liegen die gesamten jährlichen Cash Costs auf Kurs, um die Guidance für 2026 von 2,60 US-Dollar pro Pfund bis 3 US-Dollar pro Pfund zu erreichen.“ Sie ergänzte: „Die Cash Costs von Kamoa-Kakula lagen im dritten Quartal durchschnittlich bei 3 US-Dollar pro Pfund. Die Cash Costs für die ersten neun Monate des Jahres 2026 lagen durchschnittlich bei 2,80 US-Dollar pro Pfund, also am Mittelpunkt des Guidance-Bereichs für das Gesamtjahr.“
Cloete zufolge lagen die Ausgaben von Kamoa-Kakula im dritten Quartal bei 206 Millionen US-Dollar, die Investitionsausgaben (Capex) für die neun Monate bis zum 30. September bei 797 Millionen US-Dollar. Zusätzlich verkaufte Kamoa-Kakula im Quartal rund 109.000 Tonnen hochkonzentrierte Schwefelsäure zu einem Durchschnittspreis von 915 US-Dollar pro Tonne. Die Preise für Schwefelsäure dürften nach Einschätzung von Cloete auch in absehbarer Zeit hoch bleiben; Drei-Monats-Verträge ab November dürften durchschnittlich etwa 900 US-Dollar pro Tonne betragen.
Kipushi verkauft mit 69.384 Tonnen eine Rekordmenge Zink
Die Mine Kipushi verkaufte im zum 30. September endenden Quartal eine Rekordmenge von 69.384 Tonnen Zink zu einem durchschnittlich realisierten Zinkpreis von 1,73 US-Dollar pro Pfund. Im zweiten Quartal waren es 43.424 Tonnen zu einem durchschnittlich realisierten Preis von 1,58 US-Dollar pro Pfund gewesen. Kipushi erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von 255 Millionen US-Dollar, einen segmentbezogenen Gewinn von 47 Millionen US-Dollar und ein Ebitda von 108 Millionen US-Dollar, was einer Ebitda-Marge von 43 Prozent entspricht. Im zweiten Quartal hatte das Ebitda bei 51 Millionen US-Dollar und die Ebitda-Marge bei 35 Prozent gelegen.
Platreef hebt die Capex-Guidance auf 415 bis 445 Millionen Dollar an
In der Platinmetallmine Platreef in Limpopo, Südafrika, erreichten die Capex von Ivanhoe im dritten Quartal 124 Millionen US-Dollar. Der Guidance-Bereich für das Gesamtjahr wurde von zuvor 350 Millionen US-Dollar bis 380 Millionen US-Dollar auf 415 Millionen US-Dollar bis 445 Millionen US-Dollar angehoben. Begründet wird dies mit zusätzlichen kapitalisierten Kosten im Zusammenhang mit den Phase-1-Operationen vor der kommerziellen Produktion. Cloete hob zudem die starke Treasury-Position hervor: Zum 30. September verfügte das Unternehmen über liquide Mittel und Zahlungsmitteläquivalente von 643 Millionen US-Dollar.
Die Phase-4-Erweiterung soll Kamoa-Kakula auf 500.000 Tonnen Kupfer bringen
Das detaillierte ingenieurtechnische Design für die Phase-4-Erweiterung von Kamoa-Kakula, die die Produktionskapazität auf etwa 500.000 Tonnen Kupfer erhöhen soll, beginnt im ersten Quartal 2027. Ivanhoe betont, dass diese Phase innerhalb von 18 bis 24 Monaten nach Projektgenehmigung abgeschlossen sein könnte. Gründer und Co-Vorsitzender Robert Friedland sagte: „Wir haben unseren Weg bei Kamoa-Kakula aktualisiert, um die jährliche Kupferproduktion durch die Phase-4-Erweiterung wieder auf etwa 500.000 Tonnen zu steigern, während die Einführung des extrem hochwertigen Tagebaus Resilienz und operative Flexibilität im gesamten Komplex schaffen wird.“ Friedland unterstrich die wachsende strategische Bedeutung der mineralischen Exploration und Entwicklung, da technologische Fortschritte, Dekarbonisierung und geopolitische Überlegungen die Nachfrage nach kritischen Metallen antreiben. „Die Welt tritt in eine Ära beispielloser Nachfrage nach Metallen ein, die die Elektrifizierung, die Reduzierung von Treibhausgasen, KI, fortschrittliche Fertigung und die nationale Sicherheit ermöglichen“, so Friedland. „Die Bedeutung des Auffindens, Entwickelns und verantwortungsvollen Produzierens dieser Metalle war noch nie größer.“
