Netflix bringt „Narnia" erstmals groß in die Kinos weltweit
Der Streaming-Riese wagt mit Greta Gerwigs „Narnia"-Film den bisher größten Kinostart seiner Geschichte.

Netflix hat einen historischen Schritt angekündigt: Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte wird der Streaming-Dienst einen Big-Budget-Film für sieben Wochen exklusiv weltweit in den Kinos veröffentlichen. Damit erfüllt Netflix eine langjährige Forderung von Kinobetreibern und Filmemachern, die auf eine längere Kinoauswertung vor dem Streaming-Start gedrängt hatten.
Konkret handelt es sich um „Narnia: The Magician's Nephew" unter der Regie von Greta Gerwig, die zuletzt mit dem Blockbuster „Barbie" weltweit für Aufsehen gesorgt hatte. Der Film soll am 12. Februar in den Kinos anlaufen und erst am 2. April auf der Netflix-Plattform erscheinen – ein Abstand von knapp sieben Wochen zwischen Kinostart und Streaming-Premiere.
Ein Paradigmenwechsel für Netflix
Bislang hatte Netflix zwar vereinzelt mit Kinoveröffentlichungen experimentiert, jedoch in deutlich kleinerem Rahmen. Filme wurden in der Regel für höchstens einige Wochen in mehreren hundert Kinos gezeigt, bevor sie online Premiere feierten. Darüber hinaus gab es Sonderveranstaltungen wie ein Singalong-Event zu „KPop Demon Hunters" auf der Leinwand – doch das war weit entfernt von einer klassischen Hollywood-Kinoauswertung.
Was Netflix bisher nie gewagt hatte: einem Film eine Veröffentlichung zu ermöglichen, wie sie bei traditionellen Hollywood-Studios üblich ist – also in tausenden Kinos weltweit für mehr als einen Monat, bevor der Titel für das Heimkino verfügbar wird. Genau diesen Schritt vollzieht der Konzern nun mit dem Narnia-Film.
Für die Kinobranche ist diese Ankündigung von großer Bedeutung. Kinobetreiber kämpfen seit Jahren darum, dass Streaming-Dienste die sogenannte „Theatrical Window" – also das exklusive Kinoauswertungsfenster – respektieren. Traditionell beträgt dieses Fenster bei Hollywood-Studios rund 45 Tage oder mehr. Netflix hatte dieses Modell lange Zeit abgelehnt und damit Spannungen mit der Kinobranche erzeugt.
Greta Gerwig als Zugpferd
Die Wahl von Greta Gerwig als Regisseurin unterstreicht den Stellenwert des Projekts für Netflix. Gerwig hatte mit „Barbie" im Jahr 2023 einen der erfolgreichsten Kinofilme des Jahres inszeniert und gilt als eine der gefragtesten Regisseurinnen Hollywoods. Ihre Beteiligung an „Narnia: The Magician's Nephew" dürfte das Interesse sowohl beim Publikum als auch bei Kinobetreibern weltweit wecken.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Narnia-Reihe basiert auf den gleichnamigen Fantasy-Romanen von C.S. Lewis und erfreut sich seit Jahrzehnten einer treuen Fangemeinde. Frühere Verfilmungen der Buchserie hatten an den Kinokassen weltweit Milliarden eingespielt und die Marke als publikumswirksames Franchise etabliert.
Mit diesem Schritt sendet Netflix ein klares Signal an die gesamte Filmbranche: Der Streaming-Gigant ist bereit, das klassische Kinomodell zumindest für ausgewählte Großproduktionen zu akzeptieren – und positioniert sich damit neu im Verhältnis zu traditionellen Filmstudios und Kinoketten.

