Fed-Präsidentin Hammack: Restriktive Zinsen bleiben nötig, um Inflation zu dämpfen
Die Präsidentin der Fed von Cleveland fordert eine restriktive Geldpolitik und kleinere, dafür häufigere Zinsschritte, um die Inflation auf 2 Prozent zu drücken.

Beth Hammack, Präsidentin und CEO der Federal Reserve Bank of Cleveland, hat sich dafür ausgesprochen, die Zinsen restriktiv zu halten. In vorbereiteten Remarks für eine Veranstaltung in Zürich sagte sie am Donnerstag, die Geldpolitik müsse in eine restriktive Ausrichtung übergehen, um die Inflation zeitnah auf 2% zurückzuführen. Zugleich sprach sie sich dafür aus, geldpolitische Anpassungen häufiger und dafür kleiner vorzunehmen, weil das aus ihrer Sicht das Risiko verringert, dass die Notenbank mit ihrer Politik hinterherhinkt.
„Ich erwarte, dass die Geldpolitik in eine restriktive Ausrichtung übergehen muss, um die Inflation zeitnah auf 2% zurückzuführen", sagte Hammack. Sie fügte hinzu, dass sie es vorziehe, „so oft wie möglich kleinere Anpassungen vorzunehmen". Die Meldung stammt von Bloomberg Europe und wurde am 5. November 2026 veröffentlicht.
Damit positioniert sich die Präsidentin einer der regionalen Notenbanken des Federal-Reserve-Systems erneut auf der Seite einer bremsenden Geldpolitik. Hammack leitet die Federal Reserve Bank of Cleveland und äußert sich seit Monaten wiederholt zu Inflationsrisiken und zum geldpolitischen Kurs. Konkrete Zinsbeschlüsse, einen Leitzins oder einen Zeitplan für die nächste Sitzung nannte sie in den vorbereiteten Remarks nicht.
Hammack will die Geldpolitik klar restriktiv ausgerichtet sehen
Zwei Elemente prägen die Aussage der Notenbankerin. Erstens soll die Geldpolitik restriktiv bleiben, also bremsend auf die Wirtschaft wirken, bis die Inflation das Ziel von 2% erreicht. Zweitens spricht sich Hammack für kleinere, dafür häufigere Anpassungen aus – ein gradueller Ansatz statt großer Schritte. Beides zusammen ergibt das Bild einer Notenbankerin, die den Kurs lieber in vielen kleinen Korrekturen nachjustieren möchte als in wenigen großen.
Bemerkenswert ist der Ort der Rede: Hammack sprach in Zürich, also außerhalb der Vereinigten Staaten. Die Veranstaltung fand am Donnerstag statt, die Meldung wurde am 5. November 2026 veröffentlicht. Inhaltlich knüpft sie damit an ihre früheren Auftritte in den USA an, bei denen sie wiederholt auf die Inflationslage hingewiesen hatte.
Die Formulierung, die Geldpolitik müsse „in eine restriktive Ausrichtung übergehen", legt nahe, dass Hammack die aktuelle Politik noch nicht als ausreichend bremsend ansieht. Genau diesen Zweifel hatte sie bereits im Juni 2026 geäußert, als sie die Frage aufwarf, ob die Geldpolitik restriktiv genug sei, um die Inflation auf 2 Prozent zu senken. Der Wunsch nach häufigeren, kleineren Anpassungen ist insofern auch eine Antwort auf dieses Problem: Wer öfter nachsteuert, muss nicht auf einen großen Schritt warten, wenn sich die Datenlage ändert.
Bereits am 8. Mai 2026 warnte Hammack vor einer sich verfestigenden Inflationsmentalität
Die aktuelle Aussage reiht sich in eine Serie ähnlicher Warnungen ein. Bereits am 8. Mai 2026 berichtete aktien.news, dass Hammack auf dem Ohio CEO Summit in Columbus eindringliche Worte zur Inflationslage in den USA gefunden habe. Sie erklärte dort, dass Unternehmen zunehmend besorgt seien, dass sich eine Inflationsmentalität in der Bevölkerung festzusetzen beginne. „Was ich in Gesprächen mit Unternehmen höre, ist die Sorge, dass sich eine Inflationsmentalität in den Köpfen der Menschen zu verfestigen beginnt", zitierte Hammack sich selbst.
