Trump verteidigt Iran-Diplomatie trotz anhaltender militärischer Spannungen
US-Präsident Trump weist Kritik zurück und besteht auf baldige Einigung mit dem Iran – während Luftangriffe eskalieren.

US-Präsident Donald Trump hat am Montag Kritiker seiner Iran-Politik scharf zurückgewiesen. Er erklärte, Teheran wolle „wirklich ein Abkommen schließen" und dieses werde gut für die USA und ihre Verbündeten sein. Die Äußerungen kommen zu einem heiklen Zeitpunkt: Die Verhandlungen stecken fest, während gleichzeitig militärische Auseinandersetzungen zwischen beiden Ländern wieder aufgeflammt sind.
Am Wochenende wurden erneut Luftangriffe zwischen den USA und dem Iran gemeldet. Beide Seiten gaben an, militärische Ziele nahe der strategisch wichtigen Straße von Hormus getroffen zu haben – einer Wasserstraße, über die üblicherweise rund 20 Prozent des weltweiten Ölverkehrs abgewickelt werden. Für die globalen Energiemärkte ist diese Meerenge von kaum zu überschätzender Bedeutung.
Das US Central Command bestätigte, am Wochenende „Schläge zur Selbstverteidigung" gegen iranische Radarstationen sowie Kommando- und Kontrollzentren für Drohnen in Goruk und auf der Insel Qeschm durchgeführt zu haben. Das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) erklärte seinerseits, als Vergeltung einen US-Luftwaffenstützpunkt angegriffen zu haben. Die gegenseitigen Angriffe verdeutlichen, wie fragil die Lage trotz laufender Diplomatie bleibt.
Berichte über Streit um Verhandlungsbedingungen
Ein am Samstag veröffentlichter Bericht von Axios sorgte für zusätzliche Unruhe: Demnach soll Trump mehrere Änderungen an den jüngsten Bedingungen gefordert haben, die seine Gesandten mit iranischen Vertretern ausgehandelt hatten. Der Bericht stützte sich auf einen hochrangigen Regierungsbeamten sowie eine zweite informierte Quelle. CNBC konnte den Bericht nicht unabhängig verifizieren.
Trump hatte wiederholt erklärt, Washington und Teheran stünden seit dem Inkrafttreten eines Waffenstillstands Anfang April kurz vor einer Einigung. Die Realität sieht jedoch anders aus: Die Gespräche zeigten in den letzten Wochen kaum Fortschritte, und die Verhandlungen sind nun in einen neuen Monat des Stillstands geglitten.
Experten warnen vor übertriebenen Markterwartungen
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Zur AktienanalyseGuntram Wolff, Senior Fellow beim in Brüssel ansässigen wirtschaftlichen Think Tank Bruegel, äußerte sich skeptisch zu den Aussichten auf einen diplomatischen Durchbruch. Er warnte, die Marktteilnehmer seien „viel zu optimistisch" hinsichtlich einer baldigen Einigung. Diese Einschätzung ist für Anleger relevant, da ein mögliches Abkommen erhebliche Auswirkungen auf die globalen Ölpreise und damit auf eine Vielzahl von Branchen hätte.
Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung rund um die Straße von Hormus besonders bedeutsam. Eine Eskalation in dieser Region könnte die Energieversorgung Europas belasten und die Rohstoffpreise deutlich in die Höhe treiben. Gleichzeitig bleibt die diplomatische Lage unberechenbar, solange sowohl militärische Aktionen als auch Verhandlungen parallel laufen – ein Szenario, das Märkte erfahrungsgemäß mit erhöhter Volatilität quittieren.


