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EU plant Rekordstrafe gegen Google wegen DMA-Verstoß

Die Europäische Kommission will Alphabet noch vor der Sommerpause mit einem Bußgeld in hoher dreistelliger Millionenhöhe belegen.

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EU plant Rekordstrafe gegen Google wegen DMA-Verstoß

Die Europäische Union plant, gegen die Google-Muttergesellschaft Alphabet ein Bußgeld in hoher dreistelliger Millionenhöhe zu verhängen. Das berichtete das Handelsblatt am Montag unter Berufung auf Kreise in der Europäischen Kommission. Die Entscheidung stehe kurz vor dem Abschluss und werde voraussichtlich noch vor der Sommerpause bekannt gegeben.

Es handelt sich dabei um die bislang höchste Strafe, die die EU wegen eines Verstoßes gegen das Gesetz über digitale Märkte – den sogenannten Digital Markets Act (DMA) – verhängt hat. Das Regelwerk zielt darauf ab, die Marktmacht großer Technologiekonzerne einzuschränken und fairen Wettbewerb im digitalen Binnenmarkt zu gewährleisten.

Vorwurf: Bevorzugung eigener Dienste in der Suche

Die Untersuchung gegen Google wurde offiziell im März 2025 eingeleitet. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass Google in seinen Suchergebnissen eigene Dienste gegenüber Konkurrenzangeboten bevorzugt. Ziel der Kommission ist es sicherzustellen, dass die weltweit meistgenutzte Suchmaschine die europäischen Regularien einhält.

Kommissionssprecher Thomas Regnier betonte, dass es der Behörde primär um die Einhaltung der Vorschriften gehe – nicht um das Verhängen von Strafen. „Selbst während unserer Verhandlungen über künftige Lösungen werden wir nicht zögern, so bald wie möglich die nächsten Schritte einzuleiten", erklärte Regnier in einer schriftlichen Stellungnahme.

Anfang Mai hatte die Europäische Kommission mitgeteilt, Google etwas mehr Zeit eingeräumt zu haben, um die bestehenden Bedenken auszuräumen. Ein früherer Lösungsvorschlag des Unternehmens war von der Behörde als nicht ausreichend bewertet worden.

Google kritisiert EU-Auflagen als „zweitklassiges Erlebnis"

Google selbst äußerte sich kritisch zu den Auswirkungen der EU-Vorschriften auf sein Suchprodukt, signalisierte aber gleichzeitig Gesprächsbereitschaft. „Die Änderungen, die wir im Rahmen des DMA bereits an der Suche vorgenommen haben, stellen die größte Herabstufung in der Geschichte des Produkts dar. Sie schaffen ein zweitklassiges Erlebnis für Europäer zugunsten einiger weniger eigennütziger Beschwerdeführer", sagte ein Unternehmenssprecher. Zugleich erklärte das Unternehmen, an einer Beilegung des Falls interessiert zu sein.

Der Digital Markets Act ist seit 2023 in Kraft und verpflichtet sogenannte „Gatekeeper" – also marktbeherrschende Plattformen wie Google, Apple oder Meta – zu mehr Offenheit und Interoperabilität. Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden. Die nun geplante Strafe gegen Alphabet wäre ein deutliches Signal, dass die EU-Kommission das Regelwerk konsequent durchsetzen will.

Für Anleger von Alphabet-Aktien bleibt die Entwicklung ein Risikofaktor. Neben der drohenden Geldbuße könnte eine mögliche Einigung mit der Kommission strukturelle Änderungen am Suchprodukt erfordern, die langfristige Auswirkungen auf das Kerngeschäft des Konzerns haben könnten.

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