Seltenerden-Streit: MP Materials klagt gegen USA Rare Earth
Zwei von der Trump-Regierung geförderte US-Bergbaukonzerne streiten sich vor Gericht um gestohlene Magnettechnologie.

MP Materials hat in Texas Klage gegen den Konkurrenten USA Rare Earth eingereicht. Der Vorwurf: Technologiediebstahl bei der Herstellung von Permanentmagneten. Damit geraten zwei Unternehmen aneinander, die beide aktive Unterstützung der Trump-Administration genießen und gemeinsam an der Spitze der US-Bemühungen stehen, eine heimische Lieferkette für seltene Erden aufzubauen.
In der Klageschrift behauptet MP Materials, ein ehemaliger Mitarbeiter habe nach seinem Wechsel zu USA Rare Earth vertrauliche Technologie weitergegeben. Konkret geht es um die sogenannte „Korngrenzendiffusion" – ein Verfahren zur Verbesserung der „Koerzitivfeldstärke" von Magneten, also deren Widerstand gegen Entmagnetisierung. MP zufolge ist diese Technologie das Ergebnis „jahrelanger" Forschung und Investitionen in Höhe von „Millionen von US-Dollar".
„USA Rare Earth hat es wiederholt versäumt, seine kommerziellen und leistungsbezogenen Ziele zu erreichen, und greift nun zum Diebstahl von Technologie, um sich aus der Misere zu befreien", erklärte MP Materials in der Klageschrift. Zudem wirft MP dem Konkurrenten vor, ein systematisches Muster zu verfolgen: „USA Rare Earth hat ein Muster gezeigt, Mitarbeiter von anderen Unternehmen abzuwerben und diese Mitarbeiter dann zu nutzen, um sich Geschäftsgeheimnisse unrechtmäßig anzueignen."
USA Rare Earth wies die Vorwürfe entschieden zurück. „Die Klage von MP Materials stellt unser Unternehmen, unsere Kultur und unsere Mitarbeiter falsch dar, und wir werden uns energisch verteidigen", erklärte das Unternehmen. Der betroffene ehemalige MP-Mitarbeiter reagierte laut Bericht nicht auf eine Anfrage über LinkedIn.
Strategische Bedeutung für die USA
Permanentmagnete aus seltenen Erden sind ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Technologie. Sie stecken in Mobiltelefonen, Elektrofahrzeugen und Kampfjets – und machen die USA in hohem Maße abhängig von chinesischen Lieferanten. Genau diese Abhängigkeit will die Trump-Administration durch den Aufbau einer eigenen Lieferkette überwinden.
Beide Unternehmen spielen dabei eine zentrale Rolle. MP Materials schloss im vergangenen Jahr eine Vereinbarung mit der US-Regierung ab, in der die Trump-Administration zustimmte, eine Minderheitsbeteiligung an dem Bergbauunternehmen zu übernehmen und einen Mindestpreis für einige seiner Produkte zu garantieren. USA Rare Earth sicherte sich in diesem Jahr 1,6 Milliarden US-Dollar an bedingten Fördermitteln, um eine geplante Mine in Texas und eine Magnetfabrik in Oklahoma zu finanzieren.
Experten betonen, dass staatliche Unterstützung für die Branche essenziell ist. Das Risiko: Chinesische Konkurrenten könnten den Markt mit billigen Produkten überschwemmen und die Preise so weit drücken, dass US-Produzenten nicht wettbewerbsfähig bleiben. Peking hat zuletzt Exportkontrollen für eine Reihe kritischer Mineralien eingeführt, darunter auch seltene Erden – was den Druck auf westliche Regierungen erhöht, eigene Kapazitäten aufzubauen.
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Zur AktienanalyseRechtsstreit mit industriepolitischer Brisanz
Der Konflikt zwischen MP Materials und USA Rare Earth ist mehr als ein gewöhnlicher Unternehmensstreit. Er zeigt, wie angespannt der Wettbewerb in einem Sektor ist, der für die nationale Sicherheit und die Energiewende gleichermaßen als strategisch gilt. Dass zwei staatlich geförderte Unternehmen nun gegeneinander vor Gericht ziehen, dürfte die Trump-Administration in eine unangenehme Lage bringen.
Für deutsche und europäische Anleger ist der Fall ein weiteres Signal, wie ernst die USA den Aufbau einer eigenen Rohstoffversorgung nehmen. Die Eskalation im Wettbewerb um kritische Mineralien zwischen den USA und China macht den Sektor zu einem der meistbeobachteten Bereiche der globalen Industriepolitik.


