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Glencore-Merafe zieht Entlassungsverfahren nach Stromtarif-Einigung zurück

Nach Genehmigung eines vergünstigten Stromtarifs für Ferrochrom-Produzenten stabilisiert sich die Lage beim südafrikanischen Joint Venture.

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Glencore-Merafe zieht Entlassungsverfahren nach Stromtarif-Einigung zurück

Das Glencore-Merafe-Chrom-Joint-Venture hat ein laufendes Verfahren nach Abschnitt 189 des südafrikanischen Arbeitsrechts zurückgezogen. Dieser Schritt folgt auf die Genehmigung eines vergünstigten Stromtarifs für südafrikanische Ferrochrom-Produzenten durch die nationale Energieregulierungsbehörde Nersa. Das Verfahren nach „Section 189" hätte zur Entlassung von Mitarbeitern führen können.

Der Hintergrund: Der südafrikanische Energieversorger Eskom hatte im April bei der Nersa die Einführung eines Sondertarifs von 62 Cent pro Kilowattstunde für Ferrochrom-Schmelzhütten beantragt. Nach öffentlichen Konsultationen und Anhörungen am 25. Mai traf die Regulierungsbehörde am 29. Mai ihre Entscheidung. Nersa genehmigte dabei Änderungen an den sogenannten Negotiated Price Agreements (NPAs) – also ausgehandelten Preisvereinbarungen – von Eskom mit den betroffenen Schmelzhütten.

Konkret wurden zwei Vereinbarungen genehmigt: die NPA von Eskom mit Samancor Chrome für eine Laufzeit von fünf Jahren sowie die NPA von Eskom mit Glencore-Merafe für einen Zeitraum von drei Jahren. Eskom ist verpflichtet, der Nersa alle sechs Monate Fortschrittsberichte über die Umsetzung der Vereinbarungen vorzulegen, damit die Regulierungsbehörde die Wirksamkeit und die sozioökonomischen Auswirkungen der Tarife überwachen kann.

Gespräche mit Eskom noch nicht abgeschlossen

Glencore-Merafe betonte, dass die Verhandlungen mit Eskom über die genauen Bedingungen der NPA zur Umsetzung des Tarifs noch andauern. Diese Bedingungen seien weiterhin entscheidend für die Bestimmung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit und der langfristigen Nachhaltigkeit der Tariflösung, so das Joint Venture. Die Rücknahme des Entlassungsverfahrens stelle einen weiteren Schritt zur Stabilisierung des Betriebs und zum schrittweisen Wiederhochfahren des Geschäfts dar.

Das Unternehmen würdigte ausdrücklich die Rolle mehrerer Beteiligter in diesem Prozess: Eskom, das Ministerium für Elektrizität und Energie, die Nersa sowie die anerkannten Gewerkschaften des Joint Ventures. „Das Joint Venture setzt weiterhin auf einen konstruktiven Austausch mit Eskom und allen Beteiligten, um die Gespräche abzuschließen und eine nachhaltige Zukunft für die Ferrochrom-Produktion in Südafrika zu sichern", hieß es in einer Erklärung des Unternehmens.

Auch Transalloys profitiert von Nersa-Entscheidung

Parallel dazu hat die Nersa eine weitere Erleichterung für die südafrikanische Ferrolegierungsindustrie beschlossen. Die Regulierungsbehörde genehmigte eine vorübergehende Änderung der sogenannten Take-or-Pay-Bedingungen (TOP) von Eskom mit der Mangan-Ferrolegierungs-Schmelzhütte von Transalloys in der Provinz Mpumalanga. Die Änderung sieht eine Lockerung der TOP-Anforderungen von 70 Prozent für einen Zeitraum von sechs Monaten vor, wirksam ab dem 1. Juli.

Eskom muss drei Monate nach Inkrafttreten und danach alle drei Monate bis zum Ende des Lockerungszeitraums Fortschrittsberichte vorlegen. Die Nersa begründete die Maßnahme damit, dass die Verlängerung der TOP-Regelung notwendig sei, um die dauerhafte Schließung der Transalloys-Schmelzhütten und den damit verbundenen Verlust von Arbeitsplätzen und industrieller Aktivität zu verhindern.

Die Entwicklungen zeigen, wie stark die energieintensive Ferrochrom- und Ferrolegierungsindustrie Südafrikas von den Stromkosten abhängig ist. Für deutsche Anleger ist Glencore als einer der weltgrößten Rohstoffkonzerne mit Sitz in der Schweiz und Börsennotierung in London relevant. Ferrochrom ist ein wichtiger Rohstoff für die Edelstahlproduktion und damit für zahlreiche Industriezweige weltweit von Bedeutung.

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