Bereits am 08.10.2026 berichtete aktien.news über eine Rekord-Kupferproduktion
Die aktuellen Quartalszahlen knüpfen an die operative Entwicklung der vergangenen Monate an. Bereits am 08.10.2026 berichtete aktien.news, dass Ivanhoe Mines für das dritte Quartal 2026 eine Kupferproduktion von 76.401 Tonnen verkaufsfähiger Produkte aus dem Kamoa-Kakula-Komplex gemeldet hatte, nach 64.328 Tonnen enthaltenem Kupfer im Vorquartal. Am 09.10.2026 folgte die Einordnung, dass dies einem Anstieg von 19 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht und die Fördermengen wieder näher an das Niveau von 2025 heranrücken; damals wurde auch das Börsenkürzel TSX: IVN genannt. Ebenfalls am 09.10.2026 wurde berichtet, dass von den 76.401 Tonnen allein 68.188 Tonnen auf Kupferkonzentrat entfielen, was beim Konzentrat einen Zuwachs von 11,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal bedeutete. Bereits am 09.07.2026 hatte aktien.news über 64.328 Tonnen Kupfer aus Kamoa-Kakula im zweiten Quartal berichtet und darauf hingewiesen, dass der Konzentrator von Kipushi eine Rekordausbeute von 92 Prozent erzielte.
Für Anleger steht die operative Erholung von Kamoa-Kakula im Vordergrund
Für deutsche Privatanleger ist der Bericht vor allem vor dem Hintergrund der Bedeutung von Kamoa-Kakula zu lesen: Der Komplex in der Demokratischen Republik Kongo ist das wichtigste Projekt des Konzerns und liefert den größten Teil des Ergebnisses. Auffällig ist, dass der Quartalsgewinn trotz des Rekordumsatzes von rund einer Milliarde US-Dollar leicht unter dem Wert des zweiten Quartals lag, während das bereinigte Ebitda deutlich zulegte. Neben Kupfer tragen Zink aus Kipushi und Schwefelsäure aus Kamoa-Kakula zu den Erlösen bei, was die Abhängigkeit von einem einzelnen Rohstoff verringert. Gleichzeitig steigen die Investitionsausgaben: Die Capex-Guidance für Platreef wurde angehoben, und die Phase-4-Erweiterung von Kamoa-Kakula erfordert zusätzliches Kapital. Die liquiden Mittel von 643 Millionen US-Dollar zum 30. September sind in diesem Zusammenhang eine wichtige Kennzahl für die Finanzierung des weiteren Ausbaus.
Die Phase-4-Erweiterung beginnt im ersten Quartal 2027
Der Ausblick des Unternehmens konzentriert sich auf drei Punkte. Erstens soll das detaillierte ingenieurtechnische Design der Phase-4-Erweiterung von Kamoa-Kakula im ersten Quartal 2027 beginnen, mit einer möglichen Fertigstellung innerhalb von 18 bis 24 Monaten nach Projektgenehmigung und einer angepeilten Kapazität von etwa 500.000 Tonnen Kupfer. Zweitens erwartet das Management, dass die Cash Costs von Kamoa-Kakula die Guidance für 2026 von 2,60 US-Dollar pro Pfund bis 3 US-Dollar pro Pfund erreichen, nach durchschnittlich 2,80 US-Dollar pro Pfund in den ersten neun Monaten. Drittens dürften die Schwefelsäurepreise hoch bleiben, wobei Drei-Monats-Verträge ab November durchschnittlich etwa 900 US-Dollar pro Tonne betragen sollen. Bei Platreef liegt der Capex-Korridor für das Gesamtjahr nun bei 415 Millionen US-Dollar bis 445 Millionen US-Dollar.
Drei Fachbegriffe erklären die wichtigsten Kennzahlen des Berichts
- Ebitda: Kennzahl für den Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation, die die operative Ertragskraft eines Unternehmens zeigt.
- Cash Costs: die barzahlungswirksamen Produktionskosten je verkaufter Mengeneinheit eines Bergbauprojekts.
- Capex: Investitionsausgaben für Anlagen, Ausrüstung und Projekte, die ein Unternehmen für den Ausbau oder Erhalt seiner Kapazitäten tätigt.
