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Globale Tech-Märkte unter Druck: Wall Street erholt sich, Asien bricht ein

Der Nasdaq erholt sich am Freitag um 1,1 Prozent, während der südkoreanische Kospi im Frühhandel um über acht Prozent einbricht.

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Globale Tech-Märkte unter Druck: Wall Street erholt sich, Asien bricht ein

Die globalen Finanzmärkte durchlaufen eine Phase hoher Volatilität, die vor allem durch ausgeprägte Nervosität im Technologiesektor geprägt ist. Während sich die US-Börsen am Freitag von ihren jüngsten Tiefstständen erholten, erlebten die asiatischen Märkte einen massiven Einbruch. Besonders drastisch fiel die Reaktion in Südkorea aus.

An der Wall Street legte der Nasdaq Composite am Freitag um 1,1 Prozent zu, nachdem Technologieaktien zuvor ihre stärksten Verluste seit über einem Jahr verzeichnet hatten. Trotz dieser leichten Erholung markierte der Nasdaq die vierte Woche in Folge mit Verlusten und büßte 3,4 Prozent ein. Auch der S&P 500 gab um 2,7 Prozent nach, der Dow Jones verlor 0,9 Prozent.

Führende KI-Werte zeigten sich zum Wochenschluss stabilisiert. Nvidia konnte sich mit einem Plus von 2,8 Prozent von seinem drastischen Kurseinbruch von 9,3 Prozent am Donnerstag erholen. Auch andere Halbleiterwerte legten zu. Während enttäuschende Quartalszahlen von Atlassian mit einem Minus von 16 Prozent den Sektor belasteten, überzeugte Airbnb mit einem Plus von 12 Prozent dank einer angehobenen Umsatzprognose.

Experten sehen im Ausverkauf eine goldene Kaufgelegenheit

Experten wie Keith Lerner von Truist Advisory Services und Dan Ives von Yorkville Ives bewerten den jüngsten Ausverkauf als überzogen. Sie sehen darin eine „goldene Kaufgelegenheit“, da KI weiterhin das dominierende Thema des Bullenmarktes bleibe. Adam Turnquist von LPL Financial wertet die Volatilität als „Knie-Ruck-Reaktion“ auf die US-Zwischenwahlen.

Dennoch bleibt die Lage komplex: Der Wahlsieg der Demokraten schürt Sorgen, dass der Ausbau von KI-Rechenzentren durch Finanzierungsfragen und Umweltauflagen gebremst werden könnte. Dies belastet auch den mit Spannung erwarteten Börsengang (IPO) des KI-Startups Anthropic, das seine Bewertung oder das Emissionsvolumen möglicherweise anpassen muss.

Asiens Börsen brechen ein und lösen in Seoul einen Circuit Breaker aus

In Asien fielen die Reaktionen deutlich drastischer aus. Der südkoreanische Kospi brach im Frühhandel um über acht Prozent ein, was die Börse in Seoul zur Aktivierung eines „Circuit Breakers“ zwang. Besonders hart traf es SK Hynix mit einem Minus von 11 Prozent und Samsung Electronics mit einem Minus von 8 Prozent.

Neben der KI-Skepsis belasteten in Südkorea Sorgen um steigende Ölpreise infolge beschädigter Tanker in der Straße von Hormus. Auch der japanische Nikkei 225 verlor rund 6,5 Prozent, während die Indizes in Hongkong und China ebenfalls nachgaben.

Starke Arbeitsmarktdaten lassen die Fed-Zinserwartungen steigen

Makroökonomisch bleibt die Lage ambivalent. Unerwartet starke US-Arbeitsmarktdaten mit einer Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent haben die Erwartungen an eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve im Dezember auf 78 Prozent steigen lassen. Marktbeobachter wie Joe Saluzzi hinterfragen jedoch, ob die Fed angesichts der Marktinstabilität tatsächlich an der Zinsschraube drehen wird.

Als positiver Indikator für die reale Nachfrage nach KI-Infrastruktur gilt unterdessen der stabile Kupferpreis. Für deutsche Anleger bedeutet die aktuelle Gemengelage, dass die Schwankungen im Technologiesektor vorerst anhalten dürften, während sich die Einschätzungen der Analysten zwischen Kaufgelegenheit und Vorsicht bewegen. Die kommenden Tage dürften zeigen, ob sich die Erholung an der Wall Street fortsetzt oder die Nervosität erneut die Oberhand gewinnt.

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