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Gold durchbricht 5.000-Dollar-Marke – Yen profitiert von Interventionssorgen

Der Goldpreis erreichte am Montag erstmals die Marke von 5.000 US-Dollar pro Unze und kletterte auf ein Allzeithoch von 5.092 Dollar. Parallel stärkte sich der japanische Yen deutlich, nachdem Spekulationen über eine mögliche Währungsintervention aufkamen

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Gold durchbricht 5.000-Dollar-Marke – Yen profitiert von Interventionssorgen

Der Goldpreis hat am Montag einen historischen Meilenstein erreicht und erstmals die psychologisch wichtige Schwelle von 5.000 US-Dollar pro Unze durchbrochen. Spotgold kletterte um 1,5 Prozent auf 5.058 Dollar und markierte kurzzeitig ein Rekordhoch von 5.092 Dollar. US-Goldfutures für Februar notierten 1,6 Prozent höher bei 5.056 Dollar.

Flucht in sichere Häfen treibt Goldpreis

Der beispiellose Anstieg wird durch eine Kombination aus geopolitischen Unsicherheiten und Dollar-Schwäche befeuert. Gold hat im Jahr 2025 bereits um beeindruckende 64 Prozent zugelegt – der größte jährliche Zuwachs seit 1979. Allein in diesem Jahr verzeichnete das Edelmetall ein Plus von über 17 Prozent.

Als Haupttreiber nennen Analysten die anhaltende Nachfrage nach sicheren Anlagen, die Lockerung der US-Geldpolitik sowie robuste Käufe von Zentralbanken. China kaufte im Dezember bereits den vierzehnten Monat in Folge Gold für seine Reserven. Zudem flossen Rekordbeträge in börsengehandelte Gold-ETFs.

Trump-Politik verunsichert Märkte

Eine "Vertrauenskrise in US-Vermögenswerte" verstärkt die Goldrallye zusätzlich. Präsident Trump sorgte mit widersprüchlichen Handelsentscheidungen für Irritationen: Er nahm Zoll-Drohungen gegen europäische Verbündete zurück, drohte jedoch Kanada mit 100-prozentigen Zöllen bei einem China-Deal und französischen Weinen mit 200-prozentigen Zöllen.

"Wir sehen eine permanente Zäsur in der globalen Politik. Anleger betrachten Gold zunehmend als einzige verbleibende Alternative", erklärt Kyle Rodda von Capital.com. Goldman Sachs bestätigt eine breitere Nachfragebasis: Westliche ETF-Bestände stiegen seit Jahresbeginn um etwa 500 Tonnen, während vermögende Familien verstärkt physisches Gold kaufen.

Analysten erwarten weitere Kursgewinne

Die Investmentbank Goldman Sachs hob ihre Goldprognose für Dezember 2026 von 4.900 auf 5.400 Dollar an. Philip Newman von Metals Focus prognostiziert sogar einen Höchststand von etwa 5.500 Dollar im späteren Jahresverlauf. Der nächste technische Widerstand liegt bei 5.088 Dollar, danach könnte die Spanne von 5.168 bis 5.188 Dollar erreicht werden.

Yen profitiert von Interventionsspekulationen

Parallel zur Goldrallye legte der japanische Yen deutlich zu und kletterte um über ein Prozent auf 153,99 pro Dollar. Am Freitag war die Währung noch auf 159,23 Yen abgerutscht, was Spekulationen über eine mögliche Intervention auslöste.

Reuters-Quellen berichteten, dass die New York Federal Reserve Zinssatzprüfungen durchgeführt habe – ein mögliches Zeichen für eine koordinierte Intervention der USA und Japans. Eine solche gemeinsame Aktion wäre die erste seit 15 Jahren. "Die Möglichkeit einer Koordination macht Short-Positionen gegen den Yen deutlich risikoreicher", warnt Prashant Newnaha von TD Securities.

Japans Premierministerin Sanae Takaichi kündigte an, ihre Regierung werde notwendige Schritte gegen spekulative Marktbewegungen unternehmen. Der Dollar-Index fiel daraufhin auf ein Viermonatstief von 96,996 Punkten.

Fed-Sitzung unter politischem Druck

Die Märkte richten ihren Blick nun auf die anstehende Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve. Es wird erwartet, dass die Zinsen unverändert bleiben. Die Sitzung steht jedoch unter dem Schatten politischer Einflussnahme: Präsident Trump kritisierte Fed-Chef Jerome Powell wiederholt öffentlich und forderte aggressivere Zinssenkungen.

Zudem droht das Justizministerium mit einer strafrechtlichen Untersuchung gegen Powell im Zusammenhang mit Renovierungsarbeiten am Fed-Hauptquartier. Der Versuch Trumps, Fed-Gouverneurin Lisa Cook abzusetzen, steht noch vor einer Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof.

Edelmetalle im Höhenflug

Auch andere Edelmetalle verzeichneten kräftige Zugewinne. Spot-Silber stieg um 3,8 Prozent auf 106,8 Dollar und überschritt erstmals die 100-Dollar-Marke. Spot-Platin erreichte ein Rekordhoch von 2.891 Dollar und notierte zuletzt bei 2.802 Dollar. Palladium kletterte um 1,2 Prozent auf 2.034 Dollar – den höchsten Stand seit über drei Jahren.

An den Aktienmärkten reagierten Anleger nervös: Der japanische Nikkei fiel um etwa zwei Prozent, S&P 500-Futures gaben um 0,25 Prozent nach. In Deutschland stehen die Ifo-Geschäftsklimadaten für Januar im Fokus, die wichtige Hinweise zur Konjunkturlage liefern werden.

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