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Google Cloud-Ausfall in Großbritannien: Dienste wieder voll funktionsfähig

Stundenlange Störung bei Google Cloud beeinträchtigte digitale Banken und öffentliche Webseiten in Großbritannien.

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Google Cloud-Ausfall in Großbritannien: Dienste wieder voll funktionsfähig

Nach einem stundenlangen Ausfall, der mehrere Finanzunternehmen und öffentliche Webseiten in Großbritannien beeinträchtigte, sind die Cloud-Dienste von Alphabet-Tochter Google wieder voll funktionsfähig. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Vorfall rückt die wachsenden Bedenken britischer und EU-Aufsichtsbehörden in den Fokus, die wegen der zunehmenden Abhängigkeit des Finanzsektors von einer kleinen Anzahl externer Technologieanbieter alarmiert sind – insbesondere von Cloud-Unternehmen, die kritische Bankdienstleistungen unterstützen.

Die britische Digitalbank Revolut erklärte, der Ausfall habe mehrere Dienste gestört. Auf der Statusseite des Instituts wurden Kartenzahlungen und Geldabhebungen an Automaten als betroffen markiert. Das Unternehmen betonte jedoch, dass das Geld und die Daten seiner Kunden sicher seien. Google teilte mit, dass Engineering-Teams die volle Dienstverfügbarkeit nach einer Störung wiederhergestellt hätten, die durch ein „Stromereignis" in seiner Cloud-Region europe-west2 verursacht worden war. Diese Region umfasst ein London-basiertes Netzwerk aus mehreren Rechenzentren und Verfügbarkeitszonen, das Kunden in ganz Europa bedient.

Aufsichtsbehörden im Austausch mit Google

Die britische Finanzaufsichtsbehörde Financial Conduct Authority (FCA) reagierte umgehend: „Wir sind uns eines Vorfalls bewusst, der von Google bereitgestellte Dienste betrifft, und stehen mit ihnen sowie den betroffenen Unternehmen im Austausch, um die Auswirkungen zu verstehen", sagte ein Sprecher der FCA. Bereits im Juli hatte Großbritannien Google Cloud, Microsoft, Amazon Web Services und Oracle als kritische Drittanbieter für den Finanzsektor der direkten aufsichtlichen Kontrolle unterstellt. Ausschlaggebend war das Risiko, dass ein Ausfall bei einem großen Anbieter mehrere Unternehmen gleichzeitig lahmlegen könnte.

Google Cloud gehörte auch im vergangenen Jahr zu den 19 Technologieunternehmen, die von EU-Aufsichtsbehörden als kritische Drittanbieter-Rechenplattformen eingestuft wurden, von denen die Finanzindustrie der Union abhängt. Diese Einstufung unterstreicht, wie stark einzelne Cloud-Anbieter inzwischen zu einer systemischen Infrastruktur für Banken, Versicherer und Zahlungsdienstleister geworden sind.

Breite Streuung der betroffenen Dienste

Zu Beginn des Tages verzeichnete Downdetector einige Meldungen über Probleme in Großbritannien. Betroffen waren Dienste wie Lloyds Bank, HSBC, die Immobilienwebsite Rightmove, der Paketdienstleister DPD sowie der National Health Service England und Royal Mail. Downdetector erfasst Ausfälle, indem es Statusberichte aus verschiedenen Quellen, einschließlich Nutzern, zusammenführt. Die tatsächliche Betroffenheit der Nutzer kann daher variieren.

Lloyds gab an, davon auszugehen, dass die Dienste bald wieder normal funktionieren würden, da die grundlegenden Probleme behoben seien. HSBC teilte mit, dass man sich einiger Schwierigkeiten bei Kunden beim Zugriff auf die Dienste bewusst sei. Royal Mail erklärte, man sei über die Probleme informiert, es gebe jedoch keine Auswirkungen auf die Brief- und Paketzustellungen. Rightmove, DPD und NHS England antworteten nicht umgehend auf Anfragen von Reuters nach einer Stellungnahme.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Einordnung der ING Deutschland. Nachdem das Institut Probleme mit seiner Website und App gemeldet hatte, hieß es, es gebe keinen Hinweis darauf, dass die Störung auf eine externe Ursache oder einen Zusammenhang mit Drittanbieterdiensten zurückzuführen sei. Damit trennt die Bank ihren eigenen Vorfall ausdrücklich von dem britischen Cloud-Ausfall.

Konzentrationsrisiko bleibt zentrales Thema

Für deutsche Anleger und Finanzinstitute ist der Vorfall ein weiteres Beispiel für das sogenannte Konzentrationsrisiko: Weil immer mehr Banken und Dienstleister auf dieselben wenigen Hyperscaler setzen, kann eine einzige Störung in einer Region gleichzeitig zahlreiche Unternehmen treffen. Die regulatorische Antwort darauf ist eine direkte Aufsicht über die großen Anbieter – ein Weg, den Großbritannien im Juli eingeschlagen hat und den die EU mit ihrer Einstufung kritischer Rechenplattformen bereits verfolgt.

Google zufolge lag die Ursache in einem „Stromereignis" in der Region europe-west2. Wie es dazu kommen konnte und welche konkreten Lehren die Aufsichtsbehörden daraus ziehen, ist bislang offen.

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