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Hollywood-Schauspieler einigen sich vorläufig mit Studios und Streamern

SAG-AFTRA erzielt mehrjährigen Tarifvertrag – eine Wiederholung der lähmenden Streiks von 2023 gilt damit als unwahrscheinlich.

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Hollywood-Schauspieler einigen sich vorläufig mit Studios und Streamern

Die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA hat mit den großen Studios und Streaming-Anbietern eine vorläufige mehrjährige Einigung über einen neuen Tarifvertrag erzielt. Damit wird eine Wiederholung der Streiks von 2023, die Hollywood über mehrere Monate hinweg lahmlegten, unwahrscheinlich. Die genauen Bedingungen der Vereinbarung wurden bislang nicht bekannt gegeben.

Die Einigung kommt nur etwas mehr als eine Woche, nachdem die Writers Guild of America (WGA) einen neuen Vierjahresvertrag mit der Alliance of Motion Picture and Television Producers (AMPTP) abgeschlossen hat. Auch die Drehbuchautoren hatten im Jahr 2023 gestreikt und die Filmbranche damit in eine der schwersten Krisen ihrer jüngeren Geschichte gestürzt.

Wirtschaftlicher Druck auf beiden Seiten

Die Unterhaltungsindustrie befindet sich derzeit inmitten schwerer wirtschaftlicher Herausforderungen. Weder die Schauspieler noch die Studios sind auf eine weitere Auseinandersetzung aus – ein Umstand, der die Verhandlungen diesmal deutlich beschleunigt haben dürfte.

Besonders deutlich zeigt sich die Krise am Arbeitsmarkt: Die Beschäftigung in der Fernseh- und Filmproduktion ist seit dem Höchststand Ende 2022 um 30 Prozent zurückgegangen. Viele Streaming-Anbieter haben den Umfang ihrer produzierten fiktionalen Inhalte erheblich reduziert, was insbesondere in Los Angeles zu einem spürbaren Schrumpfen des Arbeitsangebots geführt hat.

Tantiemen und KI im Fokus der Verhandlungen

Zu den zentralen Streitpunkten in den Verhandlungen zählten die Forderung der Gewerkschaft nach höheren Tantiemen für Streaming-Inhalte sowie verstärkte Schutzmaßnahmen gegen den Einsatz künstlicher Intelligenz. Gerade das Thema KI hat in der Branche zuletzt für erhebliche Unruhe gesorgt, da Schauspieler und Kreative befürchten, durch automatisierte Systeme ersetzt oder ohne angemessene Vergütung digital reproduziert zu werden.

Die Frage der Streaming-Tantiemen ist für viele Schauspieler existenziell. Während im klassischen TV-Geschäft sogenannte Residuals – also Nachvergütungen für Wiederholungen und Ausstrahlungen – fest etabliert sind, hinken die Regelungen für Streaming-Plattformen wie Netflix, Amazon oder Disney+ noch immer hinterher. Die Gewerkschaft hatte hier seit Jahren auf eine Anpassung gedrängt.

Hintergrund: Die Streiks von 2023

Die Doppelstreiks von Drehbuchautoren und Schauspielern im Jahr 2023 hatten Hollywood in einem Ausmaß getroffen, das die Branche seit Jahrzehnten nicht erlebt hatte. Produktionen wurden monatelang unterbrochen, Kinostarts verschoben und Milliardenverluste verursacht. Der nun erzielte vorläufige Abschluss zwischen SAG-AFTRA und den Studios sendet ein deutliches Signal: Beide Seiten haben aus den Ereignissen von 2023 gelernt und wollen eine erneute Eskalation vermeiden.

Für die deutsche Unterhaltungsbranche und internationale Koproduktionen mit Hollywood sind solche Tarifeinigungen ebenfalls von Bedeutung, da sie die Planungssicherheit für gemeinsame Projekte erhöhen und den Produktionsfluss stabilisieren. Anleger in Medien- und Entertainmentunternehmen dürften die Einigung als positives Signal für die operative Stabilität der Branche werten.

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