ANZEIGE

EU zeigt Schadenfreude an Krise in UK

Europäische Hauptstädte verweisen auf Denkfehler, die auch zum Brexit geführt haben

•• 4 Min
EU zeigt Schadenfreude an Krise in UK

Aktuelle und ehemalige Beamte in Kontinentaleuropa versuchen kaum, ihre Schadenfreude über die Marktturbulenzen zu verbergen, die den Plan der britischen Regierung, Steuersenkungen in Höhe von 45 Milliarden Pfund vor allem für Besserverdienende durch höhere Schulden zu finanzieren, ausgelöst haben.

Die Finanzminister Frankreichs, Deutschlands und Spaniens haben das am Freitag von Großbritanniens Kanzler Kwasi Kwarteng vorgestellte Steuerpaket kritisiert, das auch beim IWF, dem US-Finanzministerium und der Federal Reserve auf Ablehnung gestoßen ist.

In den europäischen Hauptstädten herrscht zudem das Gefühl vor, dass es sich nicht nur um eine schlecht getimte und riskante Idee handelt, die das Pfund abstürzen ließ und die Bank of England zum Eingreifen zwang, um den historischen Preisverfall bei den Staatsanleihen zu stoppen, sondern dass die Krise, die durch den britischen Steuersenkungsplan ausgelöst wurde, auch das aufgedeckt hat, was allgemein als fehlerhaftes Denken hinter dem Brexit angesehen wird.

"Seit dem Brexit hat das Vereinigte Königreich viel Hybris und Realitätsverweigerung an den Tag gelegt, als ob es zu seiner Größe und den Tagen des Empires zurückkehren würde", sagte Vítor Constâncio, ein ehemaliger Vizepräsident der Europäischen Zentralbank. "Das ist illusorisch und unterstreicht das abschreckende Beispiel, das der Brexit darstellt, nämlich dass die Abkehr vom europäischen Zentrum schlecht für das Vereinigte Königreich gewesen ist.

"Das Pfund ist keine international bedeutsame Währung mehr - es ist erstaunlich."

Constâncio, jetzt Wirtschaftsprofessor an der Universität von Navarra in Madrid, fuhr fort: "Es gibt Schadenfreude, ja - nicht Freude, das wäre zu stark. Aber ja, das Gefühl 'Ich hab's ja gesagt' ist in Europa weit verbreitet."

Die Bank of England warnte am Mittwoch vor einem "erheblichen Risiko für die Finanzstabilität des Vereinigten Königreichs" durch die Turbulenzen auf den Märkten für britische Staatsanleihen, die auf Kwartengs Steuersenkungen und den Plan zur Kreditaufnahme folgten. Der Ausverkauf von Staatsanleihen erhöhte den Druck auf Pensionsfonds, Anleihen abzustoßen, um Solvenzprobleme zu vermeiden, und veranlasste viele Banken, Hypothekenangebote zurückzuziehen.

"Die Märkte denken: 'Sie haben den Brexit nicht sorgfältig genug durchdacht und jetzt auch noch das hier'", sagt Stefan Gerlach, ehemaliger stellvertretender Gouverneur der irischen Zentralbank. "Das Vereinigte Königreich ist immer noch ein wichtiger Akteur im globalen Finanzwesen und es ist besorgniserregend, dass eine so wichtige Wirtschaft von Leuten geführt wird, die dem nicht gewachsen zu sein scheinen.

Die Niederlage der neuen Regierung der konservativen Premierministerin Liz Truss, die Anfang des Monats ihr Amt antrat, wird von einigen als Warnung an die rechtsextreme Koalition unter der Führung von Giorgia Meloni gesehen, die am vergangenen Wochenende die Wahlen in Italien gewonnen hat, keine zu riskanten Finanzgeschäfte zu wagen.

Als der französische Finanzminister Bruno Le Maire gefragt wurde, ob er sich wegen des italienischen Wahlergebnisses Sorgen mache, sagte er dem Radiosender France Inter: "Wenn man sich in Europa Sorgen macht, dann um Großbritannien".

"Wenn man [mit dem Brexit] den europäischen Schutz verlässt und zusätzliche Ausgaben in Höhe von 150 Milliarden Pfund ankündigt, steigt der Zinssatz auf über 4 Prozent", sagte Le Maire. "Europa bietet Schutz und ich hoffe, dass Italien sich an diesem Schutz beteiligt.

Für den deutschen Finanzminister Christian Lindner unterstrichen die Turbulenzen in Großbritannien die Bedeutung fiskalischer Zurückhaltung, insbesondere angesichts einer Inflation, die auf einem 40-Jahres-Hoch liegt, und aggressiver Zinserhöhungen der Zentralbanken.

"In Großbritannien beginnt ein großes Experiment, denn der Staat gibt gleichzeitig Gas, während die Zentralbank auf die Bremse tritt", sagte Lindner, der sich mit Forderungen konfrontiert sieht, die deutsche Schuldenbremse aufzugeben, die die Haushaltsdefizite begrenzt. Diese wurde während der Koronavirus-Pandemie ausgesetzt, soll aber nächstes Jahr wieder eingeführt werden.

"Wir dürfen die Politik der Zentralbank, die Zinsen zu erhöhen, nicht durch fiskalische Anreize für die Nachfrage oder das Wachstum konterkarieren", sagte Linder.

Nadia Calviño, Spaniens stellvertretende Ministerpräsidentin für Wirtschaft, nannte die Finanzturbulenzen in Großbritannien eine Warnung an die von der konservativen spanischen Oppositionspartei geführten Steuersenkungsregionen. "Wir sind alle in der Lage zu sehen, wie sie das Land nicht in den Abgrund, sondern in die Katastrophe führen", sagte sie.

Eine weitere Sorge für die EU-Politiker/innen sind die von der Regierung Truss geplanten weitreichenden Änderungen der EU-Vorschriften für den Finanzsektor. Sie hat bereits angekündigt, dass sie die von Brüssel auferlegte Begrenzung der Banker-Boni abschaffen und die Solvency-II-Vorschriften für den Versicherungssektor überarbeiten will.

"Das wird den Eindruck verstärken, dass die britische Elite genauso schlecht ist, wie wir dachten, und dass sie einen Wettlauf nach unten und Regulierungsdumping betreiben wird", sagte Adam Posen, ein ehemaliges Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der BoE.

"Die Gefahr ist, dass dies zu mehr Protektionismus in Europa führt, weil sie sagen: 'Das Vereinigte Königreich spielt nicht fair, also müssen wir zurückschlagen."

GroßbritannienSpanienFrankreichIWFDeutschlandBank of EnglandEuropäische Union

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.