Am 2. Juni 2026 meldete aktien.news, dass Hammack deutliche Warnsignale gesendet habe: Die US-Notenbank könnte „bald" handeln müssen, um dem anhaltend hohen Inflationsdruck entgegenzuwirken. In einer Rede vor dem City Club of Cleveland machte sie klar, dass sie die Risiken einer verfestigten Inflation höher gewichtete als die Risiken für den Arbeitsmarkt. „Basierend auf den Daten bereiten mir die wachsenden Risiken einer anhaltend hohen Inflation mehr Sorgen als die Risiken für die Vollbeschäftigung", sagte sie damals. Ein zweiter Bericht vom selben Tag verwies auf dieselbe Rede und auf ihre Zweifel, ob die Geldpolitik restriktiv genug sei, um die Inflation auf 2 Prozent zu senken.
Am 24. September 2026 berichtete aktien.news, dass Hammack in ihren Eröffnungsworten zu einer Konferenz ihrer Bank vor anhaltendem Inflationsdruck in den Vereinigten Staaten gewarnt habe. Die Faktoren, die den Preisdruck nach oben treiben, seien weiterhin hoch, erklärte sie; je länger diese Situation andauere, desto schwieriger werde es, die Preisdruckfaktoren wieder auf das Zielniveau der Notenbank zu senken. „Die aktuellen Bedingungen in den Vereinigten Staaten deuten darauf hin, dass die Produktion ein solches Wachstumstempo aufweist und der Arbeitsmarkt nahe an meiner Definition von maximaler Beschäftigung liegt, jedoch bleibt die Inflation hoch", sagte sie.
Anleger sollten die geldpolitischen Signale der Fed weiterhin genau verfolgen
Für deutsche Privatanleger ist die Aussage vor allem als Signal zu lesen: Eine Notenbankerin, die eine restriktive Ausrichtung fordert und zugleich kleinere, häufigere Anpassungen bevorzugt, beschreibt einen Kurs, der Zinsentscheidungen datenabhängig und schrittweise nachjustiert. Hammack spricht dabei für eine von mehreren regionalen Notenbanken; ein Beschluss des geldpolitischen Gremiums ist mit ihren vorbereiteten Remarks nicht verbunden. Wer Zinsentscheidungen der Fed einordnen will, sollte ihre Äußerungen daher als einen Baustein unter mehreren behandeln.
Auffällig ist die Konstanz ihrer Argumentation. Seit Mai 2026 verweist Hammack auf Inflationsmentalität, Inflationsdruck und die Frage, ob die Politik restriktiv genug ist. Wer diese Linie verfolgt, erkennt, worauf sie ihre Prioritäten legt: Sie gewichtet die Risiken einer verfestigten Inflation höher als die Risiken für den Arbeitsmarkt. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten; die Aussagen liefern aber eine Orientierung für die Erwartungen an den weiteren geldpolitischen Kurs.
Hammack nennt keinen konkreten Zeitplan für die nächsten Zinsschritte
Aus den vorbereiteten Remarks geht hervor, dass Hammack weitere Anpassungen für nötig hält, ohne deren Umfang oder Termin zu benennen. Ihre Präferenz lautet, so oft wie möglich kleinere Anpassungen vorzunehmen. Bereits am 2. Juni 2026 hatte sie zudem die Möglichkeit angedeutet, dass die US-Notenbank „bald" handeln müsse. Konkrete Daten oder Sitzungstermine für die nächsten Schritte nennt die Meldung vom 5. November 2026 nicht.
Drei Begriffe aus der Geldpolitik helfen beim Einordnen der Aussagen
- Restriktive Geldpolitik: Eine Ausrichtung der Notenbank, die bremsend auf die Wirtschaft wirkt, um den Preisdruck zu senken.
- Inflationsziel: Die von einer Zentralbank angestrebte Inflationsrate, an der sie ihre Politik ausrichtet.
- Hinterherhinken der Geldpolitik: Die Situation, in der eine Notenbank zu spät auf die Preisentwicklung reagiert und später umso kräftiger eingreifen muss.
