Goldpreis durchbricht 5.000-Dollar-Marke: Rekordanstieg um 80%
Der Goldpreis hat am Montag erstmals die historische Marke von 5.000 US-Dollar pro Unze überschritten und erreichte zeitweise sogar über 5.100 Dollar. Binnen zwölf Monaten verteuerte sich das Edelmetall um mehr als 80 Prozent.

Der Goldpreis setzt seine beispiellose Rallye fort und markiert neue Rekordstände. Am Montag durchbrach das Edelmetall erstmals die psychologisch wichtige Schwelle von 5.000 US-Dollar pro Unze und kletterte zeitweise sogar auf über 5.100 Dollar. Dies entspricht einem beeindruckenden Anstieg von mehr als 80 Prozent innerhalb der letzten zwölf Monate.
Allein in diesem Jahr legte Gold bereits um über 18 Prozent zu, nachdem es 2025 schon um 64 Prozent gestiegen war – der stärkste jährliche Zuwachs seit 1979. Auch Silber profitiert von der Edelmetall-Euphorie und erreichte am Freitag erstmals die 100-Dollar-Marke, was einem Jahresanstieg von 147 Prozent entspricht.
Vielfältige Treiber der Preisrallye
Für den dramatischen Preisanstieg machen Marktbeobachter eine Kombination mehrerer Faktoren verantwortlich. Ein schwächerer US-Dollar, zunehmende geopolitische Unsicherheit und erneute Handelsspannungen treiben Anleger in sichere Häfen. Hinzu kommen Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der US-Notenbank Federal Reserve und ein steigendes Inflationsrisiko.
Besonders auffällig ist die anhaltend starke Nachfrage von Zentralbanken weltweit, die ihre Goldreserven ausbauen. Gleichzeitig verstärken Privatanleger ihre Käufe, was die Aufwärtsdynamik zusätzlich befeuert. Experten erwarten, dass Gold und andere Edelmetalle ihre Rolle als bevorzugte Absicherungsinstrumente weiter ausbauen werden.
Geopolitische Spannungen belasten
Die jüngste Preisbewegung erfolgte nach einer turbulenten Woche, die von diplomatischen Spannungen rund um Grönland geprägt war. Präsident Trump hatte militärische und handelspolitische Drohungen gegen die arktische Insel und deren europäische Verbündete ausgesprochen, diese jedoch später zurückgenommen. NATO-Partner sehen die Kehrtwende skeptisch und befürchten langfristige Schäden für die Allianz.
Auch die Handelsspannungen bleiben ein bestimmendes Thema. Trump drohte Kanada am Samstag erneut mit 100-prozentigen Zöllen im Zusammenhang mit einem geplanten Handelsabkommen zwischen Premierminister Mark Carney und China. Solche Unsicherheiten treiben traditionell die Nachfrage nach Gold als Krisenwährung.
Innenpolitisch verschärfen sich die Spannungen in den USA weiter. Die tödliche Erschießung eines Anti-ICE-Protestierenden in Minneapolis heizt die politische Debatte in einem wichtigen Wahljahr an. Zudem droht eine teilweise Regierungsschließung, nachdem der führende Demokrat im Senat, Chuck Schumer, ankündigte, gegen Finanzierungsgesetze mit Mitteln für das Heimatschutzministerium zu stimmen.
Dollar schwächelt, Märkte stabil
Der US-Dollar fiel gegenüber dem japanischen Yen auf ein Zweimonatstief. Spekulationen über gemeinsame Interventionen der USA und Japans zur Stützung der japanischen Währung befeuerten die Bewegung. Berichte, wonach die New Yorker Fed Dollar-Yen-Kurse bei Händlern abgefragt hatte, verstärken die Annahme, dass Washington einen schwächeren Dollar anstrebt.
Trotz der Währungsturbulenzen zeigten sich US-Aktien am Montag stabil. Die Renditen von Staatsanleihen gaben vor der für Mittwoch angesetzten Fed-Sitzung leicht nach, bei der keine Änderung der Geldpolitik erwartet wird. In dieser Woche stehen zudem wichtige Quartalszahlen von Schwergewichten wie Apple, Microsoft und Tesla an.
Silber und Energie im Aufwind
Neben Gold profitiert auch Silber von der Edelmetall-Rallye. Das Metall überschritt am Freitag erstmals die 100-Dollar-Marke und baut damit seinen Vorjahresgewinn von 147 Prozent aus. Zuflüsse von Privatanlegern und momentumgetriebene Käufe treffen auf eine anhaltende Knappheit auf den physischen Märkten.
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Zur AktienanalyseAuch die Energiemärkte zeigten sich bewegt. Der Wintersturm Fern, der weite Teile Nordamerikas heimsucht, führte zu Produktionsausfällen und ließ die Ölpreise am Montag leicht steigen, nachdem sie bereits in der vorangegangenen Sitzung um mehr als zwei Prozent zugelegt hatten.
Ausblick
Anleger richten ihren Blick nun auf wichtige Konjunkturdaten aus den USA. Am Montag werden die Bestellungen im verarbeitenden Gewerbe für November sowie die Dallas Fed Business Survey für Januar veröffentlicht. Zudem stehen Quartalszahlen mehrerer Unternehmen an, darunter Alexandria Real Estate Equities, Brown & Brown, Nucor, Steel Dynamics und W. R. Berkley.
Marktbeobachter erwarten, dass die Volatilität an den Edelmetallmärkten anhalten wird, solange die geopolitischen und wirtschaftspolitischen Unsicherheiten bestehen bleiben. Für deutsche Anleger bietet Gold weiterhin eine Möglichkeit zur Portfoliodiversifikation, allerdings bei historisch hohen Bewertungen.


