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Fiverr-Aktie unter Druck: Drei Analysten stufen herab

Strategie-Schwenk zu Premium-Kunden sorgt für Unsicherheit bei Investoren und Experten

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Fiverr-Aktie unter Druck: Drei Analysten stufen herab

Die Online-Plattform Fiverr gerät nach Vorlage ihrer jüngsten Geschäftszahlen unter Verkaufsdruck. Gleich drei namhafte Analysten – JPMorgan, Needham & Company und Roth – haben ihre Bewertungen für die Aktie herabgestuft. Der Grund: Die angekündigte Neuausrichtung auf höherwertige Aufträge birgt mehr Risiken als zunächst erwartet.

Doug Anmuth von JPMorgan senkte sein Rating auf "Neutral" und warnte vor "erhöhten Ausführungsrisiken". Die Strategie sei zwar grundsätzlich sinnvoll, werde aber Zeit brauchen. Besonders kritisch: Die Prognosen für Umsatz und EBITDA im ersten Quartal sowie für das Gesamtjahr 2026 liegen "deutlich unter dem Konsens". Die ungewöhnlich große Bandbreite der Schätzungen zeige die Unsicherheit sowohl bezüglich der Makroökonomie als auch des Transformationsplans.

Immerhin gibt es auch positive Signale. Bei Transaktionen mit höherem Auftragsvolumen zeigt Fiverr Stärke: Die Ausgaben pro Käufer stiegen um 13 Prozent, das Bruttowarenvolumen (GMV) für Projekte über 1.000 Dollar legte sogar um rund 23 Prozent zu. Doch dieser Erfolg hat seinen Preis – die Zahl der aktiven Käufer wird sinken, da Fiverr bewusst Geschäfte mit geringerem Wert zurückfährt.

Künstliche Intelligenz als Belastung

Bernie McTernan von Needham stufte die Aktie ebenfalls auf "Hold" herab. Er sieht "zu viel Unsicherheit" und rechnet mit "erheblichen GMV-Rückgängen" für 2026. Trotz der günstigen Bewertung – McTernan nennt Fiverr die "günstigste Aktie" in seinem Analyseuniversum – belaste die KI-gestützte Disruption das Niedrigpreissegment massiv. Für Projekte unter 1.000 Dollar erwartet er einen Rückgang von 22 Prozent.

Besonders skeptisch äußerte sich McTernan zur mittelfristigen Perspektive: Die Rückgänge 2026 seien "zu steil, um 2027 wieder zum Wachstum zurückzukehren". Diese Einschätzung dürfte viele Investoren verunsichern, die auf eine schnelle Erholung gehofft hatten.

Übergang schmerzhafter als gedacht

Rohit Kulkarni von Roth bezeichnete den Übergang zu einem "KI-nativen Marktplatz" als "schmerzhafter als gedacht". Der Schwenk in den gehobenen Markt stehe noch am Anfang, während die Trends auf dem Kernmarktplatz verhalten blieben. Kulkarni senkte seine Umsatzschätzung für 2026 um 12 Prozent, beim EBITDA sogar um drastische 42 Prozent.

Für deutsche Anleger bedeutet dies: Fiverr befindet sich mitten in einer kritischen Transformation. Während das Unternehmen langfristig auf profitablere Kunden setzt, könnte die Übergangsphase länger dauern und schmerzhafter verlaufen als erhofft. Die Konkurrenz durch KI-Tools verschärft die Situation zusätzlich, besonders im Niedrigpreissegment, das bisher das Kerngeschäft darstellte.

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