Fast 40% des S&P 500 im Bärenmarkt – zehn Aktien als Gewinner
MarketWatch identifiziert zehn S&P-500-Aktien im Bärenmarkt, deren Umsatzwachstum sich bis 2028 verdreifachen soll – Kursziele bis 81%.

Fast 40 Prozent der im S&P 500 enthaltenen Aktien befinden sich in einem Bärenmarkt. Das ist die zentrale Beobachtung eines Berichts von MarketWatch, der am 16. Oktober 2026 veröffentlicht wurde. Trotz dieser ernüchternden Marktbreite identifiziert die Analyse zehn dieser Aktien, die Analysten als potenzielle Gewinner einstufen – mit Kurszielen von bis zu 81 Prozent.
Der Befund ist bemerkenswert, weil er in krassem Gegensatz zum Indexstand steht. Denn auf den ersten Blick zeichnet sich das Jahr für den wichtigsten US-Aktienindex als ein weiteres exzellentes Jahr für Aktien ab. Doch ein genauerer Blick zeigt eine große Anzahl von Aktien, die sich in Bärenmärkten befinden. Diese Diskrepanz zwischen der Performance des Index und der tatsächlichen Verfassung der Mehrheit seiner Einzelwerte ist das eigentliche Thema des Berichts.
MarketWatch richtet den Fokus dabei nicht nur auf die Verlierer, sondern gerade auf die Chancen. Die zehn ausgewählten Unternehmen sollen das Tempo des Umsatzwachstums des S&P 500 im Zeitraum von 2026 bis 2028 mindestens verdreifachen. Aus dieser Erwartung leiten Analysten ihre optimistischen Kursziele ab, die im Spitzenwert bis zu 81 Prozent betragen.
Die Details
Die zentrale Kennzahl des Berichts ist der Anteil der S&P-500-Aktien, die sich in einem Bärenmarkt befinden: fast 40 Prozent. Als Bärenmarkt gilt gemeinhin ein Rückgang von mindestens 20 Prozent gegenüber dem jeweiligen 52-Wochen-Hoch. Genau diese Schwelle ist bei einer großen Zahl von Einzelwerten bereits unterschritten.
Im Mittelpunkt der Analyse stehen zehn Aktien aus diesem Kreis, für die Analysten deutliches Aufwärtspotenzial sehen. Zwei Zahlen stechen dabei hervor: Zum einen die erwartete Verdreifachung des Umsatzwachstumstempos des S&P 500 zwischen 2026 und 2028, zum anderen die Kursziele, die bis zu 81 Prozent über den aktuellen Kursen liegen sollen. Konkrete Unternehmensnamen nennt der vorliegende Quelltext nicht.
Ein weiterer Bestandteil des Berichts ist organisatorischer Natur. Mark DeCambre, Chefredakteur von MarketWatch, kündigte an, ab Montag, dem 19. Oktober, einen frischen Ansatz für das Format „Need to Know" vorzustellen. „Ich werde jeden Morgen sorgfältig die Geschichten auswählen, die Ihre Zeit wert sind, mit mehr der besten Berichterstattung und Perspektiven von MarketWatch darüber, was dies alles für Ihr Geld bedeutet", zitiert der Bericht DeCambre. „Bis Montag!"
Hintergrund: Was bisher geschah
Die Beobachtung, dass der Index und die Mehrheit seiner Einzelwerte auseinanderdriften, ist nicht neu. Bereits am 30.09.2026 berichtete aktien.news, dass der S&P 500 am Dienstag innerhalb von zwei Prozentpunkten seines historischen Schlussrekords notierte, während mehr als 40 Prozent der im Index enthaltenen Aktien am Montagabend mindestens 20 Prozent unter ihren 52-Wochen-Hochs handelten. Schon damals hieß es, die starke Performance einer Minderheit hochfliegender Künstliche-Intelligenz-Aktien begrenze die Verluste auf Indexebene.
Am 05.10.2026 berichtete aktien.news, dass sich der S&P 500 seit rund vier Jahren in einem Bullenmarkt befindet und Marktbeobachter kaum Anzeichen für ein baldiges Ende sahen. Zugleich verwies der Bericht auf Yardeni Research, wonach ein voll ausgeprägter Bärenmarkt durchschnittlich 340 Tage dauern würde.
Am 10.10.2026 folgten zwei weitere Berichte. Der erste stellte fest, dass der S&P 500 in diesem Jahr um 13,9 Prozent zugelegt und in der vergangenen Woche ein neues Rekordhoch erreicht hatte, während laut Daten von FactSet 41 Prozent der im S&P 500 enthaltenen Aktien mindestens 20 Prozent unter ihren 52-Wochen-Hochs notierten. Der zweite Bericht verwies auf Analysten von Goldman Sachs, wonach die Marktbreite des S&P 500 kürzlich den niedrigsten Stand seit der Dotcom-Blase erreicht hatte; die Median-Aktie im Index lag demnach fast 20 Prozent unter ihrem Allzeithoch.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Kernbotschaft des Berichts zwiespältig. Einerseits zeigt der Indexstand ein starkes Jahr, andererseits verbirgt sich dahinter eine breite Schwäche. Wer sein Depot stark auf den Index oder auf wenige große Technologiewerte ausgerichtet hat, partizipiert möglicherweise an der Indexperformance, ohne die Verluste vieler Einzelwerte zu bemerken.
Die zehn von MarketWatch hervorgehobenen Aktien stehen für den umgekehrten Ansatz: gezielt nach Werten zu suchen, die bereits deutlich unter ihren Höchstständen notieren, deren fundamentale Perspektive aber auf ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum hindeutet. Die erwartete Verdreifachung des Umsatzwachstumstempos von 2026 bis 2028 und die Kursziele von bis zu 81 Prozent sind dabei die Argumente der Analysten – nicht mehr und nicht weniger. Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Anleger sollten beachten, dass ein Kursziel lediglich eine Erwartung abbildet. Ob sich die zugrunde liegenden Annahmen zum Umsatzwachstum erfüllen, ist offen. Die zuvor berichtete gesunkene Marktbreite und die Konzentration der Indexgewinne auf wenige Werte bleiben zentrale Risikofaktoren, die im Bericht und in den früheren Analysen immer wieder betont wurden.
Ausblick
Ein konkreter Termin steht fest: Ab Montag, dem 19. Oktober, will Mark DeCambre das Format „Need to Know" bei MarketWatch in neuer Form präsentieren. Inhaltlich richtet sich der Blick auf den Zeitraum 2026 bis 2028, für den Analysten den zehn genannten Unternehmen ein mindestens dreifaches Umsatzwachstumstempo im Vergleich zum S&P 500 zutrauen. Ob sich diese Erwartungen bestätigen, wird sich erst mit den kommenden Geschäftszahlen zeigen.
Kurz erklärt
- Bärenmarkt: Marktphase, in der Kurse deutlich und anhaltend gegenüber ihren Höchstständen fallen.
- Marktbreite: Kennzahl dafür, wie viele Einzelaktien eines Index an dessen Aufwärtstrend teilnehmen.
- Kursziel: Von Analysten erwarteter Kurs eines Wertpapiers zu einem bestimmten Zeitpunkt.
